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Evergreens und Newcomer – die Väter der OL- und OS-Körungen 2025

Die Oldenburger Hengst-Tage der Pferdezuchtverbände OS und OL machen vom 13. bis 15. November den Anfang im Körreigen 2025. Welche Hengste stellen die meisten Nachkommen? Welche Newcomer sind dabei? Ein Überblick über die väterlichen Linien in Vechta.

Bei den Oldenburger Hengst-Tagen in Vechta bewerben sich 31 springtalentierte Youngster um ein positives Körurteil des Springpferdezuchtverbandes Oldenburg International. Hinzu kommen 56 Junghengste mit Dressurabstammung, die vom Oldenburger Pferdezuchtverband vorselektiert wurden. Hier die dominierenden Vaterlinien.

Die OS-Pedigrees

Bei den Springhengsten dominiert wie eh und je das Blut des Cor de la Bryère über verschiedene Zweige. Siebenmal ist er über Chacco-Blue in den Pedigrees der Hengste zu finden, davon dreimal über den erst achtjährigen Chaccothage Blue PS, der in Westfalen bereits einen Siegerhengst stellen konnte. Auffällig: Das sonst omnipräsente Blut des Cornet Obolensky taucht in Vechta nur zweimal auf, beide Male über Comme il faut. Dreimal ist der viel zu früh verstorbene Conthargos als Nachfahre von Contender präsent, zwei Hengste gehen auf Catoki zurück. Ein Youngster stammt direkt von Eldorado van de Zeshoek ab.

Cor de la Bryères Kollege in den Hochzeiten der Holsteiner Zucht mit C, Capitol, stellt insgesamt zwei Nachfahren, einen über Contagio und einen noch direkt über Carthago. 

Das Blut des Baloubet du Rouet findet sich dieses Jahr bei keinem einzigen Hengst in der väterlichen Abstammung. 

Diamant de Semilly ist viermal vertreten, zweimal über Diarado, zweimal über Emerald van het Ruytershof, wobei dessen Sohn, der Holsteiner Siegerhengst Esmeraldo aus der der Zucht der Familie von Janne Friederike Meyer-Zimmermann, einen Vertreter aus seinem ersten Jahrgang schickt. 

Zwei der Kandidaten im OS-Lot gehen auf Darco zurück und jeweils einer auf Heartbreaker (über Echo van’t Spieveld), Nimmerdor (über Hickstead bzw. Hickstead White), Landgraf, Ibrahim (über Tangelo van de Zuuthoeve), Untouchable (über Richard Vogels United Touch S) und Mr. Blue (über Zirocco Blue). Ebenfalls einen Nachkommen hat der französische Superstar Candy de Nantuel im Rennen, der Vollbruder zu Scott Brashs EM-Sensation Hello Folie. Die beiden führen auf Vaterseite über Luidam das Blut des großen Quidam de Revel.

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Die Linien im alphabetisch geordneten Überblick

16 x Cor de la Bryère
2 x Capitol
2 x Darco
4 x Diamant de Semilly
1 x Heartbreaker
2 x Ibrahim
1 x Landgraf
1 x Mr. Blue
1 x Nimmerdor
1 x Untouchable

Dressurhengste in Vechta

Wie einflussreich der jüngst verstorbene Vivaldi war, lässt sich allein am Körlot des Oldenburger Pferdezuchtverbandes ablesen. Von den 57 Viereckshoffnungen in Vechta gehen ganze 17 auf den Krack C-Sohn zurück, der ein Landgraf I-Ururenkel ist. Sieben dieser 17 „Vivaldis“ haben den verhinderten westfälischen Siegerhengst Dynamic Dream zum Vater, der 2019 für offiziell 1,9 Millionen Euro an Helgstrand Dressage zugeschlagen wurde, dann eine positive Dopingprobe hatte, und letztendlich keinen Leistungstest ablegen konnte, weil er sich beim Deckeinsatz eine Verletzung der Halswirbelsäule zugezogen hatte, die eine Karriere unter dem Sattel verhinderte. So damals die Information seitens des Besitzers. Je nach Qualität des ersten Fohlenjahrgangs sollte er aber dennoch eine dauerhafte Deckgenehmigung bekommen. Die Fohlen wurden auf allen Auktionsplätzen hoch gehandelt und inzwischen gibt es 30 gekörte Söhne. Vielleicht demnächst noch mehr. 

Neben Dynamic Dream ist Vitalis mit fünf Nachkommen am häufigsten vertreten bei den „V-Pferden“. Asgard’s Ibiza findet sich in drei Pedigrees, Viva Gold und Vivaldon schicken jeweils einen Sohn. 

Nicht nur über Vivaldi hat Krack C das Landgraf I-Blut in der Dressurpferdezucht verbreitet. Über seinen Sohn United ist er Vater des Grand Prix-erfolgreichen KWPN-Siegerhengstes Bordeaux, der neben diversen Grand Prix-Pferden auch 42 gekörte Söhne stellte. Einer davon ist Ferdeaux, der mit dem imposanten Las Vegas ein Ausnahmetalent hervorgebracht hat, das das KWPN bei drei Weltmeisterschaften der jungen Dressurpferde vertrat, hier aber bei allem Talent leider von Auftritt zu Auftritt unzufriedener unter dem Sattel wirkte. Das ändert aber nichts an seiner Qualität. Ob er die auch vererbt, werden zwei seiner Söhne in Vechta zeigen. 

Ebenfalls begehrt: das Blut des Zack über Sezuan, das sechsmal auftaucht. Der dreifache Dressurpferdeweltmeister ist über den inzwischen gelegten einstigen Oldenburger Reservesieger So Perfect bei drei Youngstern vorhanden, über Secret bei zweien. Einmal ist der Klosterhof Bundeschampionatsfinalist St. Emilion v. Suarez mit einem Nachkommen dabei. Für ihn ist es der erste Körjahrgang.

Zu den Evergreens gehört das F-Blut des Florestan. Der Oldenburger Siegerhengst Fürstenball schickt fünf Nachfahren, davon allein vier über Blue Hors Farrell. Hinzu kommen jeweils einer über Florencio, Fürst Romancier bzw. For Romance und Fidermark über den Fidertanz-Sohn Foundation.

Oldenburgs Legende Donnerhall ist mit sechs Nachfahren vertreten, zwei über De Niro bzw. dessen Sohn Dante Weltino und dessen Urenkel Despacito v. Don Nobless. Der NRW-Landbeschäler Diamantenglanz, der in den letzten Jahren der Stutenmagnet in Warendorf war, hat dem Blut des Don Schufro-Sohns Diamond Hit neuen Glanz verliehen. Zweimal taucht Diamantenglanz als Vater bei den OL-Körkandidaten auf. Sein Vater Diamond First hat zudem auch einen direkten Sohn im Rennen. Der dänische Stempelhengst Donkey Boy, der über Urgroßvater Dressage Royal auf Donnerhall zurückgeht, ist einmal über Donkey Boss vertreten, der bei der letzten Hannoveraner Körung einen Nachkommen hatte, der für offiziell zwei Millionen Euro an Helgstrand verkauft wurde.

Das Bolero-Blut ist dreimal über Belissimo M (Bonds v. Benicio und Be Sure v. Benicio) vertreten und einmal über Brentano II (über Bonhoeffer v. Bon Coeur). 

Der rheinische Escolar-Sohn Escamillo stellt vier Hengste, zwei Söhne des Energy, zwei des Extreme U.S.

Gribaldi ist als Gründervater dreimal vertreten, einmal über Millennium bzw. seinen Sohn, den 2014 OL-Siegerhengst Morricone und zweimal über Totilas bzw. dessen Sohn Toto Jr.

Mit jeweils einem Nachkommen vertreten sind Jazz (über den ehemaligen DSP-Siegerhengst Don Royal), Ampère über Franklin, Negro über Kjento, Rubinstein über Doppelweltmeister Red Viper und Sandro Hit über Sir Donnerhall.

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Die Linien im alphabetisch geordneten Überblick

4 x Bolero
6 x Donnerhall
4 x Escolar
7 x Ferro
8 x Florestan
3 x Gribaldi
1 x Jazz
19 x Krack C
1 x Rubinstein
1 x Sandro Hit

Die Kollektion mit Videos der Körkandidaten finden Sie hier.

Übrigens: die Rheinische Winterkörung in Wickrath steht für den 13./14. Dezember auf dem Programm!

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