
Zum dritten Mal war die Reitsportanlage Riesenbeck International Schauplatz der Deutschen Meisterschaften der U25 Springreiter. Am Ende war die 21 Jahre junge Johanna Beckmann die einzige Starterin, die sich vom ersten bis zum letzten Parcours keinen Hindernisfehler leistete und somit die Meisterschaft für sich entschied. Lia Sophie Bolten konnte sich erneut über Rang fünf freuen – obwohl sie in der letzten Wertung die Chance auf eine Medaille verspielte.
Johanna Beckmann hatte für ihre erste U25 DM nichts dem Zufall überlassen und ihr bestes Pferd mit nach Riesenbeck gebracht: die 13-jährige belgische Emerald-Tochter Emelie van de Mirania Stam, mit der sie auch schon Platzierungen auf Fünf-Sterne-Niveau sammeln konnte. Diese Erfahrung zahlte sich aus. Die Kurse von Frank Rothenberger und Peter Schumacher wurden von Tag zu Tag anspruchsvoller. Johanna und Emelie waren das einzige Paar, das auf jede Frage die richtige Antwort parat hatte. Auch wenn sie sich in der letzten Wertung, einem 1,50 Springen mit zwei Umläufen jeweils etwas zu viel Zeit ließen und einen Zeitfehler kassierten. Doch die Taktik ging voll auf. Mit 2,41 Strafpunkten sprangen sie aufs oberste Treppchen.
Johanna war überglücklich: „Peter Teeuwen (der Bundesnachwuchstrainer, Anm. d. Red.) meinte, dass Riesenbeck vielleicht mein glückliches Pflaster sei. Das hat sich zum Glück bestätigt.“ Aber ein bisschen mehr als Glück gehört natürlich schon dazu, um Deutsche Meisterin zu werden. Zum Beispiel ein Pferd wie Emelie. „Wenn sie den ersten Sprung sieht, dann galoppiert sie los“, beschreibt Johanna die Stute, die sie 2022 schon zu EM-Mannschaftssilber bei den Jungen Reitern getragen hat. „Sie ist super ehrgeizig, aber hat heute auch sehr gut zugehört und dann ist es einfach die perfekte Kombination. Es wäre natürlich noch besser gewesen, komplett fehlerfrei zu bleiben, auch ohne Zeitfehler, aber so hatten wir bis zum Ende die nötige Ruhe im Parcours.“
Erneut Silber für Ahlmann
Der Sieger des Zeitspringens zum Auftakt, Hannes Ahlmann, holte nach 2024 zum zweiten Mal in Folge die Silbermedaille. Seine Medaillenpartnerin des Vorjahres, die Stute Tokyo, hatte er diesmal für die Fünf-Sterne-Tour aus Reher in Schleswig-Holstein mit nach Westfalen gebracht. Für die DM hatte er den acht Jahre jungen KWPN-Hengst Madness v. Kannan gesattelt. Er beendete seine Championatspremiere mit gerade mal vier Fehlern aus der zweiten Wertung. Die schwierige dritte Wertungsprüfung schlossen die beiden ohne einen einzigen Makel ab – und das beim ersten 1,50 Meter-Einsatz des Hengstes. Darüber war Hannes besonders glücklich: „Dass er zwei Runden so souverän im Finale gesprungen ist, hat viel Spaß gemacht“,“ lobte“, so der 24-Jährige. Doch nicht nur die Reiter hatten Spaß, auch die Zuschauer, weiß er: „Der Parcourschef hat einen grandiosen Job gemacht, es war richtig eng und für die Zuschauer immens spannend. Am Ende hat die verdiente Siegerin gewonnen.“ Aber nächstes Jahr wolle er denn doch noch mal versuchen, aus Silber Gold zu machen.
Über Bronze freute sich Britt Roth vom Landesverband Rheinland-Pfalz. Auch sie hatte ein erst achtjähriges Pferd dabei: den Holsteiner Wallach Jeffrey v. Comme il faut. Wie Silbermedaillengewinner Hannes Ahlmann ließen sie sich lediglich in der zweiten Wertungsprüfung einen Springfehler zuschulden kommen. Doch sie hatten noch 0,31 Fehlerpunkte aus der ersten Wertung im Gepäck, so dass sie auf 4,31 Strafpunkte kamen. Damit war Britt mehr als zufrieden: „Es freut mich besonders, weil ich Jeffrey selbst ausgebildet habe, er ist bei uns seitdem er zweijährig ist. Ihn auf diesem Niveau vorstellen zu können und gemeinsam für diese Platzierung zu kämpfen, ist unbeschreiblich.“
Wieder Platz fünf für Bolten
Bereits 2024 sprangen Lia Sophie Bolten und ihre Hannoveraner Stute Charming Cassilia v. Cassilias in Riesenbeck auf den fünften Platz. Der wurde es auch in diesem Jahr. Bis zum letzten Parcours lagen sie noch auf Silberkurs mit ihren 2,63 Strafpunkten aus dem ersten Springen. Sowohl die zweite Wertung als auch den ersten Umlauf der dritten Wertung hatten sie fehlerfrei hinter sich gelassen. Doch im letzten Parcours fielen zwei Stangen. Damit wurden es 10,63 Strafpunkte für die 24-Jährige aus Ratingen.
Direkt dahinter reihten sich Laura Hetzel und Jet V an sechster Stelle ein. 10,99 Fehlerpunkte schlugen für sie zu Buche, 1,99 aus dem ersten Springen, je vier Strafpunkte aus Wertung zwei und Umlauf eins in Runde drei sowie ein Zeitfehler im letzten Parcours.
Der dritte Rheinländer im Bunde, Liam Broich, beendete die DM auf Rang sieben. Mit seinem Cadou Z hatte er nach Runde eins noch aussichtsreich auf Rang vier gelegen. Doch acht Strafpunkte in der zweiten Wertung warfen sie zurück. Dann blieben sie fehlerfrei im ersten Umlauf der dritten Wertung, kassierten anschließend aber noch einen Abwurf in Runde zwei. Machte 12,51 Strafpunkte insgesamt.





