Hannah Busch und Crystal-Annabell auf dem Weg, ihren Vorjahres-Triumph in Strzegom zu wiederholen. Foto: FEI
Hannah Busch und Crystal-Annabell auf dem Weg, ihren Vorjahres-Triumph in Strzegom zu wiederholen. Foto: FEI

Strzegom: Hannah Busch ist U21-Europameisterin, Silber für Schreiber

Die Europameisterschaften der Junioren und Jungen Reiter in der Vielseitigkeit endeten mit einer Einzelgoldmedaille für Titelverteidigerin Hannah Busch und Silber für Pia Sophie Schreiber.

Seit 2022 sind Hannah Busch und ihre nun 14-jährige Hannoveraner Stute Crystal-Annabell ein Team. Vorher war die Canterbury-Tochter erst mit Ben Knaak, dann mit Rebecca-Juana Gerken im Ein- und Zwei-Sterne-Bereich unterwegs gewesen, zum Schluss auch zweimal auf Drei-Sterne-Niveau. Zwischen Hannah und Crystal-Annabell hat es offensichtlich sofort geklickt. Bereits die Saison 2022 beendeten sie mit einem zweiten Platz bei der CCI2*-S Prüfung in Bad Harzburg. 2023 machten sie auf Zwei-Sterne-Niveau weiter. 2024 holten sie Doppelgold bei den Europameisterschaften der Junioren, die als Zwei-Sterne-Langprüfung ausgetragen werden. 2025 war ihre erste CCI3*-Saison. Und nun sind sie auch hier Europameister.

Es war ein Start-Ziel-Sieg für die beiden, auch wenn sie Gebrauch machten von dem Springfehler Vorsprung, den sie nach dem gestrigen Cross hatten. In der Dressur hatten sie mit 29 Minuspunkten die Spitze übernommen. Im Gelände kamen lediglich 0,4 Zeitfehler hinzu. Mit 29,4 Minuspunkten gingen sie als letztes Paar heute in den Parcours, leisteten sich einen Abwurf, aber das konnte ihren Titel nicht gefährden. Mit 33,4 Minuspunkten wurden Hannah Busch und Crystal-Annabell zum zweiten Mal bestes Nachwuchspaar Europas in der Vielseitigkeit.

Der Ire Ben Connors und sein King Aragon, nach dem Gelände noch Zweite, rutschten nach 8,4 Strafpunkten im Parcours auf den zehnten Platz ab. Damit ging Silber an Frankreich Valentin Quittet Aslan, der mit seinem Casanova d’Ems die Nerven behielt und fehlerfrei aus dem Parcours kam. 33,7 Minuspunkte waren auch ihr Dressurergebnis gewesen, da noch Rang 13.

Über Bronze konnte sich die Niederländerin Sophie Weening mit Konan freuen. Auch die beiden beendeten mit ihrem Dressurergebnis von 35,3 Minuspunkten.

Mannschaftsgold Nummer eins für Frankreich

In der Mannschaftswertung blieb es bei Platz vier für Deutschland. Neben Hannah Busch zählten noch die Ergebnisse von Isabel Kristin Dalecki und Caruso JH, die ihrem Geländeergebnis von 83,3 Minuspunkten nach zwei Vorbeiläufern lediglich 0,4 Zeitfehler im Parcours hinzufügten, sowie von Isabella von Roeder und Bob. Die beiden sind eigentlich ein super erfahrenes Paar, hatten auch gestern eine tolle Geländerunde hingelegt. Doch heute erwischten sie einen rabenschwarzen Tag, hatten eine Verweigerung am ersten Hindernis und kamen nach weiteren drei Abwürfen mit 21,2 Minuspunkten aus dem Parcours. Damit kam Deutschland auf 172,4 Minuspunkte.

Den Titel holte Frankreich mit 121 Punkten vor Irland (123,4) und den Briten (130).

Silber für Schreiber

Spannender kann der Kampf um eine Medaille nicht sein wie der von Pia Sophie Schreiber mit ihrem Cliemann und dem Franzosen Matis Cogniet. Bis zum Schluss behielten die beiden ihre Dressurergebnisse von jeweils 29,4 Minuspunkten. Doch da Pia Sophie und ihr neunjähriger Hannoveraner Carridam-Sohn im Parcours einen Hauch schneller waren als Matis gewannen sie Silber und er mit seinem Vivendi Hero Bronze.

Den Titel sicherte sich die Britin Ella Howard im Sattel des Rousseau-Sohns Marchwood mit 28,1 Minuspunkten. Der Belgier Thijs Boon, der mit Gravin van Cantos nach dem Gelände kurz vor einem historischen Erfolg für sein Land gestanden hatte und heute der letzte war, der in den Parcours ging, verspielte seine Titelchance durch einen Abwurf.

Mannschaftsgold Nummer zwei für Frankreich

Was für ein Wochenende für den französischen Vielseitigkeitssport! Wie bei den Jungen Reitern ging auch bei den Junioren der Mannschaftssieg an die Tricolore. Nur 91,2 Minuspunkte hatten sie nach dem Springen auf dem Konto. Lediglich ein Zeitstrafpunkt war hinzugekommen.

Auch wenn es mit dem Einzeltitel nicht hatte sein sollen, Silber ist ein Riesenerfolg für die Belgier. Mit 114,2 Minuspunkten ließen sie die Spanier knapp hinter sich (114,9), für die Bronze allerdings ebenfalls ein sensationelles Ergebnis ist.

Auf Rang vier fanden sich die Italiener wieder (117,4). Die sonst medaillenverdächtigen Nationen Deutschland, England und Irland endeten auf den Plätzen fünf, sieben und acht. 119,4 Minuspunkte schlugen für das deutsche Team zu Buche. Bei Lena-Sophie Jankord und Coralie war eine Stange gefallen. Carl Voigt und Descansado waren fehlerfrei ins Ziel gekommen. Pia Schmid und Favorita V mussten sich ebenfalls vier Strafpunkte anrechnen lassen.

Das sagt der Bundestrainer

Gegenüber der FN resümierte Nachwuchsbundestrainer Frank Ostholt: „Gold und Silber waren ein toller Abschluss dieser Europameisterschaften. Beide, Hannah und Pia, haben hier eine herausragende und nervenstarke Leistung gezeigt. Hannahs Sieg im letzten Jahr war schon phänomenal und dass sie das so mit persönlichen Bestleistungen und auf den Punkt in der höheren Altersklasse wiederholen konnte, ist schon beachtlich. Ähnliches gilt für Pia, vor allem, wenn man bedenkt, dass sie erst in diesem Jahr vom Pony aufs Pferd umgestiegen ist und sich vor Kurzem noch den Arm gebrochen hatte.“

Auch ansonsten ist er nicht unzufrieden: „Generell hatten wir hier ein ganz tolles Team – Reiter, wie Eltern, Trainer und der ganze Tross – und eine tolle Stimmung, auch wenn wir unser Wunschergebnis nicht ganz erreicht haben. Sicher sind die Plätze vier und fünf mit dem Team am Podium vorbei, aber keine Katastrophe. Alle sind ordentlich geritten, haben ihr Bestes gegeben. Oft entscheidet eben ein Wimpernschlag, ob etwas gelingt oder nicht. Das geht auch den anderen Nationen so, wie wir gesehen haben. Sehr erfreulich finde ich auch: Wir hatten ganz viele Neue im Team, die hier viel gelernt haben, so dass ich sehr optimistisch in die Zukunft schaue.“

Alle Ergebnisse finden Sie hier.

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