2024 ging Ilex noch mit Mclain Ward beim CHIO Aachen und wurde Zweiter im Großen Preis. 2026 dann WM mit Marlon Zanotelli? Foto: sportfotos-lafrentz.de
2024 ging Ilex noch mit Mclain Ward beim CHIO Aachen und wurde Zweiter im Großen Preis. 2026 dann WM mit Marlon Zanotelli? Foto: sportfotos-lafrentz.de

Turnier-Telegramm

2024 ging Ilex noch mit Mclain Ward beim CHIO Aachen und wurde Zweiter im Großen Preis. 2026 dann WM mit Marlon Zanotelli? Foto: sportfotos-lafrentz.de
2024 ging Ilex noch mit Mclain Ward beim CHIO Aachen und wurde Zweiter im Großen Preis. 2026 dann WM mit Marlon Zanotelli? Foto: sportfotos-lafrentz.de

Während das öffentliche Interesse am vergangenen Wochenende vor allem den Europameisterschaften der Springreiter in La Coruña galt, gab es je einen deutschen Sieg bei einem Weltcup-Dressur- und einem CCI4*-S Vielseitigkeitsturnier sowie beim CSI2* in Peelbergen den ersten Triumph in einem Großen Preis für ein Paar, das bei den Weltmeisterschaften in Aachen 2026 ein Wörtchen mitreden könnte.

CSI2* Peelbergen

Bei letzterem ist die Rede von dem Brasilianer Marlon Modolo Zanotelli und dem zwölfjährigen KWPN-Wallach Ilex. Wieso dieses Paar im Zusammenhang mit den Weltmeisterschaften 2026 in Aachen genannt wird? Unter anderem, weil jener Baltic VDL-Sohn bis vor kurzem noch unter US-amerikanischer Flagge sprang, mit Mclain Ward zum Silbermedaillenteam bei den Olympischen Spielen in Paris gehörte, mit zwei Nullrunden zum Sieg der USA bei der Nations League-Etappe in Ocala beigetragen hatte. Zudem war das Paar 2024 Zweiter im Großen Preis von Aachen geworden. Die Soers liegt dem Wallach also. Im Juni ging er sein letztes Turnier mit Ward.

Unter dem Sattel von Marlon Zanotelli ist Ilex dementsprechend erst seit sehr kurzer Zeit. Da er in brasilianischem Besitz steht, lag die Paarung nahe. Zanotelli ist aktuell die Nummer 64 der Weltrangliste, war aber auch schon unter den Top Ten. Bei den letzten Championaten war er stets eine gesetzte Größe der brasilianischen Mannschaft, ritt zum Beispiel 2021 bei den Olympischen Spielen in Tokio und 2022 bei der WM in Herning. Mit Ilex scheint er sich bestens zu verstehen. In der Vorwoche hatten sie Opglabbeek erste Kennenlernrunden auf 1,35 und 140 Meter-Niveau gedreht und waren bei allen drei Springen fehlerfrei geblieben. Gestern bestritten sie in Peelbergen nun ihren ersten Großen Preis.

Der war zwar nur auf 1,45 Meter-Niveau, ist also noch weit weg von den Höhen, die die Pferde bei Championaten überwinden. Doch dass er hoch kann, hat Ilex ja längst bewiesen. Am Samstag zeigte er mit seinem neuen Reiter, dass die Kommunikation schon so gut ist, dass sie auch schnell können: Sieg im Stechen mit fehlerfreien 38,88 Sekunden vor Belgiens Wim Vermeir im Sattel des zehnjährigen Jonkheer Van’t Veldhoven (0/39,12) und Gregory Wathelet (BEL) mit Ace of Hearts (0/40,43).

Deutsche Reiter waren in Peelbergen auch am Start – und das sehr erfolgreich: Katrin Eckermann ritt die OS-Stute Casa Blue PS auf den vierten Platz mit nur zwei Hundertstelsekunden Abstand, gefolgt von Jana Wargers auf I Know (0/40,69) und Michael Jung mit Fischerheros Z (0/41,48).

Tim Rieskamp-Goedeking und Coldplay waren ebenfalls null im Stechen und wurden Neunte. Mit Laura Hetzel und Jet V platzierte sich auch ein rheinisches Paar. Die beiden hatten keine Spring-, aber zwei Zeitfehler im Normalparcours und wurden 13.

Das Pferd von Jana Wargers, der ebenfalls 13-jährige KWPN-Wallach I Know v. Arezzo VDL, ist übrigens auch ein Neuzugang im Beritt der deutschen WM-Reiterin. Er war mit dem Dänen Andreas Schou in 1,60 Meter-Parcours erfolgreich, ehe er Anfang vergangenen Jahres in den Besitz der Norwegerin Ingrid Gjelsten wechselte, die übrigens auch einige der besten Pferde von Marlon Zanotelli übernommen hatte, z. B. VDL Edgar M. Doch über 1,45 Meter-Springen war Gjelsten mit I Know nicht hinaus gekommen. Nun ging er sein zweites Turnier mit Jana Wargers. Das erste war auch bei ihnen der CSI2* in Opglabbeek gewesen, wo sie im Großen Preis mit einem Zeitfehler im Normalparcours bereits Zehnte gewesen waren.

CCI4*-S Strzegom

Ein Trainingsturnier geplant, ohne Uhr ins Gelände gegangen und dann als einziger innerhalb der erlaubten Zeit ins Ziel gekommen – so verlief der CCI4*-S in Strzegom für Christoph Wahler und seinen neuen Star im Stall nach Carjatan S, den Hannoveraner Diarado-Sohn D’Accord. Im Mai hatte Wahler den Braunen aus der Zucht und dem Besitz der Familie von Paepcke erstmals beim CCI5*-L in Badminton gezeigt. Schon damals waren sie eines der wenigen Paare, dass mit gänzlich weißer Weste aus dem Gelände gekommen war. Strzegom war nun gedacht, um dem Wallach nach ausgedehnter Pause ganz in Ruhe die Möglichkeit zu geben, wieder in den Turniermodus zurückzufinden. Ruhe scheint allerdings nicht das Konzept von D’Accord zu sein. Am Ende gewannen die beiden ihren Turnierwiedereinstieg 2025 mit 34,8 Minuspunkten (ein Abwurf im Parcours) vor Kevin McNab (AUS) auf dem acht Jahre jungen AES-Hengst Wilfred Lancer (41,0), der Schwedin Malin Asai auf Maggan V (42,1) und Nadine Marzahl im Sattel von Victoria (42,2).

Ingesamt kehrte Christoph Wahler an diesem Wochenende mit drei goldenen Schleifen heim. Neben dem Vier-Sterne-Erfolg ritt er die sechs Jahre junge Hannoveraner Stute Eleonora v. Edward im CCI1*-Intro mit ihrem Dressurergebnis von 31,7 Minuspunkten zum Sieg. Und im CCI2*-S wurde es ein Start-Ziel-Sieg mit dem Hannoveraner Stolzenberg-Sohn Steppke. Auch dieser erst achtjährige Wallach beendete mit seinem Dressurergebnis von 25,4 Minuspunkten, mit dem er von Anfang an in Führung gegangen war.

CDI-W Dunajsky Klatov/SVK

Dunajsky Klatov in der Slowakei war erstmals Gastgeber eines Weltcup-Dressurturniers, zu dem Carina Scholz und Soiree d’Amour als einziges deutsches Paar gereist waren. Sie gewannen die Weltcup-Kür mit 74,440 Prozent vor der Schwedin Beata Söderberg auf dem Hannoveraner Totilas-Sohn Talento (73,655) und dem litauischen Olympia- und Weltcup-Finalpaar Justina Vanagaite/Nabab (72,970).

Im vorangegangenen Grand Prix war die Reihenfolge noch eine andere gewesen. Hier hatten Beata Söderberg und Talento mit 69,565 Prozent die Nase vorn gehabt. An zweiter Stelle hatte sich die Polin Katarzyna Milczarek mit Guapo platziert (68,848). Carina Scholz und Soiree d’Amour waren mit 68,761 Prozent bzw. zwei Punkten Abstand knapp dahinter Dritte geworden.

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