
Dr. Laura Katharina Pauli saß das erste Mal im Alter von sechs Jahren auf dem Pferderücken und war sogleich mit dem Pferdevirus infiziert. Ihre reiterliche Karriere begann auf Gut Blee in Monheim am Rhein, der Reitanlage der Familie Höltgen, für die sich einige Zeit später herausstellte, dass sich wohl eine aufstrebende Dressurreiterin in ihren auf Springen konzentrierten Stall verirrt hatte. Aber da ein gutes Springpferd auch dressurmäßig gut gearbeitet sein muss, legten hier schon Tina Wohlfahrt und Josi Lippold die wichtigen Grundlagen für Lauras Dressurausbildung. Ihr Star unter dem Sattel hieß damals Hermine – eine Schimmel-Ponystute, die Laura beginnend im Alter von sieben Jahren unzählige Siege in Reiterwettbewerben und E-Dressuren bescherte.
Dank Tinas Einfall wagte sich Laura dann im Alter von gerade mal neun Jahren, vor dem damaligen Landestrainer Pony-Dressur Adolf Vogt mit ihrem Pony Varello für das Stützpunkttraining vorzureiten. Schon bald folgte der Umzug nach Duisburg-Hamborn, wo die Nachwuchsreiterin dann von Adolf Vogt, Arndt Wiebus und seiner Tochter Annette Wallenborn trainiert wurde. Bereits im Alter von elf Jahren meisterte sie mit Bravour ihre erste Pony-FEI. Später folgten weitere Ponys, insbesondere der Palominowallach Galileo Galilei, mit dem Laura im Alter von 14 Jahren in den Rheinischen Landeskader der Pony-Dressur berufen wurde. Zeitgleich traf sie mit ihrem Pony Dornik-Double erstmals auf Christian Reisch, der sie seitdem gemeinsam mit seiner Ehefrau Alissa Reisch trainiert. Als Höhepunkt ihrer Ponykarriere durfte Laura an den Deutschen Jugendmeisterschaften teilnehmen.

Der nächste Sprung gelang im Alter von 16 Jahren mit dem erfolgreichen Umstieg aufs Großpferd. Diese Ära steht und fällt mit dem bunten Fuchswallach Plenty Paint – ein unvergessenes Familienmitglied, mit dem Laura nicht nur unzählige Erfolge von L- bis S-Dressur feierte, sondern der vor allem den Grundstein für ihre weiteren Erfolge legte. Nachdem Laura das Erste Juristische Staatsexamen gemeistert hatte, feierte sie auf der damals erst siebenjährigen Schimmelstute Daraja ihre ersten beiden S-Dressur-Siege im Alter von 22 Jahren. Doch als Daraja später gesundheitsbedingt vorzeitig aus dem Sport ausscheiden musste, kam eine längere reiterliche Durststrecke für Laura. Sie entschied sich, ihren Weg mit der vielversprechenden, damals vierjährigen Escolar-Stute Escalida fortzuführen, in dem Wissen, dass es einige Zeit dauern würde, bis an die Erfolge mit Daraja anknüpfen könnte.
Als sie dann das Zweite Juristische Staatsexamen samt Promotion in der Tasche und ihre Laufbahn als Richterin begonnen hatte, entschied sie sich, in Teilzeit zu wechseln, um wieder mehr Zeit zum Reiten zu haben. Kurz darauf gelang ihr auf ganzer Linie der Durchbruch: Gleich mit drei Pferden konnte Laura im vergangenen Jahr S-Dressuren für sich entscheiden. Nachdem sie sich Mamas Neuzugang D’Avie einmal kurzerhand für ein Turnier ausgeliehen und auf Anhieb die 70 Prozent-Marke geknackt hatte, schloss Laura mit ihrer Mutter Marion einen Deal: Wenn sie es schaffen würde, für Marion ein ebenso tolles und leichtrittiges Pferd zu finden, könnte man darüber sprechen, dass Laura D’Avie ganz übernimmt. Gesagt, getan: Laura und Marion fanden quasi einen Zwillingsbruder zu D‘Avie, der D’Escalido getauft wurde.
Nachdem Laura und D’Avie mehr und mehr zusammenfanden, gewannen sie innerhalb von einem dreiviertel Jahr sechs S-Dressuren und erritten unzählige vordere Platzierungen. Auch das Ausleihen – diesmal wirklich nur vorrübergehend – von Marions D’Escalido schenkte ihr einen weiteren S-Sieg. Am Ende der Saison zahlte sich nunmehr auch das Warten darauf aus, dass Escalida erwachsen werden würde. Die erste gemeinsame S-Dressur konnte Laura mit ihrer „Elli“ mit 74 Prozent für sich entscheiden. Nach diesem Höhenflug kam dann jedoch ein traumatisches Ereignis. Voller Vorfreude und glücklich über die Nominierung zur Deutschen Amateur-Meisterschaft ging es mit D’Avie nach Münster-Handorf. Doch in der Nacht vor der ersten Wertungsprüfung verletzte sich ihr Pferd schwer in der Stallbox. Nach Wochen des Bangens endete diese Katastrophe mit einem Happy End: D’Avie ist wieder vollständig gesund und schenkte Laura Ende Februar dieses Jahres bei ihrem ersten gemeinsamen Start auf S***-Niveau auf Anhieb den Sieg.
Am 11. April 2026 wurde Laura auf dem Pferdehof Schnitzler in Jüchen das Goldene Reitabzeichen durch den Vizepräsidenten des Pferdesportverbandes Rheinland, Herrn Peter Lautz, verliehen. Ihr Dank gilt allen, die sie unterstützt haben, insbesondere ihren Eltern und ihrem Mann sowie dem gesamten Team Reisch, ohne die das alles nicht möglich gewesen wäre, und dem Reiterverein St. Johannes Waat e.V. für die hervorragend organisierte Verleihungsfeier.





