Spannung bis zum letzten Sprung, schnelle Runden und jede Menge Nachwuchstalente. Das dreitägige Ponyspringturnier auf dem Tünglerhof der Familie Miß hielt am ersten Oktoberwochenende, was es im Vorfeld versprochen hatte. Aus dem ganzen Bundesgebiet war der Reiternachwuchs nach Xanten gereist, um sich in anspruchsvollen Prüfungen miteinander zu messen. Am Ende durften sich Stefan und Julia Miß mit ihrem gesamten Team über ein sportlich hochklassiges und rundum gelungenes Turnier freuen.
Schon der Auftakt hatte es in sich. Lisa-Marie Janßen aus Keppeln erwischte einen Start nach Maß und sorgte gleich für den ersten Doppelerfolg des Turniers. Im Sattel des Hengstes Mc Corney WE setzte sie sich in der Pony-Springprüfung der Klasse A** gegen Meliha Lübcke-Kara aus Schwarme mit Kris Kross van Orchid’s durch. Auch im anschließenden L-Springen hatte Janßen die Nase vorn. Zweimal Gold für die Keppelnerin, ein Auftakt, der deutlich machte, dass die Konkurrenz auf dem Tünglerhof hochkarätig besetzt war. Aber auch Marlene Richter aus Schwerte hinterließ ihre Visitenkarte. Im Punktespringen der Klasse L ritt sie mit Raising Storm der Konkurrenz davon und sicherte sich souverän den Sieg. In der Ponystilspringprüfung der Klasse L rückte dann Mia Tappe vom RSV Oberhausen-Königshardt in den Mittelpunkt. Auf Dolly Jumper H zeigte sie einen nahezu mustergültigen Ritt und erhielt mit 8,5 die höchste Wertnote der Prüfung. Das Richter-Duo Matthias Gering und Achim Lennartz sah ein ausbalanciertes und losgelassenes Paar. Besonders das sichere und entschlossene Anreiten der Hindernisse überzeugte.
Und Tappe sollte an diesem Wochenende noch deutlich mehr Grund zum Jubeln haben. Denn in der anschließenden mittelschweren Ponyspringprüfung wartete der Höhepunkt des Turniers. Tappe ging mit Dolly Jumper H erneut an den Start und lieferte ab. Pfeilschnell und ohne einen einzigen Strafpunkt flog das Paar durch den von Georg Broeckmann und René Lange gebauten Parcours. Nach 53,17 Sekunden war die Ziellinie erreicht: Der Sieg war perfekt. Nur wenige Zehntelsekunden trennten die ersten drei Plätze. Fynn Lugge aus Hexbachtal kam mit Haribo du Ruisseau ebenfalls fehlerfrei in 53,44 Sekunden ins Ziel und belegte Rang zwei. Lya-Sophie Verhülsdonk aus Keppeln wurde mit Ramba Zamba d’Alpen und einer Zeit von 53,60 Sekunden Dritte. Auch die Qualifikation zur Hagedorn Pony Trophy Tour 2026 sorgte für spannende Momente. Im Ponyspringen auf A**-Niveau mit steigenden Anforderungen setzte sich erneut Marlene Richter durch. Mit Raising Storm blieb sie fehlerfrei und erreichte das Ziel in 45,74 Sekunden.
Den jüngsten Turnierteilnehmern der insgesamt 21 Prüfungen gehörte schließlich die Bahn beim Pony-Führzügelwettbewerb. Hier bewies Sophia Gardemann vom Reitsportzentrum Lichtenholz auf Valero du Ciel ihr Können. Mit der Wertnote 8,0 zeigte sie die beste Vorstellung und durfte sich über die Goldschleife freuen. Zum Abschluss wurde es noch einmal richtig spannend. In der Ponyspringprüfung der Klasse M mit Stechen mussten sich die Reiterinnen und Reiter über Hindernisse bis zu einer Höhe von 1,20 Metern kämpfen. Nach dem fehlerfreien Normalumlauf hatten sich Mary-Ann Hollenbach aus Rot am See mit Dimedor Merveilles, Paulina-Marie Widack vom Silberberghof mit Rock my Heart und Fynn Lugge aus Hexbachtal mit Haribo du Ruisseau für das Stechen qualifiziert. Alle drei blieben auch in der entscheidenden Runde ohne Fehler. Dann wurde es zum echten Herzschlagfinale: Fynn Lugge setzte mit 33,98 Sekunden die Bestzeit. Paulina-Marie Widack kam mit 34,00 Sekunden nur zwei Hundertstelsekunden später ins Ziel. Knapp dahinter folgte Mary-Ann Hollenbach. Damit bekam das Turnier zum Abschluss genau das, was guter Ponyspringsport verspricht: Spannung bis zum letzten Sprung.
Für die Familie Miß und ihr Team war das erste Oktoberwochenende damit ein voller Erfolg. Der Tünglerhof erwies sich einmal mehr als starker Austragungsort für den Ponysport und bot dem bundesweit angereisten Reiternachwuchs hervorragende Bedingungen. Vor allem aber zeigten die drei Turniertage eines: Der Nachwuchs steht bereit und er hat ordentlich Tempo im Sattel.
Stephan Derks





