AACHEN - FEI World Championships 2026

SANDMANN Anna (GER), Cobra, Fantast, Harley, Iwan van de Martha Hoeve Texel, Musketier
FEI Driving World Championship Four-in-Hand – Team & Individual
Cones / Kegelfahren

Aachen, Reitstadion Soers
23. August 2026
© www.sportfotos-lafrentz.de/Stefan Lafrentz

Vierspänner-WM: Bronze knapp verpasst

Die Entscheidung bei der WM der Vierspänner blieb spannend bis zum Schluss: Alles entscheidend war der Start des Belgiers Dries Degrieck und sein Abschneiden. Er behielt die Nerven und am Ende stand fest: Das deutsche Team verpasste die Bronzemedaille nur um Haaresbreite.

Erfolgreichste Deutsche war Anna Sandmann. www.sportfotos-lafrentz.de/Stefan Lafrentz

Turbulente WM für deutsches Team

Es war ohne Frage eine turbulente Weltmeisterschaft für die deutschen Fahrer: Nach dem Schock an Tag eins, als das Richtergremium entschied, Mareike Meiers Dressur nicht zu werten und der Rücknahme dieser Entscheidung Stunden später, war Deutschland schließlich doch auf Rang eins der Mannschaftswertung ins Turnier gestartet.

Die Karten wurden gestern beim Marathon neu gemischt – am Ende des Tages rutschte die Equipe auf Rang vier. Der heutige alles entscheidende Sonntag verlangte daher einiges an Nerven von den deutschen Fahrern. Am Ende war das Glück dann doch nicht auf ihrer Seite: Anna Sandmann beendete das Kegelfahren zwar ohne Fehler, aber benötigte 201.00 Sekunden, sodass am Ende 8.00 Strafpunkte zu Buche schlugen. Das bedeutete Platz acht für ihr Gespann.

Mareike Meier hatte zweimal Pech an den Kegeln und ging am Ende mit 9,66 Strafpunkten aus der Prüfung – das machte Rang 13. Bei Christoph Sandmann fielen drei Bälle – das machte 15.81 Strafpunkte und Platz 26.

Mareike Meier fuhr in der Einzelwertung auf Rang acht. www.sportfotos-lafrentz.de/Stefan Lafrentz

Medaille knapp verpasst

Zusammen genommen aus allen drei Teilprüfungen standen am Ende 334,35 Zähler auf dem Konto der Deutschen – die Belgier hatten nur 325,52. Damit verwiesen sie die Deutschen auf Rang vier und gewannen Bronze.

Nicht zu schlagen war die Niederlande, für die mit Bram Chardon, Ijsbrand Chardon und Koos de Ronde drei der international erfahrensten Vierspännerfahrer an den Start. Entscheidend für den Mannschaftserfolg waren am Ende die Ergebnisse von Bram Chardon und Koos de Ronde: Bram Chardon legte bereits in der Dressur mit 40,05 Strafpunkten eine starke Grundlage. Im Marathon kamen 117,15 Punkte hinzu. Im abschließenden Kegelfahren blieb er als einziger der drei Niederländer ohne weitere Strafpunkte und beendete die drei Teilprüfungen mit insgesamt 157,20 Punkten.

Christoph Sandmann mit seinem Gespann in der letzten Teilprüfung bei der WM. www.sportfotos-lafrentz.de/Stefan Lafrentz

Gold für die Niederlande

Koos de Ronde kam auf ein Gesamtergebnis von 164,59 Punkten. Nach seinem Dressurergebnis von 51,44 Punkten folgten 108,39 Punkte im Marathon und 4,76 Punkte im Kegelfahren. Das dritte niederländische Gespann mit Ijsbrand Chardon erreichte 172,08 Punkte und war damit das Streichergebnis. Das machte am Ende 315,13 Punkte und bedeutete WM-Gold.

Australien kam auf 317,25 Punkte und musste sich damit um lediglich 2,12 Punkte geschlagen geben. Dabei ragte einmal mehr Boyd Exell heraus. Der vielfache Weltmeister startete mit herausragenden 31,86 Punkten in der Dressur, verbuchte im Marathon 110,48 Punkte und kassierte im Kegelfahren lediglich 0,30 Punkte. Sein Endergebnis betrug damit 142,64 Punkte. Teamkollege Tor van den Berge steuerte mit 174,61 Punkten das zweite Ergebnis zur australischen Mannschaftswertung bei.

Die Bronzemedaille sicherte sich Belgien – einen wesentlichen Anteil daran hatte Dries Degrieck, der mit 38,19 Punkten in der Dressur, 109,53 Punkten im Marathon und lediglich 1,13 Punkten im Kegelfahren auf ein starkes Gesamtergebnis von 148,85 Punkten kam. Gemeinsam mit den Resultaten von Glenn Geerts und Tom Stokmans reichte dies für den dritten Platz.

Exell gewinnt Einzel-Gold

Für Degrieck bedeutete dies am Ende auch Einzelsilber. Gold sicherte sich der Australier Boyd Exell. Bronze ging an Chester Weber. Der US-Amerikaner hatte die Weltmeisterschaft mit dem besten Dressurergebnis des gesamten Feldes begonnen und lediglich 30,40 Strafpunkte erhalten. Im Marathon fiel er mit 119,21 Punkten auf Rang 14 dieser Teilprüfung zurück. Im Kegelfahren kamen drei Hindernis- und 4,16 Zeitstrafpunkte hinzu.

Anna Sandmann beste Deutsche

Stärkste deutsche Fahrerin in der Einzelwertung war Anna Sandmann. Bereits in der Dressur hatte sie mit 38,32 Strafpunkten und Rang vier eine hervorragende Ausgangsposition geschaffen. Im Marathon kamen 119,16 Punkte hinzu, was dort Rang 13 bedeutete. Im abschließenden Kegelfahren wurde sie Achte – das machte mit insgesamt 165,48 Strafpunkten Platz sechs in der Einzelwertung.

Mareike Meier folgte als zweitbeste Deutsche auf Rang acht. Nach 40,99 Punkten und Rang sechs in der Dressur hatte sie im Marathon 118,22 Punkte erreicht und dort Rang elf belegt. Im Kegelfahren kamen sechs Hindernisfehler sowie 3,66 Zeitstrafpunkte hinzu. Mit einem Gesamtergebnis von 168,87 Punkten schloss Meier die WM als Achte ab.

Auch der deutsche Einzelfahrer Georg von Stein erreichte mit Rang zwölf eine Platzierung in der vorderen Hälfte. Seine 50,51 Punkte aus der Dressur bedeuteten zunächst Rang 16. Im Marathon arbeitete er sich mit 116,63 Punkten und dem siebtbesten Ergebnis dieser Teilprüfung nach vorne. Beim Kegelfahren kamen drei Hindernis- und 5,54 Zeitstrafpunkte hinzu. Sein Endergebnis: 175,68 Punkte.

Christoph Sandmann belegte unmittelbar dahinter Rang 13. Er war mit 44,78 Punkten aus der Dressur gekommen und hatte im Marathon 120,63 Punkte erreicht. Das Kegelfahren war mit 15,81 Punkten die schwächste der drei Teilprüfungen; insgesamt kam Sandmann auf 181,22 Punkte.

Poensgen auf Rang 18

Als fünfter Deutscher beendete Rene Poensgen die Weltmeisterschaft auf Rang 18. Nach 49,84 Punkten in der Dressur und 122,12 Punkten im Marathon erhielt er im Kegelfahren sechs Hindernis- sowie 8,73 Zeitstrafpunkte. Daraus ergab sich ein Gesamtergebnis von 186,69 Punkten.

Game of Thrones-Star an den Leinen

Fun Fact: Auch ein Game of Thrones-Star war bei der WM am Start: Der Brite Daniel trat in zehn Episoden der beliebten Serie als Stuntman auf und war Pferdetrainer am Set. Außerdem verkörperte er die Rolle des Oznak zo Pahl. In Aachen war er Teil des britischen Teams, das auf Rang zehn im Gesamtklassement landete. In der Einzelwertung belegte er Platz 25.

Game of Thrones-Star Daniel Naprous an den Leinen in Aachen. Foto: www.sportfotos-lafrentz.de/Stefan Lafrentz

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