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Goldenes Reitabzeichen für Claudia Weskamp-Effertz

Im Verlauf einer hocherfolgreichen Saison krönte Claudia Weskamp-Effertz am 17.09.2023 ihre Karriere mit dem Goldenen Reitabzeichen. Beim Turnier des Reitvereins Würselen-Broichweiden auf der Reitanlage der Familie Rueben wurde ihr vor heimischer Kulisse diese höchste Auszeichnung verliehen. Die dafür erforderlichen Siege in der schweren Klasse erritt die Eschweilerin mit Bravour, auch internationale Siege und Platzierungen sowie Schleifen auf S***-Niveau gehören zu ihrer beachtlichen Erfolgsbilanz im Dressursattel. 

Und das, obwohl ihr sportlicher Werdegang eher untypisch ist und es einige Zeit dauerte, bis sie wirklich in der Welt des Dressurreitens ankam. So stammt Claudia Weskamp-Effertz nicht aus einer Reiterfamilie und musste schon als junges Mädchen viel Disziplin und Entschlossenheit an den Tag legen, um aufs Pferd zu kommen. Die ersten Reitstunden nahm sie im Alter von sechs Jahren, geritten wurde in Gummistiefeln und alten Militärsätteln. Doch die damaligen Umstände konnten ihrer Begeisterung für Pferde nichts anhaben, im Gegenteil. Als Heranwachsende nahm sie jede Gelegenheit, zu reiten, wahr – auch wenn es häufig schwierige Pferde waren, die ihr angeboten wurden. Mit Schulpferden schnupperte sie auch erste Turnierluft. 

Nach einem kleinen Umweg über das Distanzreiten folgte eine längere Reitpause, unter anderem dem Abitur und dem darauffolgenden Studium der Psychologie sowie einer Erkrankung geschuldet. Doch die Pferde kamen zurück in ihr Leben: Das Connemarapony Baily wird zunächst ihre Reitbeteiligung und schließlich ihr erstes eigenes Pferd. Claudia Weskamp-Effertz absolvierte ihr Reitabzeichen und auch die Trainer-C-Lizenz. Ihre finanzielle Situation erlaubte nun den Kauf eines zweiten Pferdes, mit dem sie endlich in den Dressursport einsteigen wollte – gesundheitliche Probleme des Vierbeiners machten dies jedoch unmöglich. Schließlich entschied sie sich zum Verkauf der beiden Pferde, um ihrem Traum ein Stück näher zu kommen. Es zog eine Stute von Wolkenstein bei ihr ein, mit der sie viele Jahre bei Günther Maling trainierte.  

Auch beruflich entwickelte sich Claudia Weskamp-Effertz stets weiter. Sie arbeitete als Psychologin in einem Kinderheim und schlug mit der Anschaffung eines Haflingers auch dort die Brücke zu den Pferden. Sie erwarb die Trainer-B-Lizenz und wurde Richterin für Breitensport/WBO. 2006 wagte sie den Schritt in die Selbstständigkeit, der ihr wiederum mehr finanziellen Spielraum für das Reiten und die Pferde ermöglichte. Der Grundstein für ihre dressursportliche Karriere war gelegt. 2010 trainierte sie bei Paul Dautzenberg auf Gut Landwehring in Belgien und erreichte eine erste Platzierung in der schweren Klasse mit Wellington. Sie erfuhr weitere persönliche Förderung durch Hartmut Schmidt, zu dem sie 2013 für drei Jahre in den Dressurstall Braun wechselte. 

2016 erwarb sie schließlich ihr späteres Erfolgspferd Oscar. Gerade vierjährig, bis dato eher springbetont geritten, verliebte sie sich in das Foto aus seiner Verkaufsanzeige. Mit ihm gelangte sie dann nach Würselen zu Johannes Rueben, der ihr Förderer und Mentor wurde uns es bis heute ist. Doch Claudia Weskamp-Effertz erhielt von der gesamten Familie Rueben die bestmögliche Unterstützung bei der Entwicklung ihrer reiterlichen Klasse und war nun endlich in ihrem Element – dem Ausbilden und Vorstellen von Pferden im Dressurviereck – angekommen. 

Um sich stets weiterzuentwickeln und ihren Pferden die Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, die sie verdienen, schlägt Claudia Weskamp-Effertz übrigens tagtäglich seit vielen Jahren einen beachtlichen Spagat zwischen ihrem Hauptberuf als Psychologin und der Reiterei. So steht sie jeden Morgen um vier Uhr auf, um noch vor der Arbeit im Stall zu sein und zu trainieren. Damit beweist die frisch gebackene Trägerin des Goldenen Reitabzeichens einmal mehr ihre eiserne Disziplin, ihre große Liebe zu den Pferden und dem Sport, und vor allen Dingen ihren Mut und ihre Entschlossenheit, ihren Träumen zu folgen.

Foto: Marcus Esser

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