Für sechsjährige Springpferde wird der Weg zu den Al Shira’aa Bundeschampionaten künftig flexibler gestaltet. Ab 2026 reicht nicht mehr ausschließlich eine hohe Wertnote in den klassischen Qualifikationsprüfungen aus – erstmals können sich Pferde auch über sportliche Erfolge in höheren Springprüfungen für Warendorf empfehlen.
Bislang war eine Endnote von mindestens 8,0 in einer offiziellen Qualifikationsprüfung, gemäß Zuchtverbandsordnung (ZVO) und Leistungs-Prüfungs-Ordnung (LPO) § 16.6, Liste I, Voraussetzung für die Startberechtigung. Diese Regelung bleibt weiterhin bestehen. Ergänzend dazu wurde nun jedoch ein zweiter Qualifikationsweg geschaffen: Wer bis zum Nennungsschluss eine Platzierung in einer Springprüfung der Klasse M** über 135 Zentimeter oder in einer internationalen Prüfung derselben Höhe nachweisen kann, erhält ebenfalls die Möglichkeit zur Teilnahme.

Hintergrund der Entscheidung ist die Entwicklung im internationalen Youngster-Sport. Viele sechsjährige Pferde werden inzwischen regelmäßig auf internationalen Turnieren vorgestellt, wodurch Überschneidungen mit nationalen Qualifikationsterminen entstehen. Mit der neuen Regelung möchte Pferdesport Deutschland insbesondere diesen Reitern entgegenkommen und zusätzliche Planungssicherheit schaffen.
Eine Auswertung der Saison 2025 hatte gezeigt, dass bereits zahlreiche sechsjährige Deutsche Reitpferde erfolgreich auf 135-Zentimeter-Niveau unterwegs waren. Insgesamt erreichten 83 Pferde entsprechende Platzierungen, ein Großteil davon erfüllte zusätzlich auch die bisherige Qualifikation über die Wertnote 8,0.
Mehr Planungssicherheit für die Reiter
Unverändert bleibt dagegen das Format des Bundeschampionats selbst. Die Qualifikationsprüfungen werden weiterhin über das Richtverfahren 363,1a mit Wertnoten entschieden. Auch die bisherige Regelung zu den zusätzlichen Finalplätzen bleibt bestehen: Pferde, die beide Qualifikationen fehlerfrei absolvieren, sich aber nicht direkt über die Note qualifizieren, können weiterhin einen zusätzlichen Finalplatz erhalten.




