
… und ein toller vierter Platz für die rheinische Bundeschampionats-Debütantin Sophie Kuhlen mit ihrem „Ferrari“ Symphonie P beim Bundeschampionat der vierjährigen Stuten und Wallache 2025.
Dunkel, feingliedrig und immer weg vom Boden – so kommt die neue Bundeschampionesse der vierjährigen Stuten und Wallache daher, die Oldenburger Stute Weihe’s Hope aus der Zucht und im Besitz von Christine Arns-Krogmann, vorgestellt von Alina Schneider.
Wo Weihe drauf steht, ist auch Weihe drin. Väterlicherseits stammt Weihe’s Happiness von Dynamic Dream ab, dem Siegerhengst der NRW-Körung 2019, dem sein Titel hinterher wegen unerlaubter Medikation aberkannt worden war. Seine Decklisten waren dennoch voll und Weihe’s Happiness stammt aus dem ersten Jahrgang. Christine Arns-Krogmann hatte den Dream-Boy-Sohn an die Weihegold-Tochter Weihe’s Hope v. Sir Donnerhall angepaart. Da Dynamic Dream eine Sir Donnerhall-Mutter hat, ist Weihe’s Happiness fast unmittelbar auf den Sandro Hit-Sohn ingezogen. Sie war schon mit Vorschusslorbeeren nach Warendorf gekommen. Ihre Stutenleistungsprüfung hatte sie gewonnen, erhielt eine 10,0 im Trab. Ganz so viel wurden es bei ihren beiden Auftritten in Warendorf nicht.
Die Qualifikation hatte sie mit 8,4 insgesamt gewonnen. Heute war den Richtern der Trab eine großzügige 9,5 wert. Die gleiche wohlwollende Bewertung gab es für die Rittigkeit, wobei hier diesmal auch die Einschätzung von Fremdreiterin Claire-Louise Averkorn Berücksichtigung fand. Zusammen mit 8,5 im Galopp, 8,0 im Schritt sowie 8,5 für Typ und Qualität des Körperbaus kam die neue Bundeschampionesse auf eine 8,8 insgesamt.
Die Medaillengewinner
Auch die Silbermedaille ging an eine Vertreterin des Oldenburger Pferdezuchtverbands, New Balance OLD, eine von zwei Bon Vivaldi-Nachkommen in diesem Finale, hier von Jürgen Osterloh an eine Foundation-Mutter angepaart. Die elegante Braune überzeugte unter Tanja Fischer ebenfalls durch ihre Leichtfüßigkeit und ihren Abdruck im Trab, ging Schritt mit gutem Raumgriff, wurde im Galopp allerdings recht eilig und blieb flach. 9,0 gab es im Trab, 8,0 im Galopp sowie für Typ und Qualität des Körperbaus. Der Schritt wurde mit 8,5 bewertet. Das ergab eine 8,4 in Summe und Silber.
Die Bronzemedaille ging an den Zweitplatzierten der Qualifikation, den Brandenburger DSP-Wallach Lord Löwenherz von Bellin v. Lord Europe-United, gezogen und im Besitz der MJS Gestüt von Bellin GmbH & Co. KG. Ellen Richter stellte den eleganten Schwarzbraunen vor. Wobei die natürliche Elastizität und Kadenz in Trab und Galopp besonders begeisterten. Die Richter sagten für noch höhere Noten als 8,5 im Trab und 9,0 im Galopp hätten sie sich etwas mehr natürliche Selbsthaltung gewünscht. Es stimmte zwar, dass der Wallach immer mal wieder hinter die Senkrechte kam – aber das war bei den beiden vor ihm platzierten Stuten nicht anders und da wurde es nicht so streng gewichtet. So wurde es heute auch „nur“ eine 8,0 in Sachen Rittigkeit. Die gleiche Wertung gab es auch für den Schritt sowie Typ und Qualität des Körperbaus. Endnote 8,3.
Platz vier ins Rheinland

Eine richtig runde Sache war der Auftritt der einzigen rheinischen Reiterin des Starterfeldes, Sophie Kuhlen (24), mit der deutlich von Vater Sir Heinrich geprägten westfälischen Fuchsstute Symphonie P. Josef Pottbäcker ist hier Züchter und Besitzer in Personalunion. Er hatte den einstigen Bundeschampion Sir Heinrich an seine rheinische Jazz-Rubin-Fidermark-Tochter Josefine angepaart. Das Ergebnis gefällt mit drei gleichmäßig guten Grundgangarten, locker und elastisch im Ablauf, ergiebig in den Verstärkungen. Kuhlen präsentierte Symphonie P natürlich und mit weitgehend stabiler Anlehnung. Lediglich beim Zügel aus der Hand kauen lassen rollte die Stute sich die ersten Trabtritte ein, zog dann aber wieder gut zur Hand hin. Vielleicht könnte sie noch etwas besser von hinten herangeschlossen sein. In Trab, Schritt sowie für das Exterieur vergaben die Richter ein glattes „Gut“. Für Galopp und Rittigkeit die 8,5. Das machte eine 8,2 in Summe und Rang vier.
Als Zweitplatzierte beim Westfalen-Championat hatten Kuhlen und Symphonie P sich für den Auftritt in Warendorf empfohlen. Hier ließen sie heute die Champions aus Münster hinter sich, die Vaderland-Tochter Valera (Z. u. B.: FK Sporthorses) mit Sina Aringer (8,1).
Für die 24-jährige Pferdewirtin Sophie Kuhlen, die sich erst vor kurzem selbstständig gemacht hat, war das heute ihr erster Einsatz beim Bundeschampionat, und das mit einem Pferd, das eines ihrer ersten Berittpferde ist, seitdem sie sich im vergangenen Jahr selbstständig gemacht hat. Gelernt hat sie bei Christina Konings und war für ein Jahr bei ihr angestellt, ehe sie sich auf eigene Beine stellte. Sie trainiert mit Johan Zagers, hat ihre Pferde aber auf dem Gut Schrödersberg in Mettmann stehen.
So auch Symphonie P. Im Oktober 2024 bekam sie sie unter den Sattel. Sie war damals gerade angeritten. Viele Turniere seien sie dieses Jahr gar nicht geritten, sagt Sophie. „Drei oder vier, ehe wir uns über die Westfalen-Woche qualifiziert haben.“ Was die Stute auszeichnet? „Sie hat einen sehr besonderen Charakter, ist immer motiviert, immer bei der Sache. Ich sage immer, sie ist mein kleiner Ferrari …“
Mit dem sie hoffentlich dann nächstes Jahr das Dressurpferdeviereck in Warendorf aufmischt.





