
Als ein „perspektivreiches Pony – kaum zu glauben, dass er erst sechs Jahre alt ist” beschrieb Richterin Nicole Nockemann, die die Kommentierung der Ritte auf dem Bundeschampionat übernahm, den neuen Champion der sechsjährigen Dressurponys, Darboven K WE vom Zuchtverband Weser-Ems.
Und die Vorstellung, die der bewegungsstarke Hengst unter seiner Reiterin, Filippa Jaeger Jensen, im Warendorfer Dressurviereck ablieferte, war wirklich beeindruckend. Für seinen energischen, mit viel Schulterfreiheit und bereits hoher Versammlungsbereitschaft ausgestatteten Trab erhielt der Dallmayr K x FS Champion de Luxe-Nachkomme eine 8,8. Taktsicher und fleißig präsentierte er sich im Schritt, für den er mit einer 7,8 belohnt wurde – man wünschte sich trotz aller Gefälligkeit noch mehr Losgelassenheit. Im Galopp gab es erneut die 8,8 – hier präsentierte sich Darboven K WE gut im Bergauf und mit beeindruckender Geraderichtung. In der Durchlässigkeit hob Nicole Nockemann die sehr sicheren einfachen Wechsel und das gelungene Kurzkehrt hervor, was eine 8,2 bedeutete. Und auch im Gesamteindruck spiegelte sich die Begeisterung für dieses Pony wider: Hier gab es eine 8,7. Mit dem Endergebnis von 8,46 setzte sich der von Hermann Koopmeiners gezogene Hengst schließlich an die Spitze des Starterfeldes, das auch in diesem Jahr eine Menge herausragender Ponys bereithielt, von denen man sicherlich einige im internationalen Sport wiederzusehen bekommt.
Einen Doppelerfolg konnte Lynn Sophie Sodemann für sich verbuchen, die gleich zwei hochkarätige Vierbeiner für das Finale qualifiziert hatte. Beide setzte sie heute noch einmal gekonnt in Szene und spickte ihre Ritte mit zahlreichen Highlights. Am Ende platzierte die junge Reiterin tatsächlich beide Ponys punktgleich auf Rang zwei – mit jeweils 8,28 Notenpunkten. Neuer Vizebundeschampion der sechsjährigen Dressurponys ist demnach einmal DSP Dornfelder, ein von Dreiklang AT x Blanchet abstammender Hengst aus der Zucht von Mario Husung, der die heutige Finalprüfung eröffnete. Nicole Nockemann freute sich über dieses schick aufgemachte Pony mit seinem schwungvoll-dynamischen Trab, für den es mit einer 8,5 ausgezeichnet wurde. Der sehr losgelassene und taktstabile Schritt wurde noch einmal höher bewertet – mit einer 8,7. Für einen gleichmäßigen, ansprechenden Galopp, in dem man sich jedoch dauerhaft noch mehr Bergauftendenz wünschte, gab es eine 8,0. Für die Durchlässigkeit vergaben die Richter unter Berücksichtigung der guten Reiteigenschaften des Ponys, allerdings auch eines kleinen Missverständnisses zum Ende der Prüfung, eine 7,8. Den Gesamteindruck, eine 8,4, brachte Nicole Nockemann kurzerhand auf den Punkt: „So ein Pony wollen wir im Dressursport sehen.”
Den weiteren Vizetitel sicherte sich Chocoversum, der für seinen Trab sogar mit einer 9,0 belohnt wurde. „Wir sahen hier ein sehr athletisches Dressurtalent, federnd im Trab und außergewöhnlich in der Versammlung”, resümierte Nicole Nockemann. Taktsicher und in guter Dehnung präsentierte sich der Cosmopolitan D NRW x FS Dior de Luxe-Nachkomme im Schritt, für den er eine 8,2 bekam. Und auch im Galopp konnte der von Werner Bussmann gezüchtete Hengst überzeugen: Mit aktiver, kraftvoller Hinterhand und dem ersten Mittelgalopp als Highlight, wurde die Note – eine 8,1 – lediglich durch ein Umspringen im Außengalopp geschmälert, das natürlich auch in der Durchlässigkeit entsprechend berücksichtigt wurde (7,8). Für den Gesamteindruck vergaben die Richter letztlich eine 8,3.

Auf Rang fünf fand sich mit Pauline Kesting eine rheinische Nachwuchsreiterin wieder. Sie hatte Dein Glück unter dem Sattel, einen Hengst von der Zuchtgemeinschaft Schulz und Fiehring, der, ebenso wie der heutige Sieger, von Dallmayr K abstammt. Muttervater ist in diesem Fall Menai Consultant. Nicole Nockemann beschrieb den Braunen als „charmanten Dressurpony-Aspiranten“, der sich vor allem durch seinen gut im Bergauf angelegten, kraftvollen Galopp mit gelungenen Verstärkungen auszeichnete, wofür er mit einer 8,0 belohnt wurde. Der Schritt, sehr taktbestimmt und schreitend, erhielt eine 7,8 und der Trab, stets gleichmäßig und fleißig, eine 7,6. In der Durchlässigkeit kassierte das „sehr arbeitswillige und leistungsbereite Pony, das im Training einfach noch weiter stabilisiert werden sollte”, eine 7,4. Sowohl der Gesamteindruck als auch das Endergebnis beliefen sich schließlich auf eine 7,7.

Ein Paar, bei dem sowohl Reiterin als auch Pony aus dem Rheinland stammen, reihte sich zudem auf dem achten Platz ein: Hanna Sofie Clauberg und Ophir B. „Hier haben wir ganz viel Gutes zu sehen bekommen”, freute sich Nicole Nockemann, die Hanna unter anderem dafür lobte, dass sie es verstand, „ihr Pony zu fordern, aber nicht zu überfordern.” Ophir B, ein Sohn des Dornier B x Pythagoras B vom Gestüt Bönniger, präsentierte sich im Trab fleißig, aber nicht eilig (7,8) und im Schritt überaus taktstabil und gleichmäßig (8,0). In den Wertnoten für Galopp und Durchlässigkeit, einer 7,4 und einer 6,8, spiegelte sich ein zweimaliges Ausfallen wider. Doch im Gesamteindruck gab es erneut eine 7,4, sodass sich das Endergebnis auf 7,48 Notenpunkte belief.





