
Ende Oktober wurde eine Herde Warmblüter im Landkreis Stade von etwas so erschreckt, dass die Pferde aus ihrer Koppel ausbrachen. Eines kam ums Leben. Der Gutachter vor Ort war sicher, dass die Pferde durch Wölfe erschreckt wurden. Eine Genanalyse stand jedoch noch aus. Die liegt nun vor.
Wie Raoul Reding, Wolfsbeauftragter der Landesjägerschaft Niedersachsen e.V., auf Nachfrage bestätigt hat, wurde das Pferd durch mindestens einen Wolf getötet. Die Spurenlage vor Ort hatte darauf hingedeutet, dass es ein ganzes Rudel war, welches große Teile der Hinterhand des Pferdes gefressen hat. Doch der DNA-Test hat nur die genetischen Spuren eines Individuums gezeigt, und zwar die von GW129f.
Das müsse aber nicht heißen, dass nicht auch andere Wölfe beteiligt waren, wie Reding erklärt. „Dass wir nur ein Individuum genetisch am Riss nachgewiesen haben, bedeutet nicht gleich, dass nur ein Tier am Riss beteiligt war – wir wissen nur, dass es mindestens ein Tier war.“
Die unterschiedlich großen Pfotenabdrücke bei der Begutachtung des Fundorts könnten laut Reding nur bedingt Auskunft über die mögliche Anzahl beteiligter Wölfe geben, da sich allein schon die Größen der Vorder- und Hinterpfoten um ca. 10 Prozent bei jedem einzelnen Wolf unterscheiden (Vorderpfote immer größer als Hinterpfote). Von daher könne man ohne weitere eindeutige Nachweise derzeit nur von mindestens einem beteiligten Wolf sprechen.
Woher dieser Wolf stammt, konnte die Analyse der DNA-Probe belegen. „Es handelt sich um einen Nachkommen des Oldendorfer Rudels, sodass sich der Verdacht, dass der Schaden dem ortsansässigen Rudel zuzuordnen ist, bestätigt hat“, so der Wolfsbeauftragte Reding.





