Neben den Spiegeln gibt es auch bei den Reithallenbanden große Unterschiede – nicht nur, was die Langlebigkeit betrifft, sondern auch hinsichtlich des Sicherheitsgedankens. Dominik Ganske ist mit seiner Firma HEGA spezialisiert rund ums Thema Holz und produziert auch Reithallenbanden. Er gibt Tipps, worauf es zu achten gilt.
„Man sieht immer noch Reithallenbanden, die aus OSB- oder dünnen Fichten platten gefertigt sind. Die wirken auf den ersten Blick funktional, bergen jedoch ein gewisses Sicherheitsrisiko, da beide Materialien schnell brechen, sollten sie einen Tritt abbekommen.“ Am stabilsten und auch langlebigsten sind aus Sicht des Experten heimische Hölzer wie Lärche und vor allem Eiche. „Um eine gewisse Stabilität zu erreichen, würde man bei Banden aus Fichte eine Bohlendicke von 40mm wählen. Im Vergleich dazu reichen bei Eichenholz 20mm aus“, erklärt er. Seine Firma habe sich dennoch für 30mm Eichenbohlen entschieden. „Das ist besser zu verarbeiten und man ist wirklich komplett safe, was den Trittschutz anbelangt. Bei dem Holz kann man auch problemlos einmal nachschleifen oder -hobeln, falls Schrammen reinkommen.“

Fichte oder Eiche? Stabil muss es sein
Ein weiterer Unterschied im Bereich der Bandenhölzer ist die Verarbeitung. „Oft wird mit Nut und Feder gearbeitet. Bricht dort mal ein Brett, müssen gleich 1,5 bis 2 Meter der Bande herausgenommen werden, um es auszutauschen. Wurde mit einer Wechselfalz gearbeitet, lassen sich auch einzelne Bretter relativ einfach auswechseln.“
Was die Optik angeht, können die Kunden zwischen verschiedenen Varianten wählen. Der Experte empfiehlt jedoch, das Holz möglichst nur mit einer klaren Lasur zu behandeln und nicht zu lackieren, um die Holzoptik zu erhalten. „Wer sich eine ausgefallene Farbe wünscht, kann sonst direkt auf Kunststoffbretter zurückgreifen, denn wenn das Holz dick lackiert wird, sieht es schon fast aus wie Kunststoff“, sagt er. Darüber hinaus gebe es aber auch verschiedene Öle, die die Farbe des Holzes beeinflussen und es so beispielsweise gräulich erscheinen lassen – je nachdem, welche Farbnuance sich der Kunde wünscht.

Curved-Bande: Weniger langlebig
Ganske rät ausschließlich zu Banden mit geraden Hölzern – geschwungene Banden würde er nicht empfehlen. „Zum einen sind sie sehr schwierig einzubauen, zum anderen kommt es immer wieder zu Problemen beispielsweise bei den Drehtüren.“ Zudem bestünden solche Banden nur aus gebogenem Sperrholz in mehreren Pappel Schichten, seien also nicht sehr bruchsicher. Auch müsse bedacht werden, dass mit einer Curved-Bande auch das zu bereitende Viereck kleiner werde als bei einer herkömmlichen geraden Bande. „So habe ich unter Umständen nicht mehr die geförderten Turniermaße.“
Um die Bande möglichst lange nutzen zu können, rät der Experte dazu, sie möglichst wenig Feuchtigkeit auszusetzen. „Bei Hallenberegnungen sollte man immer darauf achten, dass das Wasser nicht bis zur Bande kommen. Das lässt sich bei den fahrbaren Beregnungen oft einstellen und bei statischen kann es helfen, die Position der Spritzdüsen zu verändern.“
Sollte eine Reinigung nötig werden, rät Ganske zum einfachen Abbürsten mit einem feinen Besen und dem Nacharbeiten mit einem Lappen. Das Abspritzen mit einem Schlauch sollte eher vermieden werden, besonders fatal sei aber das Abspritzen mit einem Hochdruckreiniger. „Im Zweifelsfall zerstöre ich damit die schützende Lasur.“ Die sollte übrigens alle paar Jahre einmal erneuert werden – möglichst, nachdem die Bande einmal abgeschliffen wurde
Der RRP-Experte: DOMINIK GANSKE

Dominik Ganske ist Geschäftsführer der Firma HEGA GmbH aus Ennigerloh, die sich sowohl auf den Bau von Reithallen-Spiegeln als auch Reithallen-Banden spezialisiert hat. Das Unternehmen bietet maßgefertigte Lösungen und beliefert nicht nur Ställe in Europa, sondern auch in Dubai oder Amerika. Dabei legt es besonderen Wert darauf, dass die verwendeten Materialien aus Deutschland kommen.





