
Eines der Springsport-Highlights am Wochenende war die Weltcup-Etappe in La Coruña. Dort, wo Richard Vogel im Sommer Europameister wurde, gewann der Niederländer Willem Greve sein zweites Weltcup-Springen in Folge. Das, und mehr Springsport-News vom Wochenende.
Greve grandios in Form
Bereits in Stuttgart waren Willem Greve (NED) und seine zehnjährige Vigo d’Arsouilles-Tochter Pretty Woman van’t Paradijs das Maß der Dinge. Dieses Wochenende demonstrierten sie in A Coruña, dass der German Masters-Erfolg alles andere als Zufall war. Als drittes Paar im Stechen lieferten sie mit ihren 42,76 Sekunden eine Zeit, die nicht nur schneller war, als die der beiden Paare davor, sondern die auch die vier noch folgenden Duos in Versuchung führte, zu viel zu riskieren.
Am Ende war es die Nummer 330 der Weltrangliste, die Norwegerin Oda Charlotte Lyngvaer auf Carabella vd Neyen Z, die am dichtesten dran blieb an Greves Top-Zeit und Zweite wurde. Dieses Paar hatte das Stechen eröffnet und eine saubere 44,70 Prozent-Runde hingelegt. Nach ihnen waren Simon Delestre und Golden Boy an der Reihe. Mit dem erst neunjährigen Diamant de Semilly-Sohn setzte auch der Franzose – sonst eher nicht dafür bekannt, sich zurückzuhalten – auf Sicherheit und konnte sich freuen, dass seine 45,16 Sekunden für Platz drei reichten.
Zu jenen, die vergeblich versuchten, die Zeit von Greve zu unterbieten, gehörte Philipp Schulze Topphoff mit seiner Comme il faut-Tochter Carla NRW. Schulze Topphoff hatte diese Prüfung 2021 gewonnen. Und er war auch tatsächlich deutlich schneller als der Sieger mit seinen 41,24 Sekunde, bezahlte seinen Mut zum Risiko aber mit einem Abwurf. Am Ende wurde er damit Fünfter.
Für einen weiteren deutschen Erfolg hatte tags zuvor Christian Ahlmann im Großen Preis gesorgt. Während Pieter Devos und Jarina J den Sieg nach Belgien holten und Robert Whitaker sich mit Vermento über Rang zwei freuen konnte, belegte Ahlmann auf der Conrad-Tochter Blueberry den dritten Platz.
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Drei schnelle Deutsche platziert in Poznan
La Coruña war Weltcup-Station der Westeuropa-Liga. Die Zentraleuropa-Liga traf sich im polnischen Poznan zum CSI3*-W, darunter auch mehrere deutsche Paare, die sich im Weltcup-Springen gut in Szene setzen konnten. Bestplatziert auf Rang sechs war Michael Kölz aus Sachsen mit seinem 13-jährigen Holsteiner Wallach Cellato v. Cellestial. Sie waren schnellstes Vier-Fehler-Paar im Normalparcours.
Ebenfalls mit vier Fehlern, aber nur wenigen Sekunden behaftet verließen Michael Jung auf dem erst achtjährigen Zangersheider Hotspot-Sohn Heros Z und Felix Haßmann mit Vithargos Z v. Vivant die Halle. Letzterer gehört mit seinen neun Jahren auch noch zu den Nachwuchshoffnungen. Sie belegten die Plätze neun und zehn. Michael Jung konnte sich zudem über Rang zwei in der Indoor Vielseitigkeit freuen. Hier hatte er den neunjährigen Fuchs Safran gesattelt, für den das Turnier wie nach Hause kommen war, denn er stammt aus polnischer Zucht.
Als Siegerin des Weltcup-Springens ging die Britin Jodie Hall McAteer auf dem KWPN-Hengst Key West aus dem fünfköpfigen Stechen hervor. In fehlerfreien 35,07 Sekunden setzte sie sich gegen den Ukrainer Oleksandr Prodan mit dem BWP-Hengst Moneymaker van’T Meulenhof durch (35,81). Dritter wurde der Niederländer Hessel Hoekstra im Sattel des Holsteiner Hengstes Comthago v. Comme il faut (36,08).
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Vogel und Dittmer auf Schleifentour in Kalifornien
Ehe an der US-Atlantikküste das Winter Equestrian Festival in Wellington Fahrt aufnimmt, lockt die Sonne Kaliforniens eine ganze Reihe Reiter aus Europa an den Pazifik. Im Desert International Horse Park von Palm Springs lockte am Wochenende der Große Preis des Coachella Cups mit einem Preisgeld von 750.000 Dollar.
Den Löwenanteil davon sicherte sich Laura Kraut auf Bisquetta. Mit drei Hundertstelsekunden Vorsprung setzten sie sich gegen McLain Ward und High Star Hero Z durch. Kraut und ihre elfjährige Bisquet Balou-Tochter brauchten 36,27 Sekunden für ihren fehlerfreien Auftritt im Stechen, Ward und sein zwölfjähriger Belgier 36,30 Sekunden. Rang drei ging dank der 21 Jahre jungen Skylar Wireman im Sattel des von der Familie Brinkop gezogenen und von Kendra Claricia Brinkop in den Sport gebrachten Barclino B v. Barcley ebenfalls in den USA (0/36,43).
Richard Vogel hatte für den Großen Preis den neunjährigen Kannan-Sohn Gangster Montdesir gesattelt, der dieses Jahr schon bei so vielen Gelegenheiten erfolgreich gewesen war, unter anderem im Großen Preis von Lyon. In Palm Springs fielen allerdings zwei Stangen im Stechen. Die Seit von 36,32 Sekunden hätte für Rang drei gereicht, so wurde es Platz neun.
René Dittmer und Corsica X hatten bereits im Normalparcours acht Strafpunkte und kamen damit für die Platzierung nicht infrage. Dafür gehörte Dittmer am Freitag zum drittplatzierten Team des Major League of Showjumping Mannschaftswettbewerbs. Dabei bilden jeweils drei Reiter ein Team, das in einem Umlauf sowie zwei Stechen antritt. Der erste Umlauf ist eine reine Qualifikation. Danach gibt es zwei Stechen, erst mit zwei Reitern, dann mit dem jeweils dritten.
Am besten schnitt hierbei das Team „Maccabi United“ ab, Mark Bluman auf Phelina de Septon, Uma O’Neill im Sattel von Luigi d’Eclipse und Daniel Bluman mit Hummer Z waren hier das Maß der Dinge. Sie setzen sich gegen die „Archers“ durch, für die neben der US-Reiterin Callie Schott auf Garant und Alex Matz mit Junior Kannan auch Nicola Philippaerts im Sattel von Que Sera antrat.
Rene Dittmer hatte den zehnjährigen Holsteiner Cody gesattelt, der zweimal fehlerfrei blieb. Mit Dittmer im Team ritten sein Landsmann Richard Vogel auf dem neunjährigen Holsteiner Con Quality, der bis August noch unter dem Schweizer Adrian Schmid ging, sowie Michael Duffy aus Irland im Sattel von Be Sky Hawk. Letzterem unterlief im zweiten Stechen der entscheidende Fehler. Vogel und Con Quality waren bei beiden Runden null.
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Laura Hetzel beste Deutsche im EY Cup Salzburg
Salzburg war am vergangenen Wochenende unter anderem Schauplatz des Finales im European Youngster Cup für die U25-Generation der Springreiter. Mit dabei waren Laura Hetzel und Jet V. Die Anreise aus dem Rheinland hat sich definitiv gelohnt für die beiden. Im Eröffnungsspringen hatten sie noch einen Abwurf und es reichte nicht für eine Schleife. Doch in der zweiten und dritten Prüfung waren sie jeweils im Geld und bestes deutsches Paar.
Im Masters-Springen über 1,45 Meter gegen die Uhr wurden Hetzel und ihr elfjähriger KWPN-Hengst v. Otangelo nach einer fehlerfreien Runde Sechste. Zu den Platzierten gehörten auch Sarah Gruber aus Hessen auf Lord Onassis und Ben Heckmann aus Niedersachsen mit Inge auf den Plätzen acht und neun.
Sieger war hier ein alter Bekannter: der inzwischen 16-jährige Zangersheider Hengst Take A Chance On Me Z v. Taloubet Z, der einst unter Christian Ahlmann im großen Sport erfolgreich war. Nun verhilft er dem Dänen Frederik Fensholt zu Schleifen, am Wochenende einer in Gold.
Das Finale wurde über 1,50 Meter mit Stechen geritten. Das geriet zu einem schwedischen Duell, denn nur Carla Peterson auf Nivienne und Viktor Edvinsson mit Eliwood du Fresne waren fehlerfrei durch den Normalparcours gekommen. So machten sie das Springen unter sich aus. Beide blieben ein zweites Mal ohne Abwurf, aber Carla und ihre Cohiba-Tochter waren etwas schneller.
Mit der zweitschnellsten Vier-Fehler-Runde im ersten Umlauf konnten sich Laura Hetzel und Jet V über Platz vier freuen. Dritter war der Schweizer Janick Widmer auf Pepito de Laubry.
Den Großen Preis der CSI4*-Tour holten Robert Murphy und Hulde G als bestes Paar im vierköpfigen Stechen nach Großbritannien. Bestes deutsches Duo waren Sophie Hinners und Kaleni Jo auf Rang acht trotz eines Abwurfs in Runde eins. Direkt dahinter reihte sich Jens Wawrauschek auf Mava S ein.
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Brianne Beerbaum nicht zu schlagen in Hannover
Die Messehallen Hannover haben wieder ein Turnier. Im Rahmen der Messe Passion Pferd (früher Pferd & Jagd) veranstaltete die Agentur En Garde Marketing das Springturnier Advent Classico. Hier fanden die Finals des Advent Classico Regio Cups für Springreiter der Leistungsklasse 2 und drei aus den Landesverbänden Hannover, Bremen, Weser-Ems, Westfalen und Sachsen-Anhalt statt sowie der Advent Classico Junior Cup für die Nachwuchsreiter der erwähnten Regionen. Bei sechs Etappen konnten die Reiter sich für den Auftritt in Hannover qualifizieren.
Siegerin auf ganzer Linie, weil noch Juniorin, aber schon bei den Großen am Start war Brianne Beerbaum, die Tochter von Markus und Meredith Michaels-Beerbaum. Im Sattel ihres zehnjährigen KWPN-Wallachs Kiss Me gewann sie am Sonntag die Entscheidung über 1,40 Meter mit Stechen.
Bei den Junioren zeigte die 17-jährige Tippi Heineking, dass sie sowohl schön als auch schnell kann. Mit der Oldenburger Stute Lady Cadora gewann sie erst das M-Stilspringen mit 9,0 und dann auch noch das Finale mit Stechen.





