Jessica von Bredow-Werndl und Got it BB in Balve 2025. Foto: Sportfotos-lafrentz.de
Jessica von Bredow-Werndl und Got it BB in Balve 2025. Foto: Sportfotos-lafrentz.de

Jessica von Bredow-Werndls Got it BB gewinnt Louisdor-Quali

Jessica von Bredow-Werndl und Got it BB in Balve 2025. Foto: Sportfotos-lafrentz.de
Jessica von Bredow-Werndl und Got it BB in Balve 2025. Foto: Sportfotos-lafrentz.de

Auf dem Gestüt Birkhof im baden-württembergischen Donzdorf fand am vergangenen Wochenende eine weitere Station des Louisdor-Preises 2025 statt, der wichtigsten Serie für Nachwuchs-Grand Prix-Pferde in Deutschland. Zwei Tickets wurden vergeben, eines davon ging an Jessica von Bredow-Werndls Nachwuchshoffnung Got It BB.

Mit einer sicheren und weitgehend fehlerfreien Prüfung kamen Jessica von Bredow-Werndl und Got it BB auf 74,085 Prozent. Das genügte locker, um das bis dato führende Paar Helen Langehanenberg und DSP Danny Cool auf Rang zwei zu verweisen. Nachdem Langehanenberg einmal falsch abgebogen war, waren es hier 71,489 Prozent geworden. Damit sind auch sie beim Finale des Louisdor-Preises 2025 dabei.

Jessica von Bredow-Werndl war sichtlich darauf bedacht, ihrem zehnjährigen dänischen Grand Galaxy Win-Sohn aus der Zucht ihres Trainers Morten Thomsen vor allem Sicherheit zu geben. Die erste Trabverstärkung ritt die vierfache Olympiasiegerin noch sehr konservativ. Die Piaffe-Passage-Tour war sicher im Takt und geschmeidig in den Übergängen, jedoch wünschte man sich auf Dauer noch etwas mehr „Aushalten“ der Schwebephase in der Passage. Die Traversalverschiebungen im Trab gelangen nach links etwas geschmeidiger als nach rechts. Im starken Schritt brauchte Got it BB zunächst ein paar Meter, bis er sich wirklich reell an die Hand herandehnte. Die erste Pirouette war sehr zentriert und ausbalanciert, die zweite geriet etwas größer. Die Zweierwechsel waren noch leicht schwankend, die Einer viel besser und sicher, losgelassen durchgesprungen.

„Er hat heute von Anfang an wieder mehr geatmet“, beschrieb Jessica von Bredow-Werndl im Anschluss an die Aufgabe ihr Reitgefühl und spielte damit auf die Einlaufprüfung an, die sie zwar auch gewonnen hatten, wo Got it BB aber noch deutlich angespannter gewesen war. Der Wallach könne alles, ist Jessica von Bredow-Werndl überzeugt. Aber es in der Prüfung abrufen zu können, sei nicht immer ganz einfach. „Es ist immer wieder eine Herausforderung mit den Pferden, dass man ihnen überall, wo man ist, Sicherheit gibt.“

Der Fünf-Sterne- und Olympia-Richter Henning Lehrmann kommentierte die Ritte im Anschluss und lobte im Fall des Siegerspaars: „Das sah schon sehr ausgereift aus, sehr präzise.“ Und: „Was uns sehr gut gefallen hat, die Reiterin hatte das Pferd immer sehr gut vor sich.“

Ticket Nummer zwei an Danny Cool

Der zweite Louisdor Preis-Finalist kennt die Frankfurter Festhalle bereits. 2023 war Danny Cool Dritter im Finale des Nürnberger Burg-Pokals gewesen, schon damals mit Helen Langehanenberg im Sattel. Nun kehrt er zurück nach Frankfurt. Auf dem Birkhof zeigte der hochgewachsenene Danciano-Sohn sich gewohnt schwungvoll und elastisch mit großem Raumgriff und viel Talent für Piaf und Passage, leider aber auch häufig eng und kurz im Hals.

Richter Henning Lehrmann hob insbesondere die zentrierten und rhythmischen Pirouetten hervor sowie den starken Schritt. Etwas mehr Versammlung im Galopp würde er sich noch wünschen.

Helen Langehanenberg strahlte, als sie vom Pferd stieg. „Ich bin total happy! Ich war so glücklich, weil er bei mir war und das was er kann gemacht hat und fokussiert war, dass ich wohl einen Moment zu glücklich war“, erklärte sie leicht zerknirscht ihre kurzfristigen Navigationsprobleme im Viereck. Aber was Danny Cool angeht, ist sie nur positiv. „Ich war einen Moment wohl zu glücklich. „Ich finde, dass dieses Pferd keine Schwächen hat. Das einzige, was fehlt, sind Kraft und Routine.“ Seit seinem Auftritt im Burg-Pokal Finale sind eineinhalb Jahre vergangen. Diese Zeit habe er gebraucht, um zu reifen, sagt Langehanenberg: „Er ist natürlich riesig. Ich finde auch manchmal, er sieht noch gar nicht aus, wie zehn.“ Dementsprechend ist die Entwicklung des Rappen auch noch längst nicht abgeschlossen.

Platz drei ins Rheinland

Auch dem mit 71,234 Prozent drittplatzierten Pferd ist die Frankfurter Festhalle bereits bestens bekannt. Der zehnjährige Rheinländer Escolar’s Emil v. Escolar-Contender aus der Zucht von Antonius Schulze-Averdiek war hier 2024 mit seinem Ausbilder Thomas Wagner Fünfter im Finale. Dass er auf dem besten Weg ist, ein wirklich gutes Grand Prix-Pferd zu werden, zeigte der kalibrige Braune auf dem Birkhof. Ein Angaloppieren im ersten starken Trab mag ihn die sechs Punkte gekostet haben, die zu Platz zwei fehlten. Auch das Wiehern im starken Schritt dürfte Punkte gekostet haben. Aber dem gegenüber standen viele Highlights. Neben den drei sehr guten Grundgangarten bringt Escolar’s Emil Talent für sämtliche Lektionen des Grand Prix mit. „Tolles Grand Prix-Pferd, der wirklich bereit ist, Last aufzunehmen“, lautete denn auch das Fazit von Henning Lehrmann.

Burg-Pokal Finale für Rod Laver

Nicht nur auf dem Birkhof wurden letztes Wochenende Fahrkarten nach Frankfurt vergeben. Auch in Elmlohe ging es um einen Finalplatz in der Festhalle, diesmal für den Nürnberger Burg-Pokal. Den sicherte sich der Hannoveraner Hengst Rod Laver v. Rock Forever-Fidertanz mit Hannah Laser im Sattel. Mit 74,805 Prozent holte sich der neunjährige Braune den Sieg in dem Prix St. Georges Special und damit die Finalqualifikation für den Burg-Pokal 2025.

Achtjährig sind die beiden zweit- bzw. drittplatzierten Stuten. Die zweithöchste Bewertung erzielte mit 73,195 Prozent die Bon Coeur-Tochter Bayside AK unter Juliane Brunkhorst. Dahinter reihte sich die achtjährige Bundeschampionatszweite des Vorjahres, Frieda NRW v. For Dance, mit Greta Busacker ein. 73,073 Prozent waren es hier.

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