Das Hamburger Derby ist insbesondere bekannt für eine der schwersten Springprüfungen der Welt. Der große Wall und Pulvermanns-Grab sind dabei eigentlich allen Pferdefreunden ein Begriff. Doch auch auf dem Dressurviereck wird den Zuschauern in Hamburg hochkarätiger Sport geboten.
Stallinternes Duell

Kenner der Dressurszene erwartete auf dem Dressurviereck in Hamburg ein spannendes stallinternes „Duell“ aus dem Hause Werth. Mit Blick auf die Weltmeisterschaften in Aachen sahen Experten Werths Nachwuchshoffnung Viva Gold in seiner ersten internationalen Grand Prix-Saison schon an Stallnachbarin Wendy de Fontaine, die Werth bei den letzten Olympischen Spielen und Europameisterschaften erfolgreich begleitete, vorbeiziehen. Es ist eher selten, dass zwei Pferde eines Reiters sich in den Prüfungen direkt miteinander messen. In Hamburg gingen Wendy und Viva Gold beide im CDI5* an den Start. Und besser hätte es für beide Pferde eigentlich nicht laufen können. Viva Gold legte mit 75,783 Prozent als zweiter Starter der Prüfung gut vor. Mit Einzelergebnissen bis zu 77 Prozent zeigte der Fuchs mit den gigantischen Piaffen, dass er mehr als bereit für das internationale Parkett ist. Natürlich fehlt es ihm an der ein oder anderen Stelle noch ein wenig an Sicherheit oder Kraft, aber insgesamt reift hier ein Pferd heran, welches auf Dauer keinen Vergleich scheuen muss. Wendy de Fontaine zeigte am Ende der Prüfung jedoch, dass sie sich die Spitzenposition im Stall nicht so einfach streitig machen lässt. Werth und die Stute hatten auf den letzten Turnieren immer wieder Probleme in den Einerwechseln. Um der Stute mehr Ruhe und Gelassenheit und sich selbst mehr Balance für diese Lektion zu geben wählte Isabell Werth in der Prüfung eine etwas unkonventionelle Herangehensweise: Sie ritt die Einerwechsel einhändig und lobte Wendy bei jedem Wechsel. Das neue Konzept ging voll auf. 81,043 Prozent bedeuteten den deutlichen Sieg in dieser Prüfung.

Im Grand Prix Spezial ritt Isabell Werth mit Wendy dann erneut an die Spitze des Feldes. Das Paar knackte wieder die 80-Prozentmarke und ließ der Konkurrenz mit 80,021 Prozent keine Chance. Mit über fünf Prozent Abstand führten Isabell Werth und die Sezuan-Tochter die Siegerehrung am Ende an. Für Nachwuchsstar Viva Gold stand in Hamburg dann sein erster Einsatz in einer Kür an. Die Musik wurde zwar erst kurz vorher fertig, der sympathische Fuchs tanzte aber durchs Viereck, als hätte er schon große Erfahrung in diesem Metier. Werth ist bekannt dafür ihre Küren mit Höchstschwierigkeiten zu versehen und auch in Viva Golds Kür folgten zahlreiche schwierige Lektionsfolgen aufeinander. Der Hengst machte seine Sache mehr als gut und beendete die Prüfung mit überragenden 84,365 Prozent und dem Sieg. Und damit gingen der Derby-Sieg und das „Blaue Band“ an Isabell Werth und Viva Gold. Zum ersten Mal fand das Dressur-Derby übrigens ohne Pferdewechsel statt.
Lord Europe gut unterwegs

Der im Rheinland geborene Lord Europe konnte sich unter dem Sattel von Leonie Richter schon im vergangenen Jahr erfolgreich präsentieren. In diesem Jahr ging er zum ersten Mal in einem CDI5* an den Start. Mit 70,13 Prozent konnte das Paar sich an sechster Stelle platzieren. Im Grand Prix Spezial sicherte sich der Bewegungsstarke Lord Leatherdale-Sohn aus der Zucht von Werner und Heike Pleines dann mit 70,553 Prozent Rang drei.
Nachwuchs-Grand-Prix Pferde aus Rheinberg
In der Qualifikation für den Louisdor-Preis sorgte im vergangenen Jahr Viva Gold unter Isabell Werth in Hamburg für Aufsehen. In diesem Jahr präsentierten Werths Bereiter Lisa Wenitznig und Niklaas Feilzer die Grand Prix Nachwuchshoffnungen aus Rheinberg. Die Einlaufprüfung konnte Lisa Wernitznig gemeinsam mit Majestic Taonga gewinnen. 70,29 Prozent lautete des Ergebnis für den kapitalen neunjährigen Hengst. Auf Rang neun in dieser Prüfung folgten ihre Stallnachbarn Valdiviani und Niklaas Feilzer. Der bewegungsstarke Braune ging unter Isabell Werth bereits erfolgreich bei den Weltmeisterschaften der jungen Dressurpferde an den Start. In den Prüfungen mit Piaffe und Passage stellt ihn nun deren Bereiter Niklaas Feilzer vor.
In der Qualifikationsprüfung für den Louisdor-Preis mussten Lisa Wenitznig und Majestic Taonga sich dann nur Dorothee Schneider geschlagen geben. Sie erzielten 71,383 Prozent und konnten sich damit an zweiter Stelle platzieren.





