
Wenn junge Reiterinnen und Reiter ihre ersten Turniererfahrungen sammeln, mit ihren Ponys und Pferden über sich hinauswachsen und sich gemeinsam mit ihren Mannschaften über Erfolge freuen, wird deutlich, worauf es im Nachwuchssport ankommt. Genau diese Mischung aus sportlichem Ehrgeiz, Gemeinschaft und Freude am Pferd prägte das zweitägige Jugendturnier des Reitervereins Graf von Schmettow Weeze am ersten Herbstwochenende.
Bereits zum 18. Mal hatte der Weezer Verein die Nachwuchsreiter aus den Verbänden Rheinland und Westfalen eingeladen. Dass die Veranstaltung längst einen festen Platz im Turnierkalender hat, spiegelte sich auch in den Nennungszahlen wider. Mehr als 300 Starts wurden verzeichnet, so viele wie noch nie in den vergangenen Jahren. Damit übertraf das Interesse die Erwartungen des Veranstalters deutlich.
Am ersten Turniertag gehörte die Reitanlage zunächst ganz den Dressurreitern. Unter guten Bedingungen und in familiärer Atmosphäre zeigten die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer harmonische Vorstellungen, die von den Richtern mit erfreulich hohen Wertnoten belohnt wurden. Ein besonderer Höhepunkt war der Mannschaftsreiterwettbewerb um den „Preis der Westenergie“. Gleich sechs Mannschaften hatten sich darauf vorbereitet, teilweise sogar mit eigens zusammengestellten Dressuraufgaben. Hier standen nicht allein die Einzelleistungen im Mittelpunkt, sondern vor allem das Zusammenspiel der Teams, die gemeinsame Vorbereitung und die Harmonie zwischen Reitern und Pferden. Am Ende durften sich die „Schleich-Pferde“ über den ersten Platz und hochwertige Ehrenpreise freuen. Rang zwei ging an die Schulpferdemannschaft des gastgebenden Vereins. Bis in den frühen Nachmittag hinein blieben die Zuschauerränge gut gefüllt. Besonders aufmerksam verfolgten die Besucher die Auftritte der jüngsten Teilnehmer, die in der Führzügelklasse und im Reiterwettbewerb ihre ersten Turniererfahrungen sammelten.
Am zweiten Turniertag übernahmen die Springreiter das Kommando. Das Prüfungsangebot war so gestaltet, dass sowohl Einsteiger als auch bereits turniererfahrene Reiter passende Herausforderungen fanden. Den Auftakt bildete der Springreiter-Wettbewerb über 40 Zentimeter mit Trabstangen. Anschließend wurden die Anforderungen Schritt für Schritt gesteigert, bis die Hindernisse schließlich eine Höhe von 90 Zentimetern erreichten. So konnten die jungen Reiter ihrem Leistungsstand entsprechend antreten und sich an anspruchsvollere Aufgaben herantasten. Für Abwechslung und ausgelassene Stimmung sorgte das Stafettenspringen unter dem Motto „Hobby-Horse trifft Real-Horse“. Die originelle Idee brachte Bewegung in das Turniergeschehen und sorgte für begeistertes Anfeuern an der Bande. Der Wettbewerb war zugleich ein gelungenes Beispiel dafür, wie sich auch Kinder ohne eigenes Pferd aktiv in das Turniergeschehen einbinden lassen. Damit setzte der Weezer Verein ein schönes Zeichen für Offenheit und Nachwuchsförderung. Denn wer sich früh für Pferde begeistert und erste Erfahrungen im sportlichen Miteinander sammelt, findet möglicherweise später selbst den Weg in den Sattel.
Bereits am ersten Turniertag hatte der „Kleine Preis der Gemeinde Weeze“ für besondere Spannung gesorgt. Ein Raunen ging durch die Zuschauerränge, als die jungen Springreiter zeigten, dass sie nicht nur Mut und Geschick, sondern teilweise bereits ein bemerkenswert gutes Auge für passende Distanzen und kurze Wege mitbrachten. In Kombination mit aufmerksamen Ponys und Pferden entwickelte sich eine spannende Siegerrunde, in der es auf Übersicht, präzises Reiten und eine gute Abstimmung zwischen Reiter und Pferd ankam. Die Zuschauer konnten hautnah miterleben, wie eng im Springsport eine geschickte Linienführung und das richtige Timing mit dem sportlichen Erfolg verbunden sind. Besonders groß war die Freude beim gastgebenden Verein: Der „Preis der Gemeinde Weeze“ blieb vor Ort. Julia Isegrei setzte sich mit Keyira durch und holte den Sieg für den Reiterverein Graf von Schmettow Weeze.
Dass das Jugendturnier nicht nur sportlich überzeugte, sondern auch bei den Teilnehmern gut ankam, zeigten die Rückmeldungen der Reiterfamilien. Besonders gelobt wurde die abwechslungsreiche Ausschreibung mit ihren vielfältigen Möglichkeiten für den Turniereinstieg – aber auch die gute Vorarbeit, die liebevolle Ausführung und die hohe Motivation der ehrenamtlichen Vereinsmitglieder. Mit seinem 18. Jugendturnier hat der Reiterverein Graf von Schmettow Weeze eindrucksvoll gezeigt, welchen Stellenwert die Förderung junger Reiterinnen und Reiter im Vereinsleben einnimmt. Die hohe Beteiligung, die abwechslungsreichen Prüfungen und die positive Resonanz sprechen für ein Konzept, das sportliche Entwicklung und Freude am gemeinsamen Hobby miteinander verbindet.
Stephan Derks
Foto: RV Graf von Schmettow Weeze





