
Vom 8. bis 10. Mai war es wieder so weit: Der Preis der Besten lockte die derzeitigen Nachwuchsstars aus den Disziplinen Dressur, Springen und Voltigieren nach Warendorf. In ihren jeweiligen Altersklassen traten sie gegeneinander an, um, pünktlich zu Beginn der Freiluftsaison, ein Ausrufezeichen im Hinblick auf kommende Championate zu setzen. Mit insgesamt sieben Medaillen – dreimal Gold, einmal Silber und dreimal Bronze – gelang das den rheinischen Teilnehmern besonders gut.
Das gute Abschneiden der Reit- und Voltigiersportler aus dem Landesverband Rheinland hat dabei fast schon ebenso viel Tradition wie das Turnier selbst. Seit vielen Jahren erweist sich der Preis der Besten, der neben den Jugendmeisterschaften zu den bedeutendsten Nachwuchsveranstaltungen in Deutschland zählt, als wahre Talentschmiede. Für viele Reiterinnen und Reiter beginnt genau hier der Weg in den internationalen Sport. Umso schöner, dass kaum ein Jahr ohne die erfolgreiche Beteiligung der rheinischen Reitsportjugend über die Bühne geht. Auch 2026 machten altersklassen- und disziplinübergreifend zahlreiche Talente auf sich aufmerksam und nutzten die Chance, sich bei den Bundestrainern für höhere Aufgaben zu empfehlen.
Golden Girls in der Dressur
Bei den Pony-Dressurreitern sicherte sich Leni-Sophie Gosmann die Goldmedaille im Sattel von Diamantini EA WE. Das für den Reitverein Lippe-Bruch-Gahlen startende Paar feierte schon in der ersten Wertungsprüfung auf L**-Niveau einen Auftakt nach Maß. Mit 76,128 Prozent hielten die beiden die Konkurrenz auf Abstand, wobei alle Richter das Paar einstimmig auf Platz eins sahen. Auch tags darauf konnten der zehnjährige Diamond Touch NRW-Nachkomme und seine Reiterin an ihre gute Leistung anknüpfen und sich mit 75,561 Prozent auf dem zweiten Rang platzieren. Das Endergebnis von 151,689 Prozentpunkten verhalf dem rheinischen Dreamteam somit zum wohlverdienten Sieg. An achter Stelle in der Gesamtwertung der Ponydressur reihte sich mit Victoria Winkmann zudem eine weitere Rheinländerin ein. Im Sattel ihrer 2011 geborenen, von Pilatus abstammenden Stute Peach beendete die Reiterin vom Reitverein Blücher Sevelen die erste Wertung noch auf Platz zwölf (69,436 Prozent), konnte sich dann aber deutlich steigern und die zweite Wertung auf Rang vier abschließen (71,732 Prozent).


Für die zweite Goldmedaille sorgte Julie Sofie Schmitz-Heinen bei den Jungen Reitern. Die Reiterin vom Reit- und Fahrverein Dhünn ließ während des gesamten Turnierverlaufs keinen Zweifel an ihrer momentanen Topform aufkommen. Mit Attractive, ihrem neun Jahre jungen Wallach aus der Hannoveraner Zucht, siegte sie souverän in den beiden auf S-Niveau ausgetragenen Wertungsprüfungen. 74,026 und 76,184 Prozent waren von der Konkurrenz nicht zu schlagen, und das Paar setzte sich schließlich mit 150,210 und mehr als vier Prozentpunkten Abstand an die Spitze der Gesamtwertung. Zudem war Julia Eva Henrich in der Altersklasse U21 erfolgreich unterwegs. Am Start für den Neuss-Grefrather Reitclub 1983, sicherte sie sich die Bronzemedaille. Sie hatte die 14-jährige Hannoveranerstute For Sunshine, abstammend von Floriscount, mit nach Warendorf gebracht. Die beiden zeigten in beiden Wertungsprüfungen konstant gute Leistungen und wurden mit jeweils 71,658 beziehungsweise 71,684 Prozent Dritte. Somit war ihnen auch in der Endabrechnung der dritte Platz nicht streitig zu machen, den sie mit 143,342 Prozentpunkten belegten.

Bei den jüngsten Reitern, in der Altersklasse der Children, ging das Rheinland ebenfalls nicht leer aus. Hier freute sich Anna Schmieder im Sattel von Freispiel über zwei gelungene Runden auf L-Niveau und die verdiente Silbermedaille. Unter seiner für die Reitgemeinschaft Buchholzhof-Mülheim 2006 startenden Reiterin trabte der 2011 geborene Feuerspiel-Nachkomme zu 77,550 Prozent und Platz zwei in der ersten Wertung. Und auch tags darauf wurde es mit 77,574 Prozent der zweite Rang. Insgesamt erzielten die beiden somit 155,124 Prozentpunkte. Neben Anna Schmieder schaffte es auch ihre Teamkollegin Sissi Kong unter die Top Ten in der Gesamtwertung der U14-Talente. Die Nachwuchsreiterin vom RFV Hubertus Anrath-Neersen hatte Don Divertido, einen sieben Jahre jungen Westfalen von Don Martillo, unter dem Sattel. Gemeinsam platzierten sie sich in der ersten Prüfung auf Rang fünf mit 76,525 Prozent und in der zweiten Prüfung auf Rang neun mit 72,578 Prozent. Ihr Gesamtergebnis belief sich auf 149,104 Prozentpunkte, das bedeutete Platz sechs. Einen weiteren zehnten Platz gab es zudem für Carlotta Wittmann und Harlem D, ihren 2012 geborenen Vivaldi-Nachkommen, in der ersten Children-Wertung. Das für den Neuss-Grefrather Reitclub 1983 startende Paar trabte hier zu 74,900 Prozent.
Ebenfalls auf dem sechsten Rang der Gesamtwertung sortierte sich unterdessen Hannah Schmitz bei den Junioren ein, die ihr Können auf M**-Niveau unter Beweis stellen mussten. Die erste Wertung beendete die für den Reitverein Kaldenkirchen 1929 startende Reiterin mit 69,973 Prozent an sechster Stelle, tags darauf verpasste sie mit 69,737 Prozent die Platzierung nur knapp und wurde Siebte. Mit ihrer vierbeinigen Sportpartnerin, der elfjährigen, rheinisch gezogenen Rock Forever-Tochter Moosbend’s Rockadera, erzielte sie insgesamt 139,710 Prozentpunkte.
Bronze bei den Spring-Junioren

Das Bestergebnis im Parcours brachte Lennard Tillmann in der Altersklasse der Junioren mit nach Hause. Mit Veltiner, einem 13-jährigen Wallach aus der bayrischen Zucht, und Quiz Gigant, einem achtjährigen, belgisch abstammenden Wallach, brachte er gleich zwei Pferde bei den U18-Reitern an den Start – und das hocherfolgreich. Im Sattel des Quabri de L’Isle-Nachkommen Quiz Gigant entschied der junge Rheinländer sogleich die erste Wertungsprüfung mit einer Hindernishöhe von 1,40 Metern für sich. In dieser Zeitspringprüfung der Klasse S kam das Paar ohne Fehler in der schnellsten Zeit von 70,55 Sekunden ins Ziel. Mit Veltiner wurde der Reiter vom Reitclub Gut Neuhaus Grevenbroich zudem Achter, nachdem er fehlerfrei nach 73,73 Sekunden die Ziellinie überquerte. In der zweiten Wertungsprüfung wurden die Anforderungen dann noch einmal hochgeschraubt: Hier hatten die Teilnehmer einen S**-Parcours über 1,45 Meter Hindernishöhe mit zwei Umläufen zu absolvieren. Mit nur einem Strafpunkt und einer Zeit von 81,86 Sekunden setzten sich Lennard Tillmann und der Van Helsing-Nachkomme Veltiner in dieser Wertung an sechste Stelle. Ihre guten Platzierungen in den beiden ebenso anspruchsvollen wie stark besetzten Prüfungen reichten den beiden schließlich zu 128 Punkten und damit der Bronzemedaille. Und auch, wenn das zweite Pferd in der Endabrechnung nicht gewertet wird, wäre Lennard Tillmann mit Quiz Gigant ebenfalls ganz vorne dabei gewesen – und zwar auf dem fünften Platz.
Auch Hannah Blandfort stellte in Warendorf ihre Form unter Beweis. Die für den Reitverein Gut Hochfeld startende Reiterin hatte Tara Levista, eine zehn Jahre alte, westfälische Tochter des Tangelo van de Zuuthoeve, unter dem Sattel. Das Paar sicherte sich in der ersten Wertung der Junioren den vierten Rang und kam mit weißer Weste in 72,28 Sekunden ins Ziel. In der zweiten Wertung mussten die beiden dann zwar neun Strafpunkte bei einer Zeit von 80,47 Sekunden in Kauf nehmen, konnten sich damit aber dennoch im vorderen Drittel platzieren. Ihr Gesamtergebnis von 114 Punkten verhalf Hannah Blandfort schlussendlich zum siebten Platz im Juniorenlager. In diesem ging auch Johanna Hell ins Rennen um die Medaillen an den Start. Die Reiterin von der Reitsportgemeinschaft Niederrhein lieferte im Sattel von Design du mas Garnier einen starken Auftritt im zweiten Wertungsspringen ab. Sie kam mit null Strafpunkten aus beiden Umläufen, die Zeit von 79,56 Sekunden sicherte ihr den dritten Platz auf dem Siegertreppchen.
Bei den Pony-Springreitern fand sich außerdem Mia Tappe auf dem zehnten Rang in der Gesamtwertung wieder. Diese junge Reiterin vertrat den Reitsportverein Oberhausen-Königshardt 05 im Parcours zusammen mit ihrer zehnjährigen Reitponystute Dolly Jumper H. Die beiden wurden jeweils Zwölfte in den Wertungen der Klasse M beziehungsweise M** über 1,25 und 1,30 Meter und erzielten insgesamt 32,5 Punkte. Und auch im Klassement der Jungen Reiter war das Rheinland vertreten, nämlich durch Victoria Theresia Joosten und ihren zwölfjährigen Westfalen Atlantis. Das für den Reit- und Fahrverein St.Georg Haldern 1926 startende Paar absolvierte die erste Wertung dieser Altersklasse, ein Zeitspringen auf S**-Level über 1,45 Meter, auf dem zehnten Platz. Es blieb fehlerfrei in einer Zeit von 78,78 Sekunden.
Voltigierer auf Medaillenkurs


Die dritte Goldmedaille beim Preis der Besten 2026 errang der Voltigierverein Köln-Dünnwald bei den Junior-Gruppen im Voltigieren. In der Pflicht legten Jana Düllmann, Lina Altindagoglu, Evamarie Groner, Antonia Paulick, Mira Lehnen und Mona Mertens, die zusammen das Juniorteam I des Kölner Erfolgsvereins bilden, mit 6,906 Notenpunkten und dem zweiten Platz schon gut vor. Auch in der ersten Kür platzierte sich die Gruppe, die auf dem Rücken des 2009 geborenen Wallachs Calidor voltigierte, mit 8,082 Notenpunkten an zweitbester Stelle. In der zweiten Kür am Finaltag trumpften die rheinischen Athletinnen unter der Leitung von Longenführerin Ines Nawroth dann noch einmal richtig auf und setzten sich mit 8,163 Punkten deutlich an die Spitze dieser Prüfung. Damit katapultierte sich der Voltigierverein Köln-Dünnwald auch in der Gesamtwertung nach ganz oben: 7,829 Punkte bedeuteten den Sieg.
In der Riege der Junior-Herren tat sich mit Jasmeet Vogt zudem ein Voltigierer vom Reit- und Voltigierverein Equus auf dem Bronzerang hervor. Mit seinem 13 Jahre alten Wallach namens Iggy, longiert von Christina Ender,konnte er sich im Turnierverlauf kontinuierlich steigern und die drei Wertungsprüfungen an fünfter (6,851 Punkte), vierter (7,033 Punkte) und dritter Stelle (7,089 Punkte) beenden. Er sortierte sich also mit 7,016 Gesamtpunkten auf dem Treppchen ein. Nicht zuletzt belegte Elias Hartenstein den zehnten Rang in der Gesamtwertung der Children. Nach einem gelungenen Start in der Pflicht, die der Nachwuchsvoltigierer mit 7,213 Notenpunkten auf Platz sechs abschloss, fiel er in der Kür leider auf 5,793 Notenpunkte und den zwölften Platz zurück. Nichtsdestotrotz reichte es mit 6,503 Gesamtpunkten am Ende für die Top Ten für Elias Hartenstein vom Reitsportverein Neuss-Grimlinghausen, den 16-jährigen Wallach Calypso und seine Longenführerin Stefanie Eggink. Bei den Junior-Damen vertrat darüber hinaus seine Vereinskollegin Lina Hofmeyer die rheinische Flagge.Ebenfalls mit Calypso und Stefanie Eggink am Start, wurde sie Zehnte in der zweiten Kür mit 7,235 Punkten.




