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Warum beendet Agria sein Engagement bei der FN?

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Das war eines der Themen, das am Rande des Bundeschampionats diskutiert wurde. Das Ende der Partnerschaft zwischen dem schwedischen Tierversicherer und der Deutschen Reiterlichen Vereinigung hatte FN-Präsident Martin Richenhagen zu Beginn des Turniers auf dem DOKR-Gelände im Rahmen einer Pressekonferenz verkündet – zusätzlich zu noch anderen Mitteilungen.

Ob, und wenn ja, welchen Grund Agria für die Beendigung der Zusammenarbeit genannt hat, ließ Richenhagen offen. Auf Nachfrage von Rheinlands Reiter bei dem Tierversicherer gibt es auch seitens Agria keine konkreten Angaben hierzu. Geschäftsführer David Haak erklärte: „Zu einzelnen Verträgen äußern wir uns nicht, da dies eine Angelegenheit zwischen den beteiligten Parteien ist.“

Daran, dass man sich eventuell ganz vom deutschen Markt zurückziehen würde, liegt es offenbar nicht, denn Haak erklärte weiter: „Wir bauen unser Engagement auf dem für uns wichtigen deutschen Markt weiter aus – mit neuen Mitarbeitern, erweiterten Investitionen und der Einführung innovativer Produkte, die den Alltag von Pferdebesitzern einfacher machen.“

Agria war 2023 als neuer Generalsponsor von FN/DOKR vorgestellt worden. Von Seiten des FN-Präsidenten Richenhagen hieß es, die Verhandlungen über die Abwicklung des Vertrages würden „umgehend“ begonnen.

Höhere Strafen bei Tierschutzvergehen

Wer sich unreiterlich verhält oder gegen das Tierschutzgesetz verstößt, muss ab 1. Januar 2026 mit härteren Sanktionen seitens der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) rechnen. Der Beirat Sport hat mehrheitlich entsprechende Änderungen der Leistungsprüfungsordnung (LPO) und der Ausbildungsprüfungsordnung (APO) beschlossen.

Konkret heißt das, dass die Maximalstrafe von bislang 25.000 Euro auf 50.000 Euro angehoben wird. Auch die maximale Sperre wurde angehoben von bislang sechs Monate auf mindestens zwölf Monate zuzüglich einer Geldstrafe. Das gilt bei besonders schweren Fällen, etwa bei Gesundheitsgefährdung des Pferdes.

Zudem muss bei Geldbußen ab 5000 Euro aufwärts die Hälfte des Geldes verpflichtend für den Tierschutz im Bereich Pferd eingesetzt werden.

FN-Präsident Richenhagen kommentierte: „Tierwohl ist kein Nebenanliegen, sondern Grundlage unseres Sports. Wer gegen das Tierwohl verstößt, muss spürbarere Konsequenzen tragen. Tierwohl ist für uns nicht verhandelbar.“ Und Dr. Dennis Peiler, derzeit Geschäftsführer Sport, erklärte, dies sei „ein wichtiger Schritt, aber kein Schlusspunkt“. Man werde den Weg zu einem „noch klareren Schutz des Pferdesports konsequent weitergehen“.

Umstrukturierungen bei FN und DOKR

Dr. Dennis Peiler wird ab dem 1. Oktober ein neues Amt bekleiden: Vorstandsvorsitzender der FN. Darüber wurde vom FN-Präsidium bereits beschlossen. Die FN soll demnächst auch nicht mehr getrennt vom DOKR agieren, sondern beide Organisationen werden zusammengeführt. Peiler erklärte: „Wir wollen Strukturen vereinfachen und Synergien besser nutzen. Dadurch, dass wir künftig beispielsweise nur noch eine Wirtschaftsprüfung benötigen, können wir Kosten einsparen.“

Darüber muss allerdings noch abgestimmt werden. Im Dezember findet eine außerordentlich einberufene Mitgliederversammlung mit den Mitglieds- und Anschlussverbänden sowie den Delegierten der Persönlichen Mitglieder statt, in der die Entscheidung zu dem Vorhaben getroffen werden soll.

Diese Veränderungen sollen auch nach außen sichtbar gemacht werden. Man arbeite derzeit an einer neuen Marke, so Peiler weiter: „Der Verschmelzungsprozess gibt uns gleichzeitig die Chance, den Verbandsauftritt zu modernisieren. Wir vertreten nicht nur die Reiter, sondern den gesamten Pferdesport in Deutschland. Wir arbeiten daher an einer neuen Marke, die dies direkt zum Ausdruck bringt.“

Künftig solle „Pferdesport Deutschland“ als Marke der Deutschen Reiterlichen Vereinigung positioniert und Schritt für Schritt weiterentwickelt werden. „Unser Ziel ist es, uns zeitgemäßer, moderner und vor allem inklusiv zu präsentieren – denn wir wollen für alle sprechen, nicht nur für eine einzelne Zielgruppe“, erklärte Peiler.

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