Diese zwei waren schon bei der Preis der Besten Sichtung in Kronberg: Alix von Borries und Feingefühl. Foto: Mirka Nilkens
Diese zwei waren schon bei der Preis der Besten Sichtung in Kronberg: Alix von Borries und Feingefühl. Foto: Mirka Nilkens

Durchmarsch für von Borries bei den Aachen YoungStars

Diese zwei waren schon bei der Preis der Besten Sichtung in Kronberg: Alix von Borries und Feingefühl. Foto: Mirka Nilkens
Diese zwei waren schon bei der Preis der Besten Sichtung in Kronberg: Alix von Borries und Feingefühl. Foto: Mirka Nilkens

Drei Starts, drei Siege und dann auch noch ein Personal Best zum krönenden Abschluss – besser hätte die Turniersaison 2025 nicht ausklingen können für Alix von Borries und Feingefühl. Bei den Aachen Dressage YoungStars am vergangenen Wochenende führte kein Weg an ihnen vorbei. Was Alix bei den Jungen Reitern gelang, schafften auch andere. Der Überblick.

Mission Titelverteidigung erfolgreich beendet. 2024 war Alix von Borries eigentlich noch Juniorin und hatte als solche im Sommer die deutschen Farben bei den Europameisterschaften vertreten, wo sie Gold mit der Mannschaft und Bronze in der Kür gewonnen hatten. Im Dezember zeigten sie und ihre Hannoveraner Stute Feingefühl auf den Plätzen zwei, eins und vier, dass sie auch schon in Klasse ganz vorne mitmischen können. Dieses Jahr lief es noch besser in der Albert-Vahle-Halle: drei Starts, drei Siege, dreimal persönliche Bestleistung mit 71,176, 73,137 und 77,108 Prozent in FEI-Mannschafts- und Einzelaufgabe sowie der Kür. Damit war dem Paar der Titel der Hallen-Championessen nicht zu nehmen.

Alix von Borries strahlte bei der Siegerehrung mit den Lichterketten um die Wette: „Es ist wahnsinnig besonders, hier einmal ganz vorne stehen zu dürfen. In Aachen überhaupt starten zu dürfen, ist schon ein Traum – und dann gleich so einen Hattrick hinzulegen, ist einfach unglaublich!“

Hinter sich ließ sie in der Kür eine Reiterin aus den Niederlanden, Yasmin Westerink auf dem Oldenburger Amphitryon v. Ampere, ehemaliges Mitglied des CHIO Aachen CAMPUS Exzellenz-Programms, die dieses Jahr EM-Silber mit der Mannschaft gewonnen hatte. Sie erhielten 74,992 Prozent. Yasmin hatte auch noch ein zweites Eisen im Feuer: den ehemaligen Siegerhengst der Westfalen-Körung, Fashion in Black NRW. Mit ihm konnte sie sich in der Mannschaftsaufgabe auf Rang vier mit knapp 70 Prozent sogar noch vor Amphitryon platzieren.

In der Mannschaftsaufgabe mussten sich allerdings sowohl Yasmin Westerink als auch ihre in der Kür Drittplatzierte (74,075) Landsfrau Morgan Walraven auf Benecia einem Paar aus dem Rheinland geschlagen geben: Lilly Marie Collin mit ihrem Oldenburger Morricone-Sohn McQueen, die hier mit 70,686 Prozent Zweite geworden war. Das bedeutete ebenso ein persönliches Bestergebnis für das Düsseldorfer Paar wie die 71,176 Prozent, mit denen sie in der Einzelaufgabe Dritte hinter Westerink/Amphitryon waren.

Bartels und Villeneuve Top bei den Junioren

Einen ebenso tollen Saisonabschluss feierten Eve Catherine Bartels und der Rheinländer Hengst Villeneuve v. Vitalis bei den Junioren. Auch sie legten einen glatten Durchmarsch zum Titel hin und erreichten dabei dreimal die höchste Bewertung, die sie je hatten. In ihrem Fall waren das 72,576, 72,990 und 77,442 Prozent.

Eve und Villeneuve sind seit 2024 ein Paar. Ausgebildet worden war der 13-jährige Reservesieger der NRW-Körung 2014 im Stall von Dorothee Schneider. Mit deren Bereiterin Laura Strobel holte er unter anderem vierjährig Bronze beim Bundeschampionat, gewann Silber bei der WM der sechsjährigen Dressurpferde und war dann mit Dorothee Schneider Finalist im Nürnberger Burg-Pokal 2020. Mit Strobel war er Seriensieger in der kleinen Tour, ehe er Lehrmeister für Eve Catherine Bartels wurde.

Die 16-Jährige nach ihrem Erfolg: „Es war unglaublich, und es kam sehr, sehr unerwartet. Ich bin mit der Erwartung hierhergekommen, einfach schöne Runden zu drehen, Villeneuve in den Prüfungen noch besser kennenzulernen und Kleinigkeiten zu optimieren. Aber dass wir dann dreimal gewinnen und auch noch den Meistertitel holen, das ist wirklich ein sehr, sehr großer Erfolg. Es hat unglaublich viel Spaß gemacht, einfach nochmal so viel Zeit mit ihm zu verbringen. Ich habe es sehr, sehr genossen!“

Richtig gut lief es auch für die rheinische Dreifach-Europameisterin Julie Sofie Schmitz-Heinen, die nicht ihren EM-Partner Attraktiv mit nach Aachen gebracht hatte, sondern ihre achtjährige Zukunftshoffnung First Date OLD. In allen drei Teilprüfungen konnten sie sich jeweils über Rang drei freuen. 70,859, 71,863 und 74,717 Prozent waren ihre Bewertungen.

Besser war nur ein Paar aus Dänemark, ebenfalls Teilnehmer des CHIO Aachen CAMPUS Exzellenz-Programms: Laura Qvist mit dem auch erst achtjährigen Revolution-Sohn Hafsjolds Ranger.

Finale der Children nach Belgien, Titel an Soddemann

Dass die Belgier auf dem Dressurviereck auf dem Vormarsch sind, sieht man nicht nur an Justin Verboomen und seinem Rheinländer Hengst Zonik Plus, sondern auch an den Nachwuchstalenten. Eines davon war in Aachen dieses Jahr das Maß der Dinge in der Einzelaufgabe der Children, die keine Kür reiten: EM-Silbermedaillengewinnerin (Mannschaft) Elise van Os mit Reliv van’t Amaryllishof. Für die 14-jährige Elise war die gestrige Prüfung ihr letzter Auftritt bei den Children. Den zelebrierte sie: 77,454 Prozent für sie und ihren achtjährigen Ferdeaux-Sohn und damit der deutliche Sieg.

Hallen-Championesse wurde allerdings eine andere Reiterin, die Mannschaftseuropameisterin Lynn Sophie Soddemann (13) auf der erst sechsjährigen Fürstin Schufro GV. Diese Westfalen-Stute ist eine Tochter von Lynns EM-Partner Fürst Schwarzenberg MT. Hinter den Kürzeln „GV“ und „MT“ verbergen sich Züchterin und Besitzerin in Personalunion: die österreichische Olympiasiegerin Elisabeth Max-Theurer bzw. ihr Gestüt Vorwerk. Ihren Namen hat Fürstin Schufro nicht umsonst. Ihre Großmutter v. Donnerhall-Pik Bube I ist eine Vollschwester zu Starvererber Don Schufro. Für Fürstin Schufro war dies der erste Auftritt vor so einer Kulisse mit ihren erst sechs Jahren und das zweite Turnier mit Lynn im Sattel. Die fehlende gemeinsame Erfahrung merkte man ihnen nicht an – Sieg in der Mannschaftsprüfung mit 78,125 Prozent, Platz zwei in der Einzelwertung mit 76,931 Prozent.

Auch bei den Children schaffte es eine Reiterin aus dem Rheinland zweimal unter die Top drei: Paula Kempkens im Sattel ihres Don Darius-Sohnes Donnizelli. In der Mannschaftsaufgabe erhielten sie 75,225 Prozent, in der Einzelaufgabe 73,588 Prozent. Das bedeutete beide Male die weiße Schleife.

Pony-Tour an Children-Europameisterin

3, 2, 1, meins könnte man zum Teilgewinn von Laura Kohoutek aus Baden-Württemberg bei den Ponys sagen. Im Sommer war die 14-jährige mit ihrer Hannoveraner Stute Shakeela Doppel-Europameisterin bei den Children geworden. Nun sicherte sie sich mit ihrem Pony-Wallach Der kleine Sunnyboy WE die Pony-Tour bei den Aachen Dressage YoungStars. In der Mannschaftsaufgabe mussten sie sich mit ihren 72,524 Prozent noch Hannah Charlotte Isbruch auf DSP Der kleine Champion (72,952) und Leni-Sophie Gosmann mit Diamantini EA WE (72,715)geschlagen geben. In der Einzelaufgabe siegte Hannah erneut (73,289) und Laura Kohoutek konnte sich mit 72,613 Prozent auf den zweiten Platz schieben, wobei sie diesmal ein anderes Paar aus dem Rheinland hinter sich ließ, Carlotta Wittmann mit Morgensterns Delicius (71,036). Die große Stunde von Laura und ihrem kleinen Sunnyboy schlug dann in der Kür, wo sie sich mit 77,225 Prozent den Sieg sicherten.

Dieses Ergebnis reichte für Laura Kohoutek, um in der Gesamtwertung an Mannschaftseuropameisterin Hannah Charlotte Isbruch und Der kleine Champion vorbeizuziehen. Nach den beiden Siegen mussten sie sich in der Kür mit Rang zwei begnügen (75,892 Prozent).

Eine sehr glückliche Laura Kohoutek erklärte später: „Damit habe ich in diesem starken Starterfeld überhaupt nicht gerechnet!“

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