
Elf Teams träumten von Gold bei den Europameisterschaften der Children in Riesenbeck. Die deutschen U14 Reiter hatten sich bereits gestern eine sehr gute Ausgangslage verschafft. Mit null Strafpunkten machten sie sich zum Overnight-Leader.
Heute im Finale lieferten Johanna Hell und Copacabana, Maximilan Kögler und Georgy, Luisa Charlotte Brocks mit Cordijana und Justus Thomsen auf Clooney dann auf ganzer Linie ab. Vier Strafpunkte von Maximilian Kögler setzten seine Teamreiter ein wenig unter Druck. Doch Johanne Hell behielt die Nerven und lieferte ihre dritte Nullrunde in dieser Woche. Damit hielt sie die deutsche Mannschaft in Führung. Im weiteren Verlauf blieb es spannend dank der Aufholjagd der niederländischen Reiter und der Nullrunde des Schweizers Noah Philips-De Vuyst auf Fouego de la Closiere. Ein Podiumsplatz war der deutschen Mannschaft von Bundesnachwuchstrainer Eberhard Seemann aber auf jeden Fall sicher, obwohl der dritten und jüngsten Teamreiterin, der erst 12-jährigen Luisa Charlotte Brocks auf der 11-jährigen Westfälin Cordijana, ein Abwurf unterlief. Doch bereits bevor Deutschlands Schlussreiter Justus Thomsen in den Parcours musste, stand der Sieg für seine Mannschaft bereits fest. Doch auch er ruhte sich nicht auf der Leistung seiner Teamkollegen aus und zeigte mit einer fehlerfreien Runde eine gute Leistung. Der verantwortliche Bundesnachwuchstrainer Eberhard Seemann war zu Tränen gerührt und musste seine Sprache erst wieder finden: „Ich bin überwältigt. Eine Medaille oder gar ein Titel ist immer toll. Europameister zu sein ist noch besser. Und dann noch im eigenen Land — das ist etwas ganz Besonderes. Ich bin mehr als glücklich!“ Die Niederländer und die Schweizer waren punktgleich und ritten im Stechen um die weiteren Podiumsplätze. Chef d’Equipe Edwin Hoogenraats Mannschaft konnte nach drei fehlerlosen Ritten die Silbermedaille gewinnen, damit blieb Bronze für die Schweizer Reiter.
Acht Reitern ist es gelungen, bisher alle Runden im Parcours ohne Fehler zu beenden. Darunter mit Johanne Hell und Justus Thomsen auch zwei deutsche Reiter. So geht es morgen noch einmal hochspannend im Einzelfinale um die begehrten Medaillen.
Emily Moloney und Tabitha Kyle gewinnen Gold und Silber
Die Junioren-Europameisterschaft endete mit einem überwältigenden Sieg der Irin Emily Moloney, die während des gesamten Turniers eine makellose Leistung zeigte. Auf dem Schimmel Temple Alice berührte die 18-Jährige nicht eine einzige Stange und sicherte sich so mit einem Endergebnis von nur 1,47 Punkten die Goldmedaille und den Titel in Riesenbeck. Die Silbermedaille ging an ihre Teamkollegin Tabitha Kyle, die auf Bp Goodfellas ebenfalls fehlerfrei blieb und mit 3,27 Punkten aus dem allerersten Zeitspringen ins Ziel kam. Das Podium komplettierten Liam Nilsson und Ulla Bella Hastak für Schweden (0/4.68).
Die erste Einzelmedaillen-Entscheidung der FEI Jumping European Championships for Young Riders, Juniors and Children entpuppte sich als wahrer Thriller. 29 Paare begannen das 1.40m Springen über zwei Umläufe. Laura Andre (SUI) und der Holsteiner L.B. Zornell II v. VDL Zirocco Blue waren bis dahin das Maß aller Dinge gewesen. Das Paar hatte sich in den Vortagen nicht einen einzigen Fehler geleistet und beendete auch den ersten Umlauf mit einer blütenweißen Weste. Chancen auf einen Podiumsplatz behielten aber auch die irischen Amazonen Emily Moloney mit Temple Alice und Tabitha Kyle auf Bp Goodfellas, die Monegassin Marie Eder Ferrero auf Diaradius, die Niederländerin Nina Houtzager mit High Five sowie die beste deutsche Starterin, Naomi Himmelreich im Sattel der erst achtjährigen Flying Kiss. Sie alle starteten mit 1.84 Strafpunkten oder weniger in den zweiten Umlauf.
Die drei Medaillengewinner zeigten starke Nerven im Stadion von Riesenbeck und ritten allesamt ohne Abwurf ins Ziel. Für Emily Moloney war der erste Einzeltitel der bisher größte Erfolg ihrer Karriere und ein sehr emotionaler Sieg für die ganze Familie. Der Irish Sport Horse Wallach Temple Alice, 13 Jahre alt, von Foxglen Cruise Control, hat der Moloney-Familie treu gedient, seit Emilys Vater Eddie ihn als Sechsjährigen zum ersten Mal an den Start brachte. Die Schweizerin Laura Andre hatte mit L.B. Zornell II zwei Abwürfe und beendete ihre Europameisterschaft als Zehnte. Auch Naomi Himmelreich und Flying Kiss ereilte ein ähnliches Schicksal im Finale: 12 Fehlerpunkte warfen das Paar auf den 14. Rang zurück und sind leider ganz und gar nicht ein Spiegel ihres ansonsten sensationellen ersten Championats. Bestes deutsches Paar waren Fabio Thielen und Stakaya auf Platz neun. Emma Bachl auf Condolcessa beendeten ihr Turnier auf dem 21. Rang. Leo Renner entschloss sich, seinen Ludwig zu schonen und trat im zweiten Umlauf nicht mehr an.
Text: Thamm/PM Riesenbeck International





