Isabell Werth und Don Johnson bei den Europameisterschaften 2015 in Aachen. Foto: sportfotos-lafrentz.de
Isabell Werth und Don Johnson bei den Europameisterschaften 2015 in Aachen. Foto: sportfotos-lafrentz.de

Beinbruch: Isabell Werths Don Johnson gestorben

Isabell Werth und Don Johnson bei den Europameisterschaften 2015 in Aachen. Foto: sportfotos-lafrentz.de
Isabell Werth und Don Johnson bei den Europameisterschaften 2015 in Aachen. Foto: sportfotos-lafrentz.de

Traurige Nachrichten aus Rheinberg. Der Stall Werth musste Abschied von Don Johnson nehmen.

Auf ihrer Instagram-Seite hat Isabell Werth ein Video ihrer sechs Rentner auf der Weide gepostet. Wie in der Abteilung traben die sechs Senioren ganz gemächlich hintereinander her, bis sie wieder zur Ruhe kommen und nebeneinander fressen. Vorneweg: Don Johnson, Johnny.

Nun müssen die anderen fünf einen neuen Anführer auswählen. Denn Don Johnson lebt nicht mehr. Wie Werth zu dem Video schreibt, musste der Hannoveraner Don Frederico-Sohn wegen eines „unheilbaren Beinbruchs“ eingeschläfert werden. Er wurde 24 Jahre alt.

Werth weiter: „Lieber Jonny, Du warst ein ganz besonderes Charakterpferd, mein „Sparringspartner“ über nahezu 15 Jahre, ein Tausendfüßler, der zum Modellathleten wurde. Du warst immer zur Stelle, wenn irgendwo eine Party gefeiert wurde, und immer für eine spezielle Tanzeinlage gut. Du bist Dir und uns bis zum Ende treu geblieben! Danke für die besonderen Momente und Jahre.“

Über Don Johnson

Der Hannoveraner Wallach Don Johnson FRH kam 2001 bei Ulrike Meyer zur Welt. Sein Vater ist der Celler Landbeschäler Don Frederico v. Donnerhall-Consul. Die Mutter Werona stammt ab v. Warkant-Forrest xx.

In den ersten Reit- und Dressurpferdeprüfungen wurde er von Matthias Klatt vorgestellt, bei dem er seine Grundausbildung erhielt. Klatt war es auch, der Don Johnson und Isabell Werth zusammen brachte. In ihrem Buch „Was für ein Mensch ist mein Pferd“ schreibt Isabell Werth über diese erste Begegnung.

„Vor mir stand, sorry Johnny, eine Mähre. Dieser Unterhals, diese hohe Kruppe – ich dachte, das kann nicht sein, dass mir dieses Pferd angeboten wird.“

Doch dann sah sie ihn unter dem Sattel, sah die Elastizität und Beweglichkeit des Braunen (die er auch gerne dazu nutzte, um wie ein Bronco zu bocken) und änderte ihre Meinung. Zumindest wollte sie der Sache eine Chance geben, nachdem sie ihren früheren Mentor, Dr. Uwe Schulten-Baumer, um Rat gebeten hatte. So durfte Johnny bleiben und aus der „Mähre“ wurde ein Grand Prix-Pferd, das im Laufe seiner Karriere fast 90 Prüfungen der höchsten Klasse gewonnen hat, 2013 EM-Teamgold holte, 2015 zum EM-Bronzeteam gehörte und nur um einen Wimpernschlag an Einzelbronze in der Kür vorbeigeschrammt ist.

Werth sagt, die Energie, mit der man Don Johnson mitunter abenteuerlich bockend auf dem Abreiteplatz sah, sei Ausdruck seines Charakters gewesen – wild und frech. Das, zusammen mit seiner Elastizität, hätte ihn zu dem Dressurpferd gemacht, das er später wurde.

Auf jeden Fall war Don Johnson ein Pferd, dem man seine Schlauheit auf den ersten Blick ansah. Kein Wunder, dass er Anführer seiner Herde war. Sechs Jahre lang war er das.

Mit 18 Jahren wurde er beim Frankfurter Festhallenturnier 2019 aus dem Sport verabschiedet.

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