Die beiden Olympiasieger Christian Kukuk und Checker sahen schon wie die sicheren Sieger aus im Großen Preis von Hamburg. Aber dann kam der andere Christian, der mit dem Nachnamen Ahlmann. Der zeigte mit seinem Dourkhan Hero Z, dass Kukuks Ritt noch lange nicht das Limit war.
Acht Paare hatten sich für das Stechen um den Großen Preis der Fünf-Sterne-Tour von Hamburg qualifiziert, keines kam auch nur annähernd an die Fabelzeit von Christian Ahlmann und seinem zehnjährigen Zangersheider Hengst Dourkhan Hero Z heran. In 40,99 Sekunden zeigte der einstige Vizeweltmeister der jungen Springpferde, dass es noch über eine Sekunde schneller ging als bei den Olympiasiegern Christian Kukuk und Checker. Dabei hatte es auch hier schon verdammt flott ausgesehen. Das fand auch Christian Ahlmann: „Ich habe Christian gesehen. Ich dachte, das ist gegessen.“ Aber er wäre nicht Christian Ahlmann, wenn er nicht trotzdem versuchen würde zu gewinnen. Und so sicherte er sich zum dritten Mal in seiner Karriere den Großen Preis von Hamburg. Für ihn ein besonderer Erfolg.
„Ich habe mich zuletzt sportlich eher im Mittelfeld herumgetrieben, hatte zwar gute Turniere. Aber mit dem heutigen Sieg habe ich nicht gerechnet, umso mehr freue ich mich.“ Neben seinem heutigen Erfolgspartner nennt er da auch den erst neunjährigen Untouched LB, mit dem er Vierter im Großen Preis beim Saut Hermès im vergangenen März gewesen war. Aber das, was Dourkhan Hero Z heute abgeliefert hat, sei schon „eine absolute Glanzleistung“ gewesen, so Ahlmann. „Ein toller Tag“, fasste der Mann aus Marl bzw. Lanaken in Belgien leicht untertrieben zusammen.
Zusätzlich dürfte ihn die Einschätzung seines Kollegen Kukuk gefreut haben. Der war sich nach seinem Ritt keineswegs sicher gewesen, dass er den Sieg schon in der Tasche hat. „Ich habe nicht jede Distanz perfekt getroffen und auf dem Weg zum letzten Sprung ist Checker einmal gestolpert. Danach wusste ich, dass Christian mit seiner reiterlichen Genialität schneller sein kann …“ Immerhin konnte sich der frisch gebackene Vater über Rang zwei freuen.
2013 und 2022 hatte Christian Ahlmann zuletzt die Ehrenrunden des Großen Preises von Hamburg angeführt, erst mit Codex One, dann mit Dominator Z. Mit ersterem gewann Ahlmann im Jahr darauf den Großen Preis von Aachen. Letzterer konnte sich noch diverse andere Fünf-Sterne-Erfolge sichern, allerdings war es zuletzt ruhig geworden um ihn. „Er war verletzt“, erklärte Ahlmann bei der Gelegenheit. Aber die Hoffnung ist groß, dass der 15-jährige Diamant de Semilly-Sohn demnächst zurückkehren kann in den Sport.
Die nächste Pferde-Generation im Hause Fredricson
Auch bei Peder Fredricson in Schweden steht ein Generationswechsel im Stall an. Nachdem nun sowohl Olympiasieger All In als auch Catch Me Not S verabschiedet sind, muss der ehemalige Weltranglisten-Erste sich eine neue Garde an Spitzenpferden heranziehen. Eine große Hoffnung ist in dieser Hinsicht der Vigo d’Arsouilles-Sohn Vroom de la Pomme Z. Anfang des Monats hatten der elfjährige Wallach die Badenia in Mannheim gewonnen. Nun wurde er mit fehlerfreien 44,12 Sekunden Dritter im Großen Preis von Hamburg. Und das, obwohl er ihn gar nicht voll ausgeritten habe, wie Fredricson sagte. „Er ist zwar schon elf, aber ich bin noch dabei, ihn aufzubauen“, erklärte er. Umso größer war die Freude über diesen Erfolg.
Ebenfalls gut im Geld war – mal wieder an diesem Wochenende – der Lette Kristaps Neretnieks als Viertplatzierter mit seinem Paris-Partner Valour. Die beiden hatten am Mittwoch bereits das Auftaktspringen für sich entschieden und legten nun mit fehlerfreien 44,49 Sekunden nach. Aber nicht nur mit Valour kann Neretnieks schon jetzt super zufrieden sein. Mit Corlansky-Pro war er am Freitag Zweiter in einem 1,50 Meter-Zeitspringen der Fünf-Sterne-Tour und heute Vormittag waren sie siegreich. Da dürfte die Reise sich schon jetzt amortisiert haben.
Komplettiert wurden die Top fünf durch Laura Klaphake und Quizano (0/44,64). Der schnellste Vier-Fehler-Ritt kam von René Dittmer und Corsica X, Rang sechs. Sanne Thijssen und ihr inzwischen 19-jähriger Con Quidam fegten fit wie eh und je über den Derby-Platz, hatten aber ebenfalls einen Abwurf, Rang sieben. Paar Nummer acht im Stechen, Jana Wargers und Dorette, kassierten heute acht Fehler, Platz acht.





