Danica Duen und Gut Neuenhofs Moon River gewannen das Bundeschampionat der dreijährigen Stuten und Wallache. (Foto Thamm)
Danica Duen und Gut Neuenhofs Moon River gewannen das Bundeschampionat der dreijährigen Stuten und Wallache. (Foto Thamm)

Neues Format bei den Dreijährigen Reitpferden

Die ersten zwei Bundeschampions sind bereits gekürt. Früher als sonst und unter den wachsamen Augen der Kritiker. Denn zum ersten Mal findet dieses Jahr in Warendorf ein neues Format bei den drei- und vierjährigen Pferden Anwendung. Dieses neue Format wurde im Vorfeld in der Fachwelt durchaus kontrovers, oft sehr emotional diskutiert. 

Kurz zusammengefasst, gehen die Dreijährigen nur noch in einer Prüfung an den Start. Einen Tag vorher gibt es ein verpflichtendes Training auf dem Prüfungsplatz. Die Bewertung des Körperbaus findet ebenfalls vor der Prüfung statt. Die Maßnahmen sollen zum Pferdewohl beitragen.

„Das Pflichttraining mit den drei Pferden auf dem Viereck hat eindeutig Vorteile. Wir als Stewards haben dadurch deutlich mehr Möglichkeiten dort helfend einzugreifen. Und die Reiter haben viel mehr Möglichkeiten die Pferde gezielt vorzubereiten. Mann kann sich vorstellen wie groß der Unterschied ist, wenn nur drei Pferde auf dem Viereck sind statt acht Pferden. Das führt schon dazu, dass das Ganze viel ruhiger und gleichmäßiger abgeht“, erklärt Stewart Hermann Erver, der auch von zwei Abteilungen berichtet in denen jeweils ein sehr gelassenes Pferd ging und zwei Pferde, die sich mit der Umgebung noch schwer taten. Durch das neue Format hatten diese Pferde die Möglichkeit hinter dem gelassenen Kollegen hinterher zu gehen. „Dadurch haben die Pferde über das natürliche Verhalten viel mehr Zutrauen bekommen. Das halte ich für eine sehr gute Sache“, erklärt er weiter. „Wir versuchen hier präventiv einzugreifen. Wenn wir Situationen sehen in denen wir helfen können macht das für das Pferd ja viel mehr Sinn, wenn wir als Partner zu den Reitern gehen und entsprechend eingreifen damit es gar nicht erst zu Situationen kommt, in denen wir Maßnahmen ergreifen müssen“, erklärt er seinen Ansatz.

In den Prüfungen selbst konnte man in Bezug auf das Stresslevel der Tiere keine eklatanten Unterschiede zu den Vorjahren erkennen. Was aber aufgefallen ist, ist der deutlich kritischere Blick der Richter. Bei den dreijährigen Stuten und Wallache wurde ein Pferd bereits in der Prüfung disqualifiziert. „Hier ging es ja nicht um die Qualität des Pferdes, aber es war deutlich zu sehen, dass es hier und heute mit der Situation überfordert war. Deshalb haben wir eingegriffen“, erklärt Reinhard Richenhagen einer der Richter der Prüfung.  Einer weiteren Reiterin wurde nach Beendigung der Prüfung empfohlen auf eine Bewertung zu verzichten. Ein drittes Pferd ging zu Beginn der Prüfung so verspannt, dass es deutlich taktunrein trabte. Auch dieses Pferd wurde von den Richtern sofort aus der Prüfung genommen. Solche Entscheidungen sind richtig und wichtig. Insgesamt wurden Probleme in der Durchlässigkeit und in der reiterlichen Vorstellung spürbar strenger berücksichtigt, als es in der Vergangenheit schon der Fall war. Direkt vor der Prüfung gingen außerdem zwei Testreiter an den Start, anhand deren Vorstellung Richter Wolfgang Egbers die Bewertungskriterien noch einmal ausführlich erläuterte. 

Titel für Gut Neuenhofs Moon River

Danica Duen und Gut Neuenhofs Moon River gewannen das Bundeschampionat der dreijährigen Stuten und Wallache. (Foto Thamm)
Danica Duen und Gut Neuenhofs Moon River gewannen das Bundeschampionat der dreijährigen Stuten und Wallache. (Foto Thamm)

Am Ende konnte sich mit Gut Neuenhofs Moon River die Westfalenchampioness gegen die Konkurrenz durchsetzen. Die Stute präsentierte sich sicher im Takt und an viele Stellen schon gut durch den Körper schwingend. Präsentiert im natürlichen Ablauf gab Danica Duen dem Pferd den nötigen Rahmen, legte aber auch Wert darauf die Stute altersgemäß zu präsentieren. Ein besonderes Highlight der Vorstellung war der Schritt. Groß und raumgreifend durch den Körper schreitend hätte die Stute hier Nichts besser machen können. Die honorierten die Richter dann auch mit einer 10 für diese Gangart. Mit einer Gesamtbewertung von 9,15 wurde die Maxim-Tochter zur ersten Bundeschampioness diesen Jahres gekürt. Zur Silbermedaille trabte Sixpack unter Sina Aringer. Der Secret-Sohn hatte sein Highlight der Prüfung im Galopp. Dieser wurde mit einer 9,0 bewertet. Insgesamt stand am Ende der Prüfung eine 8,8 als Gesamtergebnis für das Paar auf der Anzeigentafel, auf der vor der Prüfung auch noch einmal die Bewertungskriterien gezeigt wurden. Mit Sportlight präsentierte Sina Aringer auch das Pferd auf dem Bronzerang. Im Vergleich zum gestrigen Training schien das Pferd heute in der Prüfung etwas mehr auf dem Viereck „angekommen“ war. Mit sehr guter Bewegungsdynamik ausgestattet, hatte man aber auch das Gefühl, dass die Stute noch an Kraft und Selbstbewusstsein gewinnen muss um ihr Potenzial voll entfalten zu können. Heute wurde sie mit einer 8,3 mit dem dritten Rang ausgezeichnet. 

Falcon Bundeschampion der dreijährigen Hengste

Jacob Schenk und Falcon sicherten sich den Bundeschampionatstitel der dreijährigen Hengste. (Foto Thamm)
Jacob Schenk und Falcon sicherten sich den Bundeschampionatstitel der dreijährigen Hengste. (Foto Thamm)

Bei den dreijährigen Hengsten triumphierte Flacon unter Jacob Schenk. Schenk kennt den For Fontane-Sohn bereits seiner Geburt, denn der braune Hengst wurde von seinen Eltern gezüchtet. Im Galopp erzielte der Hengst mit einer 9,0 die höchste Teilnote. Hier zeigte der Braune seine Qualitäten auch für spätere Aufgaben. Das vielleicht auf den ersten Blick noch beeindruckendere Pferd war DSP Quebec. Unter Leslie Rohrbacher konnte er im Trab und im Galopp überzeugen. Der Schritt sorgten dann aber dafür, dass der Fuchs heute nicht Bundeschampion wurde. Nicht ganz losgelassen präsentiert schlug sich die hier fehlende Durchlässigkeit dann auch in weiteren Teilnoten nieder. Obsidian Cadillac und David Taylor gingen in der letzten Abteilung an den Start. Die Richter lobten den markierten Schritt des Obsession Taonga-Sohnes, der sich mit 8,33 die Bronzemedaille sicherte. 

Artikel teilen

Empfohlene Artikel