
Heute stand bei den German Masters in Stuttgart der Qualifikations-Grand Prix für die Weltcup-Tour auf dem Programm. Die Spitzenpaare der letzten Championate fehlten. Dafür schlug die große Stunde für Vierfach-Olympiasiegerin Jessica von Bredow-Werndl mit ihrer Nachwuchshoffnung Diallo.
Für Jessica von Bredow-Werndl und den erst zehnjährigen Diallo BB ist Stuttgart ihre Weltcup-Premiere. Den Grand Prix gewannen sie mit 73,261 Prozent vor den Finalsiegern von 2024, Patrik Kittel und Touchdown. Die hatten es auf 72,804 Prozent gebracht. Rang drei ging an einen früheren Schüler und Mitarbeiter von Jessica von Bredow-Werndl: Raphael Netz mit Great Escape Camelot. Netz, der sich 2024 zusammen mit seiner Partnerin Selina Söder selbstständig gemacht hatte, erhielt 72,478 Prozent.
Zwei der fünf Richter sahen Jessica von Bredow-Werndl und Diallo an der Spitze, zwei weitere Raphael Netz. Dazu zählte auch der Chefrichter der Olympischen Spiele 2024, Henning Lehrmann. Hans-Christian Matthiesen, der in Stuttgart bei C saß, sah Diallo auf Platz eins.
Der stand unter Strom in der beeindruckenden Kulisse der Stuttgarter Schleyer-Halle. Es fehlte heute noch die nötige innere Losgelassenheit, um in jene Erhabenheit zu kommen, die noch höhere Noten möglich machen würde. Das mag auch der Grund dafür sein, dass Diallo im Maul recht unruhig war. Auch vermochte er sich heute noch nicht in allen Phasen sicher auf dem Hinterbein zu tragen und auszubalancieren. Beeindruckend dabei war aber, wie bemüht der Wallach war, trotz seiner Anspannung alles richtig zu machen. Und wie gefühlvoll die Reiterin den Wallach durch die Aufgabe gesteuert hat. Dementsprechend unterliefen den beiden keine groben Lektionsfehler.
Das gleiche gilt für die beiden nächstplatzierten, Kittel mit Touchdown und Netz mit Great Escape Camelot. Touchdown punktete in der Prüfung vor allem in der Galopptour. In der Trabtour neigte er dazu, nicht ganz gleichmäßig zu fußen und mit der Vorhand mehr zu versprechen, als die Hinterhand halten konnte. Netz und sein KWPN-Wallach hatten Highlights wie zum Beispiel die Passagen und das Rückwärtsrichten, aber in den Piaffen stützte der Wallach vorne und die Einerwechsel hätten losgelassener nach vorne-oben durchgesprungen sein dürfen.
Morgen um 17 Uhr dürfen diese drei zusammen mit den zwölf nachfolgend rangierten Paaren in der Kür zeigen, was sie können. Alle Ergebnisse aus Stuttgart finden Sie hier.





