Cesar Parra mit Van the Man beim Weltcup-Finale 2014 in Lyon. Foto: sportfotos-lafrentz.de
Cesar Parra mit Van the Man beim Weltcup-Finale 2014 in Lyon. Foto: sportfotos-lafrentz.de

Cesar Parra legt Widerspruch gegen FEI-Urteil beim CAS ein

Cesar Parra mit Van the Man beim Weltcup-Finale 2014 in Lyon. Foto: sportfotos-lafrentz.de
Cesar Parra mit Van the Man beim Weltcup-Finale 2014 in Lyon. Foto: sportfotos-lafrentz.de

Wie der Internationale Sportgerichtshof CAS (Court of Arbitration for Sports) auf Anfrage bestätigt hat, hat der ehemalige Championatsdressurreiter Cesar Parra Widerspruch gegen das Urteil des Weltreiterverbandes FEI gegen ihn eingelegt. Die FEI hatte Parra wegen Tierquälerei für 15 Jahre gesperrt.

15 Jahre Sperre wegen „Handlungen wider des Pferdewohls“, 15.000 Schweizer Franken Strafe und 10.000 Schweizer Franken Prozesskosten – so lautete das Urteil des Weltverbandes Cesar Parra. Der Hintergrund: Es wurden mehrere Filmaufnahmen veröffentlicht, die Parra zeigen, wie er Pferde eng ausgebunden mit Strippen und Gerte malträtiert und wie er sie im Sattel sitzend prügelt. Am 2. Februar 2024 wurde Parra vorläufig gesperrt. Am 4. August dieses Jahres wurde das obige Urteil veröffentlicht.

Demnach hätte Parra bis zum 1. Februar 2039 an keinerlei Turnieren, anderen Veranstaltungen oder damit verbundenen Aktivitäten unter der Zuständigkeit der FEI oder eines nationalen Verbandes teilnehmen dürfen. Außerdem war es ihm untersagt worden, FEI-registrierte Reiter und/oder FEI-registrierte Pferde zu trainieren. Parra hatte nach Urteilsverkündung 21 Tage lang Zeit, Widerspruch beim Internationalen Sportgerichtshof CAS einzulegen.

Widerspruch beim CAS

Das hat der 62-Jährige, der in Florida beheimatet ist, nun getan, wie der CAS auf Anfrage von Rheinlands Reiter + Pferde bestätigt hat. Zuerst hatte die US-amerikanische Website Dressage-news.com darüber berichtet. Demnach führt Parra in der Begründung seiner Berufung an, dass er nur einer von sieben Dressurreitern ist, die in den vergangenen beiden Jahren wegen angeblicher Pferdemisshandlung verurteilt wurden, aber alle nur für maximal ein Jahr.

Tatsächlich ist Parras Sperre die längste, die das FEI-Tribunal jemals ausgesprochen hat. Der US-Springreiter Andrew Kocher hatte eine zehnjährige Sperre seitens der FEI bekommen, weil er elektrische Sporen benutzt hat. Auch er versuchte, Berufung beim CAS einzulegen. Diese wurde allerdings zurückgewiesen.

Laut Dressage-news.com hat Parra die Unterstützung von 54 Leuten in seinem Umfeld wie Kunden, Tierärzten, Hufschmieden und auch einer Dressurrichterin.

Von Seiten des CAS heißt es, die Parteien tauschten gerade Schriftsätze aus. Eine mündliche Verhandlung könne entsprechend ihrer Vereinbarung später stattfinden.

Lebenslange Sperre wäre möglich gewesen

Nicht erst nach Bekanntwerden dieses Falles stellte sich die Frage, ob es dem Weltverband eigentlich möglich ist, einen Reiter lebenslang zu sperren. Auf Anfrage bei der FEI erhielten wir dazu folgende Stellungnahme:

„Die FEI beantragte eine lebenslange Suspendierung im Fall von Cesar Parra, was die Häufigkeit, Anzahl und Vielfalt der Anklagepunkte des Missbrauchs von Pferden widerspiegelt. Obwohl das FEI-Tribunal dem Antrag der FEI nicht vollständig stattgegeben hat, respektiert die FEI die Entscheidung des Tribunals, zumal eine 15-jährige Suspendierung eine der härtesten Strafen darstellt, die jemals von der Behörde verhängt wurden.“

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