Das klassische Vormustern der Pferde entfällt künftig beim Bundeschampionat. Foto: Sportfotos-lafrentz.de
Das klassische Vormustern der Pferde entfällt künftig beim Bundeschampionat. Foto: Sportfotos-lafrentz.de

Einschneidende Veränderungen beim Bundeschampionat

Das klassische Vormustern der Pferde entfällt künftig beim Bundeschampionat. Foto: Sportfotos-lafrentz.de
Das klassische Vormustern der Pferde entfällt künftig beim Bundeschampionat. Foto: Sportfotos-lafrentz.de

Anfang des Monats haben sich in Warendorf 20 Interessenvertreter aus Pferdesport und -zucht zu einem „Jungpferdegipfel“ getroffen, bei dem es um die Frage ging, wie man die Ausbildung der Nachwuchspferde noch pferdegerechter gestalten könnte. Nun hat eine Arbeitsgruppe erste Maßnahmen beschlossen, die beim Bundeschampionat umgesetzt werden sollen.

Betroffen sind die Reitpferde- und Reitponyprüfungen. Sowohl bei den Drei- als auch bei den Vierjährigen wird es keine Musterung an der Hand mehr geben. Die Qualität des Körperbaus soll in einer Wertnote für den Gesamteindruck mit berücksichtigt werden. Auch werden die Wertnoten nicht mehr in 0,5er-Schritten vergeben, sondern Zehntelnoten werden möglich.

Neuer Modus für Drei- und Vierjährige

Dreijährigen treten nur noch einmal an, gehen also keine Qualifikation mehr, sondern die erste Prüfung entscheidet über die Vergabe von Schärpe und Medaillen. Die teilnehmenden Pferde müssen alle verpflichtend am Tag vor der Prüfung anreisen, damit die Pferde sich eingewöhnen können und Chancengleichheit gewährleistet ist. Zudem haben die Pferde in der Vorbereitung Trainingszeit auf dem Prüfungsviereck. Am Tag X gehen die Pferde zu dritt in einer Abteilung. Die Aufgabe aus dem Vorjahr, in der kein Tritte verlängern mehr gezeigt wird, bleibt bestehen.

Der Fremdreitertest bei den Vierjährigen fällt künftig weg. Sie gehen weiterhin zweimal, aber nicht wie bislang zweimal eine Reitpferdeprüfung, sondern im Finale eine Dressurpferdeprüfung der Klasse A.

Sonstige Maßnahmen

Damit die Pferde im Prüfungsviereck Sichtkontakt zu denen auf dem Vorbereitungsplatz halten können, wird die Tribüne, die die Plätze bislang voneinander trennte, entfernt. Während die Pferde und Ponys in den Reitpferde- bzw. -ponyprüfungen ja immer mindestens einen Kollegen zusätzlich in der Prüfung haben, gehen die vierjährigen Finalisten für ihre Dressurpferdeprüfung Klasse A alleine aufs Viereck.

Ausblicke

Dies seien die ersten Maßnahmen, betont Dr. Klaus Miesner, Geschäftsführer des FN-Bereichs Zucht. „Wir möchten den Prüfungsablauf so optimal wie möglich für die jungen Pferde und Ponys gestalten und werden daher sehr genau evaluieren, ob unsere beschlossenen Maßnahmen die Effekte haben, die wir uns wünschen.“ Sollte sich herausstellen, dass weitere Anpassungen nötig sind, würden „konsequent weitere Schritte folgen“.

Das gilt nicht nur für die Bundeschampionate. Laut Miesner sind weitere Treffen der Arbeitsgruppe bereits geplant. Dort sollten auch weitere Prüfungsformate für Jungpferde sowie generell die Ausbildung junger Pferde vom Anreiten bis zum ersten Einsatz im Turniersport diskutiert werden. Ziel sei es, das Pferdewohl noch stärker in den Mittelpunkt zu stellen. „Denn Pferdewohl ist kein statischer Zustand, sondern ein kontinuierlicher Anspruch. Die FN versteht sich als Plattform für einen offenen, fachlichen Dialog – mit dem Ziel, den Pferdesport weiterzuentwickeln, qualitativ zu verbessern und langfristig gesellschaftlich akzeptiert zu gestalten“, so Miesner.

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