
Er begann seine Karriere mit einem Paukenschlag als Preisspitze des Hannoveraner Hengstmarkts. Dann war es jahrelang eher ruhig um den bunten Fuchshengst Sky vom Gut Schönweide. Beim Bundeschampionat in Warendorf meldete er sich mit seiner neuen Reiterin Ann-Kathrin Lachemann zurück. Und wie!
Seit Anfang des Jahres ist die gebürtige Baden-Württembergerin Ann-Kathrin Lachemann beim Gut Schönweide in Schleswig-Holstein tätig. Seither hat sie den Hannoveraner Hengst Sky v. Sezuan-Sir Donnerhall (Z.: Gestüt Neff/Sandra Grede) unter dem Sattel. Eine Passeranpaarung, könnte man sagen. Schon in der Qualifikation des Bundeschampionats der siebenjährigen Dressurpferde, wo die beiden Rang drei belegt hatten, stellt sie den Hengst mit viel Energie, aber gleichzeitig natürlich locker und schon sehr lektionssicher vor. Heute war die Vorstellung noch eine Schippe besser.
Lachemann präsentierte den Hengst in sehr schöner Anlehnung, energisch ab- und durchfußend mit Zug nach vorne, ohne zu eilen, dabei stets losgelassen. Vielleicht hätte man sich in der Galopptour noch etwas mehr Versammlung gewünscht für die Klasse S, die ja bei den Siebenjährigen gefragt ist. Aber in den Pirouetten zeigte Sky, dass er durchaus bereit und in der Lage ist, Last aufzunehmen. Ein weiteres Highlight: die schnurgeraden und locker durch den Körper gesprungenen fliegenden Wechsel, einzeln und in Serie.
Als Lachemann zum zweiten Mal grüßte, explodierten die Zuschauer. So viel Applaus hat man auch beim Bundeschampionat nicht alle Tage. Und Sky? Der ging Schritt am hingegebenen Zügel und blickte ins Publikum als wüsste er ganz genau, dass das sein Applaus war. Er sah hoch zufrieden mit sich und der Welt aus. Dazu hatte er allen Grund. Die Richter kamen aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus, lobten unter anderem die Durchlässigkeit mit den Worten: „Da ist die Skala der Ausbildung auf sehr hohem Niveau ausgeschöpft, 9,0“. Für den Trab gaben sie eine 9,2, für den Galopp die 9,5, im Schritt 7,8 und für die Perspektive 9,3. Im Bereich Potenzial kam die Richtergruppe bei E an der langen Seite so auf 89,6 Prozent. Die technische Bewertung der Richter bei C lautete 77,273 Prozent. Machten 83,437 Prozent für den neuen Champion – einen, wie man ihn auch in Warendorf nicht alle Tage sieht.
Die weiteren Medaillen
Dieses Finale war ein gutes Beispiel dafür wie unterschiedlich Pferde sind und dass sie doch alle auf ihre Weise überzeugen können. Die Silbermedaille ging an die filigrane, leichtfüßige Westfalenstute Fides v. Fürstenball, die wie Sky eine Sir Donnerhall-Mutter hat (Z.: Bernhard Faltmann-Austerschulte, B.: Susanne Schmitz). Claire-Louise Averkorn stellte die elegante Braune vor. Die beiden haben insbesondere in der Galopptour gepunktet. In der Trabtour hätte man sich noch etwas mehr Energie aus der Hinterhand gewünscht. „Bedeutend war das Vorstellen, aber auch die Arbeitsbereitschaft“, kommentierten die Richter ihre 9,2 in der Durchlässigkeit. 87,20 Prozent gab es bei E, 73,485 Prozent bei C. Machte 80,343 Prozent in Summe, die Silbermedaille und ebenfalls einen Riesenapplaus.
Ganz knapp geschlagen geben mussten sich mit 80,306 Prozent die Sieger der Qualifikation, der ebenfalls beim Westfälischen Pferdestammbuch registrierte Stromberg v. Secret-Sunday (Z.: Rieke Hölscher, B.: Nadine Brosswitz) unter Carina Scholz. „Das ist das, was wir sehen wollen“, leiteten die Richter ihren Kommentar ein. Der Rappe gefiel mit seinem erhabenen Traben mit viel Kadenz, dabei immer geschmeidig durch den Körper – außer, wenn Seitengänge nach rechts gefragt waren. Die gelangen noch nicht ganz so gut wie die nach links. Im Schritt verlor er vor den Pirouetten den klaren Viertakt (7,6). Pirouetten und Serienwechsel gehörten zu den Highlights der Prüfung. 84,40 Prozent gaben die Richter bei C, 76,212 Prozent lautete die technische Bewertung der Prüfung.
Rang fünf für Sophie Jamar
Bestes rheinisches Paar waren die in Krefeld bei Familie Frenzen stationierte Belgierin Sophie Jamar und ihr Oldenburger Wallach Flimmerglimmer v. Fürstenball-Sandro Hit (Z.: Silke Gethmann, B.: Marcus Beckmanns). In der Trabtour war der Schwarzbraune nicht wirklich stabil vor den treibenden Hilfen und machte sich immer wieder eng. Das wurde in der Galopptour viel besser, so dass sich am Ende 81,20 Prozent für die Qualität und 72,273 Prozent in Sachen technische Ausführung zu einem Ergebnis von 76,737 Prozent und einem tollen Rang fünf summierten.
Nicht mehr unter den Platzierten waren auf Rang zwölf Stefanie Wittmann und die Bundeschampionesse von vor zwei Jahren, die Hannoveraner Stute Happy Days de Fonterabeti v. Valverde-Wup (Z.: Soc. Agricola Allevamento Fonteabeti, B.: Lilly Marie Collin) mit 72,224 Prozent (69,848/74,60).





