Sensationell zu Gold bei den Jungen Reitern: Rachel Proudley aus Großbritannien Foto: RI / Equitaris
Sensationell zu Gold bei den Jungen Reitern: Rachel Proudley aus Großbritannien Foto: RI / Equitaris

EM Riesenbeck: britisches U21-Gold, U14-Titel in die Niederlande

Sensationell zu Gold bei den Jungen Reitern: Rachel Proudley aus Großbritannien Foto: RI / Equitaris
Sensationell zu Gold bei den Jungen Reitern: Rachel Proudley aus Großbritannien Foto: RI / Equitaris

Am Abschlusstag der Europameisterschaften der Nachwuchsspringreiter in Riesenbeck ging es um die Einzelmedaillen bei Children und Jungen Reitern. Neben vielen „Kindern von“ war es ein bemerkenswertes Talent, das in der Altersklasse U21 allen davonflog. Pech hatte hingegen Johanna Hell im Finale der Children.

Die Rede ist von der 19 Jahre jungen Britin Rachel Proudley im Sattel der irischen Stute Quality Street. Wie bei den Seniorenchampionaten wurden auch bei den U21-Nachwuchsreitern die Platzierungen aus der ersten Wertung, dem Zeitspringen, in Punkte umgewandelt, die die Paare dann durch die weiteren Wertungen mitnehmen. Je besser die Platzierung, desto weniger Strafpunkte. Rachel war Vierte gewesen und mit 0,7 Strafpunkten ins Turnier gestartet – und es damit auch beendet. In keiner der nachfolgenden Runden hatte ihre Stute, die über ihren Vater Beach Ball auf Quick Star zurückgeht, Stangenkontakt. Damit war ihnen der Titel nicht zu nehmen.

Anders als die weiteren Medaillengewinner stammt Rachel Proudley nicht aus einer hoch erfolgreichen Pferdefamilie. Sie trainiert seit zwei Jahren mit dem irischen Weltcup-Finalisten Richard Howley, der voll des Lobes ist: „Rachel ist eine sehr talentierte Reiterin. Sie hatte bisher nur sehr wenig Erfahrung auf diesem Niveau oder auf irgendeiner Art von Championat. Aber sie hat wieder einmal ihre wahre Klasse als Reiterin und ihr Können gezeigt. Die ganze Woche über war sie einfach nur stark.“ Dass sie schnell kann und Nerven aus Stahl hat, konnte in Riesenbeck jeder sehen. Dass sie auch hoch kann, demonstrierte Rachel kurz vor der EM, als sie bei einem in Großbritannien immer noch verbreiteten Mächtigkeitsspringen im Rahmen des CSI3* Bolesworth über eine 2,20 Meter hohe Mauer flog.

Auch die beiden weiteren Medaillenträger beendeten die U21-EM mit ihren Punkten aus dem Zeitspringen. Silber ging an Eden Leprevost Blinlebreton, die Tochter von Mannschaftsolympiasiegerin Penélope Leprevost. Sie saß im Sattel der elfjährigen Zangersheider Stute Barbie de la Roque Z, auch bekannt unter dem Namen Fantasy de la Roque und war mit 0,93 Strafpunkten aus dem Zeitspringen gekommen, denen sie im Laufe der Woche keine weiteren hinzufügte.

Bronze sicherte sich mit 1,09 Strafpunkten Mathieu Guery, Sohn des belgischen Olympia-Bronzemedaillengewinners Jérôme Guery. Er saß im Sattel des zehnjährigen Toulon-Sohns Time-Breaker S Z.

Bestes deutsches U21-Paar waren Romy Rosalie Tietje und ihr Holsteiner Cartani-Sohn Cascadino auf Platz 14.

Children

Das EM-Podium der Children bei den Europameisterschaften in Riesenbeck 2025. Foto: RI/Equitaris
Das EM-Podium der Children bei den Europameisterschaften in Riesenbeck 2025. Foto: RI/Equitaris

Starke Nerven bewies auch die neue Europameisterin der Children, Lieselot Kooremans, Tochter des Vielseitigkeitsreiters Raf Kooremans. Die 14-Jährige war mit ihrer Stute Nini van HD am Ende die einzige, die in sechs Parcours inklusive Stechen die Stangen oben gelassen hatte.

Die Entscheidung war spannend. Anders als bei Junioren und Jungen Reitern werden bei den Children noch keine Punkte in der ersten Wertung vergeben. Wer hier fehlerfrei geblieben ist, hat null Strafpunkte auf dem Konto, unabhängig von der benötigten Zeit. So waren es am Ende drei Paare, die nach fünf Runden mit weißer Weste dastanden: neben Lieselot auch die Britin Eleonora Ljungman auf Jamaica Ebh und der Schweizer Noah Philips-De Vuyst im Sattel von Fuego de la Closiere.

Lieselot und Nini mussten als erste in die entscheidende letzte Runde. Dass Lieselot Stechen reiten kann, hat sie schon oft bewiesen. Und unter anderem gewann sie letztes Jahr Silber bei den Pony-Europameisterschaften. So setzte sie die Konkurrenz auch diesmal gehörig unter Druck: null Fehler, schnelle 30,22 Sekunden. Das musste erstmal geschlagen werden.

Um es kurz zu machen, das wollte weder Eleonora Ljungman gelingen, die mit Jamaica einen Abwurf hatte, aber mit 35,08 Sekunden auch längst nicht schnell genug war, noch Noah Philips-De Vuyst, der eine Verweigerung kassierte. Damit stand Lieselot als neue U14-Europameisterin fest. Eleonora Ljungman holte Silber, Bronze ging in die Schweiz.

Pech für Johanna Hell

Zu den sechs von insgesamt 31 Teilnehmern, die mit null Strafpunkten auf ihrem Konto in das letzte Springen ihrer Europameisterschaft gestartet waren, zählten auch die beiden Deutschen Johanna Hell und Justus Thomsen. Beide hatten mit ihren Pferden Copacabana M und Clooney während des gesamten Turniers tadellose Runden gezeigt und damit maßgeblich zur Mannschaftsgoldmedaille am Samstag beigetragen.

Doch es hatte nicht sollen sein. An Sprung zwei des zweiten Umlaufs verweigerte Johanna Hells Stute Copacabana M zweimal. Damit war die Reise für die beiden hier zu Ende. Justus Thomsen kassierte zwölf Abwürfe. Bestes deutsches Paar waren die 12 Jahre junge Luisa Charlotte Brocks, die sich mit Cordijana nach zwei fehlerfreien Runden im Einzelfinale noch auf den fünften Rang vorarbeiten konnte. 

Alle Ergebnisse der EM in Riesenbeck finden Sie hier.

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