Charlotte Fry und Glamourdale bei ihrem letzten Auftritt in London 2024. Foto: FEI/Jon Stroud
Charlotte Fry und Glamourdale bei ihrem letzten Auftritt in London 2024. Foto: FEI/Jon Stroud

London: Charlotte F vor Charlotte D im Grand Prix

Kein Vorbeikommen an den Gastgebern im Grand Prix der Dressur Weltcup-Etappe von London. Ebenfalls unter den Platzierten: Moritz Treffinger.

Charlotte Fry und Glamourdale schicken sich an, ihren Titel von 2024 zu verteidigen. Den Grand Prix haben sie jedenfalls schon mal mit deutlichem Abstand für sich entschieden. Sie waren das einzige Paar, bei dem die Richter sich einig waren. Es war das erste Turnier für Glamourdale seit dem enttäuschenden EM-Auftritt in Crozet, wo der Weltmeister von Prüfung zu Prüfung spanniger wurde.

Heute zeigte der Rappe sich wieder losgelassener und vor allem zu Beginn der Aufgabe auch in der Anlehnung verbessert. Nach dem hoch bewerteten Anfang, wo der einstige Dressurpferdeweltmeister in starkem Trab und auch den Traversalen mit seiner Qualität punktet, folgte eine schöne erste Passage und auch die weiteren gelangen. In beiden Piaffen verlor er jedoch an Fleiß und beinahe auch an Rhythmus. Auch neigte er dazu, die Hinterbeine mechanisch anzuheben, statt sich vom Boden wegzudrücken.

Nach der Trabtour war das Paar bei gut 78 Prozent. Im Galopp kann Glamourdale dann wieder mit seinem Talent punkten. In Wechseltouren und starkem Galopp macht ihm keiner etwas vor. Auch die Zick-Zack-Traversalen gelangen, allerdings schien der Hengst zunehmend stärker in der Anlehnung zu werden. Doch sie brachten die Aufgabe sicher nach Hause und wurden mit 80,783 Prozent belohnt. Alle Richter sahen das Paar als Sieger.

Auftritt Alive and Kicking

Mit Spannung erwartet worden war der Auftritt von Charlotte Dujardin und der Westfalen-Stute Alive and Kicking. Dujardin hat ihre Strafsperre verbüßt nach den Videoaufnahmen, auf denen sie im Rahmen eines Lehrgangs das Pferd eines Teilnehmers schlägt. Seither war sie bereits bei einigen Turnieren wieder am Start, allerdings eher kleinen Veranstaltungen. London war die erste große Bühne.

Die dreifache Olympiasiegerin wurde mit viel Applaus empfangen. Sie präsentierte ihre elfjährige All at Once-Tochter mit gewohnter Präzision, allerdings wirkte die Stute insbesondere zu Beginn der Aufgabe noch sehr hektisch. Die Verstärkungen waren mehr gelaufen, die Traversalen nicht ganz im Gleichmaß, jedoch sehr gut in Stellung und Biegung. In der ersten Passage wurde „Audrey“ ebenfalls hektisch, kam dann gut in die Piaffe, in der sie Last aufnahm, fleißig und taktmäßig fußte, aber mit den Vorderbeinen rückständig blieb. Sehr schön durch die ganze Prüfung: die Anlehnung. Im Laufe der Aufgabe schien die Stute sich zunehmend an die Atmosphäre zu gewöhnen. So gelang eine sehr schöne Galopptour mit sehr guten Zick-Zack-Traversalen und Pirouetten, insbesondere der nach links. Auf der letzten Mittellinie, insbesondere in den Passagen, kam dann wieder Eile auf. Da muss die Stute noch Ruhe und Erhabenheit gewinnen. Unter dem Strich kam das Paar auf 76,544 Prozent, was Platz zwei bedeutete.

Jagerbomb Dritter

Becky Moody und ihr selbstgezogener und -ausgebildeter Jagerbomb hatten schon bessere Tage. Der Dante Weltino-Sohn ließ sich heute etwas bitten. Schon in der Trabtour zu Anfang vermisste man den selbstverständlichen Fluss nach vorne. Auf der Habenseite standen dann wieder herrlich gleichmäßige und losgelassene Passagen. Die erste Piaffe gelang dann aber nur mit deutlichem Sporeneinsatz der Reiterin und auch in der zweiten und dritten musste sie recht deutlich werden. Fehler in den Einerwechseln waren zusätzlich teuer. Was jedoch immer wieder schön ist: die sichere gleichmäßige Anlehnung in allen Situationen. Ein weiteres Highlight waren die ganze Parade und das Rückwärtsrichten. Alles in allem wurden es 75,043 für das Paar.

Schöner Erfolg für Treffinger

Das einzige deutsche Paar in London sind Moritz Treffinger und sein Hannoveraner Christ-Sohn Cadeau Noir. Die beiden waren dieses Jahr ja bereits U25-Europameister und hatten in Herning und Stuttgart ihre ersten Weltcup-Auftritte. Mit Rang sieben (70,348 Prozent) haben sie heute ihr bislang bestes Grand Prix-Ergebnis erzielt.

Nicht für Deutschland am Start, aber aus Deutschland angereist waren Isabel Freese (NOR) mit Total Hope und Susan Pape (GBR) mit Harmony’s Giulilanta. Freese und ihr Totilas-Weihegold-Sohn wurden mit 74,022 Prozent Vierte, die „niedersächsische Britin“ Susan Pape reihte sich im Sattel ihrer Jazz-Tochter direkt dahinter ein (72,044).

Alle Ergebnisse aus London finden Sie hier.

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