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Deutschland nach Marathon auf Rang vier

Was für ein Wechselbad der Gefühle für die deutschen Fahrer: Nach der Dressur schienen die Chancen auf den WM-Titel mehr als schlecht, doch dann startet das Team doch als führendes in den Marathon und beendete diesen schlussendlich auf Rang vier.

Was war passiert? Nach der Dressur gaben die Richter bekannt, dass Mareike Meiers Dressurergebnis – 40,99 Punkte und in der Einzelwertung Rang sechs – nicht gewertet wurde. Schuld sei ein Gebiss gewesen, das nicht mehr regelkonform sei. Die deutsche Teamführung legte jedoch Einspruch ein und bekam Recht: Damit rangierte Deutschland vor dem Marathon nicht mehr nur auf Rang drei, sondern hatte die Führungsposition inne.

Anspruchsvolle Hindernisse

Der heutige Marathon hatte es in sich: Acht Hindernisse warteten in der Aachener Soers, sorgfältig konzipiert von Parcoursbauer Alexander Flocke. „Die Hindernisse sind schwer und sehr lang, aber es gibt viele Alternativen, auch für die schwächeren Fahrer“, sagte der rheinische Starter Rene Poensgen im Vorfeld. Er ist als Einzelstarter bei der WM dabei und hatte die Dressur auf Rang 15 beendet.

Poensgen sollte Recht behalten: Das Gelände stellte so manch ein Gespann vor eine echte Herausforderung. Nicht nur aufgrund des Schwierigkeitsgrads, sondern auch, weil das Geläuf gestern und über Nacht ordentlich Regen abbekommen hatte. Dementsprechend war der Boden teils tiefer und rutschiger als erwartet – das bedeutete eine zusätzliche Kraftanstrengung für die Pferde.

Rene Poensgen beschrieb die Hindernisse in Aachen als „sehr schwer und sehr lang“. Foto: Thamm

Boyd Exell macht Boden gut

Nach der Dressur hatte noch Chester Weber an der Spitze des über 50 Teilnehmer starken Feldes gelegen. Der US-Amerikaner hatte 81,083 Prozent und damit lediglich 30,40 Strafpunkte erzielt. Der Australier Boyd Exell wurde mit 31,86 Punkten Zweiter. Im Gelände änderten sich die Kräfteverhältnisse dann aber: Exell absolvierte die acht Hindernisse mit 110,48 Strafpunkten und erreichte damit das viertbeste Ergebnis der Geländeprüfung. In Kombination mit seinem Dressurergebnis reichte das, um Weber deutlich zu überholen. Mit nun 142,34 Punkten führt der Australier nun die Gesamtwertung an.

Besonders stark präsentierte sich auch Dries Degrieck. Der Belgier erzielte mit 109,53 Punkten das drittbeste Geländeergebnis. Seine 38,19 Punkte aus der Dressur hinzuaddiert, kommt er auf 147,72 Strafpunkte und schob sich damit auf Rang zwei der Gesamtwertung.

Chester Weber erreichte im Gelände 119,21 Punkte – und damit Rang 15 dieser Teilprüfung. Dank seines großen Vorsprungs aus der Dressur bleibt er dennoch im Medaillenkampf dabei: Mit insgesamt 149,61 Punkten geht er als Dritter in das abschließende Kegelfahren.

Anna Sandmann verpasst knapp Podiumsplatz

Für Anna Sandmann ging es nach ihrem sehr guten vierten Platz in der Dressur ebenfalls darum, ihre gute Ausgangsposition zu behaupten. Für das Geländefahren spannte sie Cobra, Harley, Iwan van de Martha Hoeve Texel und Musketier an. Nach den acht Hindernissen schlugen für sie 119,16 Strafpunkte zu Buche. Damit belegte sie in der Geländewertung Rang 14. Zusammen mit ihren 38,32 Punkten aus der Dressur ergibt sich ein Zwischenstand von 157,48 Strafpunkten. Damit liegt Anna Sandmann nach zwei von drei Teilprüfungen auf Rang fünf der Einzelwertung.

Mareike Meier rückt auf Platz sechs vor

Nur einen Rang hinter Sandmann folgt mit Anna Mareike Meier die nächste deutsche Mannschaftsfahrerin. Meier absolvierte die Geländeprüfung mit Friedolin, Racciano, Zalando und Zazou und erzielte 118,22 Strafpunkte. Das bedeutete Rang zwölf in der reinen Geländewertung und zugleich das beste Ergebnis der drei deutschen Mannschaftsfahrer in dieser Teilprüfung. Mit ihren 40,99 Strafpunkten aus der Dressur kommt Meier nach zwei Prüfungen auf insgesamt 159,21 Punkte und liegt damit auf Rang sechs der Weltmeisterschaftswertung.

Christoph Sandmann Elfter

Christoph Sandmann ging mit Jordan, Las Vegas, Max van het Rodeland und Melviro auf die Strecke und beendete die Teilprüfung mit 120,63 Strafpunkten auf Rang 16. Nach seinen 44,78 Punkten aus der Dressur kommt er insgesamt auf 165,41 Strafpunkte und belegt damit vor dem Kegelfahren Rang elf der Einzelwertung.

Der Rheinländer Rene Poensgen ist bei der WM als Einzelstarter angetreten und rangiert aktuell auf Platz 16 der Gesamtwertung. Foto: Thamm

Rene Poensgen auf Rang 16

Der rheinische Einzelfahrer Rene Poensgen trat mit Fax, Harold, Kadans und Lieveling zum Gelände an. Er sammelte 122,12 Strafpunkte und belegte damit Rang 18 der Teilprüfung. Gemeinsam mit seinen 49,84 Strafpunkten aus der Dressur ergibt das 171,96 Punkte und Rang 16 in der Gesamtwertung.

Deutschland nach dem Gelände auf Rang vier

Das Gelände hat die Mannschaftswertung ordentlich durcheinander gewürfelt: Hatte Deutschland nach der korrigierten Dressurwertung noch an der Spitze gelegen, geht die Mannschaft nun auf Rang vier in die abschließende Entscheidung. An der Spitze liegt vor dem Kegelfahren Australien mit 308,06 Strafpunkten. Dahinter folgen die Niederlande mit 310,37 Punkten und Belgien mit 310,82 Punkten auf den Plätzen zwei und drei.

Wer es am Ende auf die Medaillenränge sowohl in der Team- als auch in der Einzelwertung schafft, entscheidet sich beim morgigen Kegelfahren. Der Startschuss zu der letzten WM-Teilprüfung fällt um 8.30 Uhr.

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