
Am Montag Abend kam die Nachricht, dass Michael Jungs dreifacher Olympiasieger, Welt- und Europameister Sam mit 26 Jahren gestorben ist. Wie großartig dieses Pferd war, zeigt die Auswertung von EquiRatings, wo man sich beim Rückblick auf die Karriere im Wesentlichen auf Zahlen beschränkt hat.
Die Auswertung beweist, dass es in der Tat nie ein größeres Vielseitigkeitspferd gegeben hat als diesen 1,62 Meter kleinen Württemberger Stan the Man xx-Sohn, der zusammen mit Michael Jung ein tatsächlich fast unschlagbares Team bildete. Basis für den Erfolg war die Partnerschaft von Jung und Sam, die im Viereck noch ein bisschen mehr Genauigkeit, noch größere Harmonie ermöglichte, mit der sie im Gelände immer auf der Ideallinie unterwegs waren und die dazu führte, dass Sam auch im Parcours genau wusste, wann es wirklich drauf ankommt und dann geliefert hat. Die Statistik beweist es.
Elo-König
Ähnlich wie bei der Zuchtwertschätzung von Hengsten analysiert EquiRatings den sogenannten Elo Wert von Sportpferden anhand verschiedener Eckdaten. Dazu gehören natürlich Platzierungen, aber auch Dressurergebnisse, Geländezeiten, Anzahl der Hindernisfehler im Gelände, Abwürfe im Springen, Konstanz der Leistungen usw. Sams Wert ist bei weitem der Höchste seit Beginn der Auswertung im Jahr 2008: 973.
Dass hier nicht nur der Wert der Pferde, sondern der Wert des Reiter-Pferd-Paares berechnet wird, liegt in der Natur der Sache, wird aber noch dadurch herausgestrichen, dass der zweithöchste Wert (933) von einem Stallkollegen Sams kommt: Chipmunk, Jungs Olympiasieger von 2024. Drittbester ist Ingrid Klimkes Hale Bob mit 913.
Die meisten Fünf-Sterne-Siege
Es gibt auch kein Pferd, das häufiger bei Fünf- bzw. damals noch Vier-Sterne-Turnieren die Ehrenrunde angeführt hat – wobei Weltmeisterschaften und Olympische Spiele hier mit berücksichtigt werden. Sam hat sechs Siege der höchsten Kategorie auf seinem Konto. Das sind zwei mehr als Oliver Townends Ballaghmor Class und auch Ros Centers Lordships Graffalo. Und als der Vollblüter Willingaparks Clifford, der unter der Australierin Hazel Shannon viermal die große Vielseitigkeit in Adelaide gewinnen konnte, außerhalb Australiens jedoch bei drei Starts in Badminton, Pau und Kentucky zweimal nicht beendete und in Kentucky Rang 26 belegte.
Alle drei Championatstitel
Sam ist bis heute das erste und einzige Pferd, das je alle drei großen Championatstitel zur gleichen Zeit hielt – Olympiasieger, Welt- und Europameister. Mehr noch, er erreichte alle drei Siege mit seinem Dressurergebnis. Und von seinen sechs Fünf-Sterne-Erfolgen hat er fünf mit den Dressurpunkten beendet. Sein durchschnittliches Ergebnis für alle drei Phasen lag bei 23,8 Minuspunkten, hat EquiRatings errechnet. Beinahe unglaublich, aber Zahlen lügen nicht.
Insgesamt war Sam in 62 CCIs am Start, 24 davon hat er gewonnen, 18 auf Vier- und Fünf-Sterne-Niveau. Auch damit steht er allein auf weiter Flur.
Kurz, Sam war nicht einer der größten, er war der größte. Zusammen mit seinem Reiter.





