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Traumnote für Stefanie Reining auf S-Niveau

Vier Tage lang stand am vorletzten Augustwochenende der Tünglerhof der Familie Miss an der Urseler Straße 11 ganz im Zeichen des Pferdesports – und die Premiere im Großformat hätte kaum gelungener ausfallen können. Denn vor den Toren der Domstadt erlebten die Besucher erstmals ein großes Outdoor-Reit- und Springturnier, das mit 1.100 Nennungen und sportlichen Höhepunkten Maßstäbe setzte. „Wir sind nach wie vor überwältigt von der enormen Resonanz, die dieses Turnier erlebt hat“, freute sich Gastgeber Stefan Miss zum Ende der Veranstaltung, der sich mit einem 30-köpfigen Helferteam perfekt vorbereitet zeigte. 
 
Das Turnier bot insgesamt 20 Prüfungen, die von Jungpferdeprüfungen bis hin zu Dressur- und Springprüfungen auf S-Niveau reichten. Bereits die Auftakttage waren von spannenden Ritten geprägt. Den sportlichen Höhepunkt im Viereck bildete die Dressurprüfung der schweren Klasse, die zahlreiche Reitsportfreunde an den Rand des Vierecks lockte. Mit 785 Punkten führte am Ende Christina Konings, Erkrath, auf Milady N, vor Sina Franz, Rhede (Quinntus, 780,5 Punkte), die von Marcus Müllers, Rolf-Peter Fuß und Sabine Schweigert bewertete Prüfung an. 

Auf dem Springplatz sorgten die anspruchsvoll gestalteten Parcours von Georg Broeckmann und Heinz Kleinbongartz für Spannung und sportliche Dramatik. Einen besonderen Glanzpunkt der Pferdeleistungsschau auf dem Tünglerhof setzte Stefanie Reining vom Club der Pferdefreunde Goch in der Stilspringprüfung der Klasse S. Hier ging es nicht allein darum, die Hindernisse fehlerfrei zu überwinden, sondern vor allem um die harmonische Gesamtdarbietung von Reiter und Pferd: Da flossen Sitz und Einwirkung des Reiters ebenso in die Bewertung ein, wie die gleichmäßige Linienführung, Rhythmus, Balance, Losgelassenheit des Pferdes sowie das flüssige und sichere Bewältigen des Parcours. Reining zeigte all diese Elemente in nahezu perfekter Ausprägung. Mit dem 13-jährigen Hengst Alaba, einem Sohn des Cassini Boy Junior, gezogen vom Kranenburger Otmar Eckermann und im Besitz der Reiterin, überzeugte sie das Richter-Duo Rolf-Peter Fuß und Sibylle Hendricks durch eine fehlerfreie, elegante und zugleich kraftvolle Runde. Die Traumnote von 9,5 war die logische Konsequenz. Ein Resultat, das in Prüfungen dieser Klasse nur sehr selten erreicht wird. Damit setzte die Amazone nicht nur ein sportliches Ausrufezeichen, sondern unterstrich auch eindrucksvoll den hohen Qualitätsanspruch, den das erste Outdoor-Turnier auf dem Tünglerhof erfüllte. Rang zwei in dieser sehenswerten Prüfung ging an Louis de Witt vom RV Sonsbeck, der die zehnjährige Hannoveranerstute Sabrina an den Start gebracht hatte und die Prüfung mit einer Wertnote von 8,5 vor Johanna Vogt von der RSG Niederrhein (Bellini`s Bay, Wertnote 8,3) beendete. 

Besonders in Erinnerung blieb zudem die mittelschwere Springprüfung mit Siegerrunde, die zum Ende des Turniers mit packenden Ritten und hauchdünnen Abständen für echte Gänsehautmomente sorgte. Hier war es in der ersten Abteilung der Siegerrunde Emma Grüntjens, Weeze, auf Air Maxx (0/30,98), die pfeilschnell vor Carolin Bone, Wodan Damm (Duchesse H, 0/34,92), die Ziellinie überritt. Die Goldschleife in der zweiten Abteilung dieser Prüfung erzielte Franziska Bockhorn, Goch, mit Derrick (0/32,50), wobei Carolin Bone mit Checktina (0/35,01) ihr auch zweites Pferd in dieser Prüfung aufs Podium brachte. 

Damit die Pferde ihr Können optimal entfalten konnten, standen beste Bedingungen bereit. „Auf unserer Anlage wurde an diesem Wochenende wieder einmal alles gegeben, was sich ein ambitionierter Turnierreiter wünscht. Darauf legen wir mit den äußeren Rahmenbedingungen auch größten Wert“, betonte Stefan Miss, der die Veranstaltung nicht nur als sportliches, sondern auch als gesellschaftliches Highlight verstand. Dass der Eintritt an allen Tagen frei war und für das leibliche Wohl bestens gesorgt wurde, lockte auch viele Familien und Reitsportinteressierte an. So entwickelte sich der Tünglerhof an diesen Augusttagen nicht nur zu einer sportlichen Bühne, sondern auch zu einem Treffpunkt in sommerlich-geselliger Atmosphäre. 

Stephan Derks 

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