Cian O'Connor und Pegasus beim CHIO Aachen 2025. Foto: Sportfotos-lafrentz.de
Cian O'Connor und Pegasus beim CHIO Aachen 2025. Foto: Sportfotos-lafrentz.de

Dexamethason bei Pferd von Cian O’Connor festgestellt

Cian O'Connor und Pegasus beim CHIO Aachen 2025. Foto: Sportfotos-lafrentz.de
Cian O’Connor und Pegasus beim CHIO Aachen 2025. Foto: Sportfotos-lafrentz.de

Bereits im Oktober hatte man bei einem der Nachwuchspferde des irischen Springreiters Cian O’Connor im Rahmen einer Medikationskontrolle auf einem Turnier in Mexiko das Medikament Dexamethason, ein Kortisonpräparat, im Organismus gefunden. Der Reiter konnte eine Sperre durch das FEI Fast Track Verfahren vermeiden, wurde aber disqualifiziert.

In San Miguel de Allende, Mexiko, stellte Cian O’Connor den damals achtjährigen Rheinländer Pegasus v. Checkter vor. Er reitet den Schimmel aus der Zucht von Hermann Tieben erst seit Mitte 2025. Zuvor ging er unter der Kanadierin Beth Underhill und davor mit Tobias Kuhlage und Manuel Feldmann. Mit O’Connor wurde Pegasus auf Anhieb Dritter im Finale des Sparkassen-Youngsters-Cup beim CHIO Aachen und platzierte sich noch in anderen Youngster-Touren auf hochkarätigen Turnieren. Im Herbst ging es dann nach Mexiko, wo der Wallach seinen ersten 1,45 Meter-Grand Prix sprang. Das war die Gelegenheit, bei der er getestet wurde und sich Dexamethason in seinem Organismus fand. Das Kortison-Präparat fällt unter die Rubrik „Kontrollierte Medikation“ in der Einteilung des Weltreiterverbandes FEI. Das bedeutet, dass es grundsätzlich ein Medikament ist, das Pferden gegeben werden darf, aber nicht im Turniereinsatz.

Fast Track Verfahren

Bei positiven Medikationstests mit Substanzen aus dem Bereich der Kontrollierten Medikation haben die „Persons Responsible“ (PR, die „verantwortlichen Personen“, in der Regel die Reiter, Anm. d. Red.) beim Erstvergehen die Möglichkeit, ein Fast Track Verfahren in Anspruch zu nehmen. Damit schlagen sie die Möglichkeit aus, in einem Verfahren freigesprochen zu werden, sollten sie ihre Unschuld beweisen können, akzeptieren die Disqualifikation von dem Turnier mit dem positiven Test sowie eine Geldstrafe und die Verfahrenskosten. Im Gegenzug werden sie nicht gesperrt. Zu einem Verfahren kommt es, wenn innerhalb von vier Jahren noch einmal eine der „Kontrollierten Medikation“ zugehörige Substanz gefunden wird.

Cian O’Connor hatte sich für das Fast Track Verfahren entschieden, musste 1500 Schweizer Franken Strafe zahlen sowie die Verfahrenskosten in Höhe von 1000 Schweizer Franken erstatten, wurde aber nicht gesperrt, nur von dem betroffenden Turnier in San Miguel de Allende disqualifiziert.

O’Connor: keine Medikamente verabreicht

Erstmals berichtet wurde über die Angelegenheit kurz vor Weihnachten in der irischen Tageszeitung Irish Independent. Dem sagte O’Connor:

„Ich habe gegenüber der FEI kategorisch erklärt, dass weder ich noch mein Team dem Pferd derartige Medikamente verabreicht haben.“

Seine Erklärung dafür, dass es dennoch eine positive Dopingprobe gab, lautet: „In den letzten Monaten bin ich viel von Kontinent zu Kontinent gereist, um an verschiedenen Turnieren teilzunehmen. Dabei habe ich oft örtliche Futtermittel, Einstreu und Transporter benutzt, die nicht mir gehörten oder nicht meiner Kontrolle unterstanden.“

Da das nun zwei Wochen zurückliegt, hatten wir bei den Karlswood Stables nachgefragt, ob es mittlerweile gesicherte Erkenntnisse dazu gibt, wie die Substanz in das Pferd gelangen konnte. Noch haben wir keine Antwort, reichen die aber nach, sobald wir sie erhalten.

Über Cian O’Connor

Cian O’Connor war bei vier Olympischen Spielen, sechs Welt- und acht Europameisterschaften für Irland am Start. Sein Championatsdebüt bei den Senioren hatte er 2002 gegeben, damals bei den Weltreiterspielen in Jerez. Zwei Jahre später war er Bester bei den Olympischen Spielen in Athen. Olympiasieger konnte er sich aber nur kurze Zeit nennen, denn bei seinem Pferd Waterford Crystal wurde die verbotene Substanz Fluphenazin festgestellt, ein Psychopharmakon aus der Humanmedizin.

Bei seinen zweiten Olympischen Spielen 2012 in London gewann O’Connor dann Bronze in der Einzelwertung. Ferner gehörte er zur siegreichen Mannschaft bei den Europameisterschaften 2017 und holte hier ebenfalls Bronze in der Einzelwertung.

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