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Bergisch Gladbach2

Thomas Kuck gewinnt den Großen Preis von Bergisch Gladbach

Diesen beiden konnte zuletzt keiner den Sieg streitig machen: Die Bergisch Classics gingen mit einem Großen Preis zu Ende, bei dem Thomas Kuck vom Aachener RV Laurensberg in einem spannenden zweiten Durchgang die Nerven behielt und seine Führung sicher nach Hause reiten konnte.

Garant dafür war sein erst achtjähriger belgischer Sportspartner Opium van’t Klavertje Vier. Der Diamant de Semilly-Sohn war nicht nur im ersten Umlauf fehlerfrei, sondern auch das einzige Pferd des Stechens, das im Zieldurchlauf unter 45 Sekunden blieb. „Wir haben alles gegeben und am Schluss nochmal richtig durchgezogen“, kommentierte Kuck seinen spektakulären Ritt zum Sieg. Die Bedingungen seien optimal gewesen, mit besten Bodenverhältnissen, lobte Kuck die Gastgeber vom RV Hebborner Hof. Der Titel bleibt sozusagen in der Familie: „Tommy und Opium gewinnen den Großen Preis beim RV Hebborner Hof und verteidigen den Titel vom letzten Jahr“, jubelte Vorjahres-Siegerin Kathrin Müller auf Instagram. Kucks Freundin Müller hatte im letzten Jahr mit ihrem Erfolgspferd Conan den Großen Preis beim Sonja-Kill-Gedächtnisspringen geholt. Nun radelte sie vergnügt mit dem Luxus-E-Bike über den Turnierplatz, das Preisgewinner Kuck neben seiner Siegprämie mitnehmen durfte.  

„Mit 49 Teilnehmern beim Großen Preis hatten wir ein hervorragendes Starterfeld mit großartigen Sportlerinnen und Sportlern im Sattel“, freute  sich Vereinschef und Turnierleiter Matthias Beggerow. „Die Reiter im Stechen haben für ein sensationell spannendes Finale gesorgt, wie wir es bei den Bergisch Classics noch nicht erlebt haben“, sagte er bei der Siegerehrung. 

Thomas Kuck ritt auf Opium van’t Klavertje Vier der Konkurrenz davon. Foto: Thomas Fritzen/RV Hebborner Hof 

Für die Konkurrenz im Stechen wurde ausgerechnet der Steilsprung an der Zuschauermeile zum schwierigsten Hindernis – genau dort, wo die meisten Besucher bei Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen den Turnierplatz auf der Reitanlage Hebborner Hof säumten. Dem Sieger dicht auf den Fersen blieb Hendrik Dowe: Als einer von nur sechs Teilnehmern im Finale gelangen auch ihm auf Global Cockwise zwei fehlerfreie Durchläufe im S**-Parcours  – ­ nur wenige Hundertstel zu langsam: Platz zwei für den Nationenpreisreiter aus dem westfälischen Heiden. Auch Malin Reipert auf Dutch Apple legte eine schnelle Schlussrunde ohne Abwurf hin, musste sich aber mit Platz drei zufriedengeben. Die 19-Jährige aus dem rheinischen Linnich gilt als eines der hoffnungsvollsten Nachwuchstalente in Deutschland, war erfolgreich im Preis der Besten und nahm schon an Junioren-Europameisterschaften teil.

Eines der beständigsten Paare der letzten Monate aber waren diese zwei: Lara Wittlings vom Reiterverein Hebborner Hof, amtierende Rheinische Vizemeisterin und Zweite der Bergischen Kreismeisterschaften, schaffte es mit ihrem Sir de Tiji Z auch vor heimischem Publikum in die Platzierungen. Dass ihr Goldfuchs schnell ist in den Wendungen und sprunggewaltig überm Hindernis, das hatten die beiden schon am Vortag bei der Zwei-Phasen-Springprüfung der Klasse S** bewiesen. Am Ende Platz vier für Wittlings, die sich bei den Bergisch Classics auch über die Verleihung des Goldenen Reitabzeichens freuen durfte. 

Hans-Joachim Erbel, der Präsident der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), ließ es sich nicht nehmen, nur wenige Tage vor dem Start des Bundeschampionats in Warendorf persönlich auf dem Hebborner Hof vorbeizuschauen: Die Bergisch Classics gelten mit mehr als 25 Jahren Tradition als eine der wichtigsten Reitsportveranstaltungen im Rheinland. Gemeinsam mit Wolfgang Bosbach, dem langjährigen Schirmherrn der Bergisch Classics, dankte Erbel den vielen Helfern und Sponsoren, ohne die ein Turnier-Event dieser Klasse nicht möglich wäre, und gratulierte den Veranstaltern: „Eine Demonstration des Reitsports.“ 

Erfreulich aus Sicht der Gastgeber war auch das Abschneiden der Vereinsaktiven aus den eigenen Reihen. Die Springtage der Bergisch Classics boten an vier Tagen 24 Wettbewerbe: 32 Platzierungen gingen am Ende auf das Konto der Reiterinnen und Reiter vom RV Hebborner Hof, drei Prüfungen davon konnten sie mit Siegen für sich entscheiden, zehn Mal ritten sie unter die ersten drei.

Gut in Form zeigte sich wieder Franziska Zimmermann. Die Ausbilderin auf dem Hebborner Hof stellte einige ihrer Nachwuchs-Pferde im Parcours vor. Acht Platzierungen, von der Spingpferdeprüfung A über die Klassen L und M bis hinauf in die schwere Springprüfung der Klasse S**, konnte die Odenthalerin für sich verbuchen. In der Klasse M* sprangen die Vereinsreiter Philip Hoffmann (Sam), Stefanie Axtmann (Crystal Saphire) und Laura Ling (Creative VA) auf hervorragende zweite Plätze. Laura Ling und Creative VA legten im M**-Parcours der Amateure sogar noch einmal nach. Im Parcours der Hunterklasse kamen mit Jörg Sahler (Honneur van de Bernsehoeve) und Thomas Klein (Marie) zwei Vereinsreiter auf die Plätze eins und drei.

Mitfiebern durfte das Hebborner Publikum auch beim Erfolg der Mannschaftsreiterinnen im Springen (E-A*-A*-L), der am Samstagabend unter Flutlicht ausgetragen wurde. Die Vizemeister in ihrer Disziplin aus dem Bergischen Land, diesmal mit Inka Wißkirchen (Catbalou), Johanna von Sondern (Felix), Lisa Marie Müller (Flinstone) und  Laura Ling (Livan) unter Sportwart und Mannschaftsführer Jörg Sahler am Start, legten gute Runden vor und landeten nach dem Stechen verdient vor dem Team der RSG Burghof aus Leverkusen.

 Katrin Voss

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