Arcassio wird Bundeschampion der fünfjährigen Springpferde. (Foto van Bebber)
Arcassio wird Bundeschampion der fünfjährigen Springpferde. (Foto van Bebber)

Ein besonderer Bundeschampion

Arcassio gewinnt unter Jana Fink das Bundeschampionat der fünfjährigen Springpferde. (van Bebber)
Arcassio wird Bundeschampion der fünfjährigen Springpferde. (Foto van Bebber)

Züchten heiß in Generationen denken und dafür ist der neue Bundeschampion der fünfjährigen Springpferde ein gutes Beispiel. Denn als Josef Wilbers die Holsteiner-Stute Undra kaufte, hatte er eine klare Idee im Kopf. Er wollte in Kombination mit seinen eigenen Hengsten Springpferde für den großen Sport züchten. Er wählte FS Cassini Boy Junior als Vater aus und aus dieser Anpaarung entspringt FS California. Unter Georg Wilbers in Springpferdeprüfungen erfolgreich bewährte sie sich zunächst im Sport, um dann in der Zucht eingesetzt zu werden. „Als ich dann Darco de Revel gesehen habe, wusste ich: Das ist der Hengst den ich brauche“ erinnert sich Josef Wilbers zurück. FS Darco’s Diva – die Mutter von Arcassio – wurde dann mit Alaba angepaart. Und damit bleibt die Abstammung quasi „familienintern“. Denn Alaba erblickte das Licht der Welt bei Ottmar Eckermann, dem Schwager von Josef Wilbers. „Dieses Pferd war schon als Fohlen ganz besonders“, sagt der Mann der gemeinsam mit seinem Team bereits 29 Bundeschampions entweder selbst gezüchtet, oder auf dieses wichtige Turnier für Nachwuchspferde vorbereitet hat. Von Pauline Knorr in den Sport gebracht, übernahm Jana Fink ab Mai 2025 die Turniervorstellung des braunen Landbeschälers. Mit hohen Noten setzte der Hengst sich bereits vor den Bundeschampionaten gekonnt in Szene und machte spätestens in Goch bei den Tiemeyer x Hetzel Young Horse Masters nachhaltig auf sich aufmerksam. Dort konnte er nicht nur gewinnen, sondern schaffte auch die Voraussetzung dafür, dass er nicht nur den Bundeschampionats-Titel sondern auch die Sonderwertung „Youngster of the Year“ für sich gewinnen konnte. Ein glattes „Sehr gut“ im ersten und eine 9,3 im zweiten Umlauf setzten Jana Fink und Arcassio sich an die Spitze des Feldes und wurden zu gefeierten Champions.

„Mehr hätte ein fünfjähriges Pferd wirklich nicht leisten können“, freut sich Jana Fink anschließend über ihren vierbeinigen Sportpartner, der nun erstmal Urlaub machen wird. „Wir werden ihn locker bewegen, ausreiten gehen und er wird seine Zeit auf der Weide genießen“, beschreibt die Reiterin den Plan für die nächste Zeit.

Seinen 29. Bundeschampion züchtete Josef Wilbers (2.von li) mit Arcassio. (Foto van Bebber)
Seinen 29. Bundeschampion züchtete Josef Wilbers (4.von re) mit Arcassio. (Foto van Bebber)

„Einer fehlt noch“

Mit 29 Bundeschampions, und zahlreichen Medaillen, kann sich der ehemalige Postbeamte Josef Wilbers getrost als einen der erfolgreichsten Züchter und Besitzer der Bundeschampionate bezeichnen. Das Besondere: Er hat sich nicht auf einen Bereich spezialisiert, sondern durfte schon in fast allen Sparten Freudentränen vergießen und ganz besondere Momente erleben. Denn auch wenn es die wenigstens wissen: Seinen ersten Bundeschampion stellte er 1989 bei den Vielseitigkeitspferden. Es folgten Erfolge bei den Reitponys,  den Reitpferden, den Dressurpferden und auch bei den Springponys. Nun ergänzt mit Arcassio noch ein Springpferd diese Erfolgsbilanz. „Jetzt muss ich vielleicht mal ein Pony züchten, dass bei den Vielseitigkeitsponys gewinnen kann“, schmunzelt er und setzt sich damit gleich ein neues Ziel. Bestimmt auch eine gute Idee, um die 30 „voll zu machen“.

Im ersten Umlauf sah es noch danach aus, als könnten Ciaran Nallon und Zados R Arcassio den Titel streitig machen. Denn mit einer Bewertung von 9,1 setzten die Beiden sich zunächst an die Spitze des Feldes. Mit einer 9,0 in der zweiten Runde platzierte der Zinedream-Sohn sich dann aber auf dem Silberrang. Bronze gewannen Desiree Kemper und Crismo. Sie überzeugten mit zwei Mal 8,9.

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