Barcley avancierte unter Anna Lena Schaaf zum Bundeschampion der fünfjährigen Vielseitigkeitspferde 2025. (Foto: Vortmann)
Barcley avancierte unter Anna Lena Schaaf zum Bundeschampion der fünfjährigen Vielseitigkeitspferde 2025. (Foto: Vortmann)

Barcley wird Bundeschampion in der Vielseitigkeit

Barcley avancierte unter Anna Lena Schaaf zum Bundeschampion der fünfjährigen Vielseitigkeitspferde. (Foto: Vortmann)
Barcley avancierte unter Anna Lena Schaaf zum Bundeschampion der fünfjährigen Vielseitigkeitspferde. (Foto: Vortmann)

Einen waschechten rheinischen Familienerfolg feierte man heute auf dem Geländeplatz in Warendorf: Nach drei exzellenten Teilprüfungen kürte sich Barcley zum Bundeschampion der fünfjährigen Vielseitigkeitspferde. Mit dabei waren Züchter Gerd Neukäter, seine Tochter Inga Schaaf als Besitzerin, und natürlich Enkelin beziehungsweise Tochter Anna Lena Schaaf im Sattel. 

„Da Barcley in Dressur und Springen wirklich gut unterwegs ist, habe ich schon gedacht, dass wir es heute unter die Top Fünf schaffen könnten, wenn ich im Gelände vernünftig reite”, verriet Anna Lena Schaaf nach ihrem Ritt. „Aber dass wir tatsächlich gewinnen, damit habe ich nicht gerechnet.” Die Ausgangssituation der 24-jährigen Reiterin vom RV Stockum war jedoch vielversprechend. Mit ihrem von Buster Moon x Cascadello I abstammenden Pferd hatte sie sich bereits am Donnerstag in die Platzierungsliste der Dressur eintragen können – auch wenn sie dort mit einer 8,0 und dem achten Platz nicht ganz zufrieden war. „Ich muss zugeben, da bin ich einfach nicht so gut geritten und habe es Barcley ein bisschen schwer gemacht. Eine 7,5 in der Rittigkeit wird ihm normalerweise nicht gerecht. Er hört sehr genau auf seinen Reiter und möchte immer alles richtig machen”, erzählt sie. Im Springen konnten die beiden sich dann deutlich steigern und mit einer 9,0 den Sieg in dieser Teilprüfung davontragen. Dadurch katapultierten sie sich auch an die Spitze der Zwischenwertung und starteten als Favoriten in die abschließende Geländeprüfung am heutigen Turniersonntag. „Barcley war vielleicht etwas müde von den Tagen zuvor, hat mir aber trotzdem ein super Gefühl gegeben”, resümierte Anna Lena Schaaf nach einer beeindruckenden Runde in dem anspruchsvollen Kurs. 

Die Richter attestierten ihr ein „modernes Sportpferd, das in der Ausbildung auf dem absolut richtigen Weg ist”. Sie vergaben eine 8,5 für den energischen Galopp, eine 9,0 für viel Vermögen am Sprung und sogar eine 9,5 für die hohe Rittigkeit des Hannoveraners, der sich zudem immer in Balance und sicher in Anlehnung präsentierte und für den Gesamteindruck ebenfalls eine 9,0 erzielte. Das Gesamtergebnis von 9,0 positionierte Anna Lena Schaaf und Barcley schließlich auf dem zweiten Platz in dieser Teilprüfung, ließ sie in der Gesamtwertung jedoch die Führung behalten. Am Ende kürten sie sich mit 40,5 Punkten zu den neuen Goldmedaillengewinnern. Dieser Erfolg ist übrigens nicht nur im Hinblick auf die beteiligten Zweibeiner Familiensache: Auch Barcleys Abstammung basiert auf einer ganzen Reihe erfolgreicher Pferde, in die er sich nun als Bundeschampion einfügen wird. „Ich bin schon seine Mutter, eine Springstute, und auch Geschwister von ihm geritten. Er stammt aus derselben Linie wie meine Stute Fairytale, mit der ich schon auf Vier-Sterne-Niveau erfolgreich war, und hat vielleicht sogar noch ein bisschen mehr Qualität als sie, aber auf jeden Fall auch ihre tolle Einstellung”, schwärmt Anna Lena Schaaf. „Ihn zu reiten, macht wirklich immer Spaß, er ist einfach zu 100 Prozent bei der Sache.” 

Silber sicherte sich Die Elli, eine Hannoveranerstute aus der Zuchtgemeinschaft von Annette und Matthias Bug, abstammend von Diacontinus x Escudo I. Ihr Reiter, Jerome Robine, verstand es, seine vierbeinige Sportpartnerin in Szene zu setzen. Sowohl in der Dressur als auch im Springen wurden die beiden Zweite mit den Wertnoten 8,7 und 8,8. Im Gelände platzierten sie sich heute auf Rang sechs, nachdem sie den Parcours mit einer Bewertung von 8,6 verließen. Ihr Gesamtergebnis belief sich auf 39 Punkte.

Pia Leuwer und Challenge holten Bronze. (Foto: Vortmann)
Pia Leuwer und Challenge holten Bronze. (Foto: Vortmann)

Die Bronzemedaillengewinnerin, Pia Leuwer, stammt ebenfalls aus dem Rheinland. Am Start für den RJC Rodderberg, konnte sie ihre Stute namens Challenge hocherfolgreich präsentieren und insgesamt 38,6 Punkte erzielen. Die westfälisch gezogene Tochter von Cascadello I x Lando xx vom Gestüt Fohlenhof wurde Vierte in der Dressur mit einer Wertnote von 8,5. Das Springen schloss sie mit einer 8,0 auf dem neunten Rang ab. Im Gelände waren Pia Leuwer und ihre Stute schließlich voll in ihrem Element – mit einer 9,1 entschieden sie die heutige Teilprüfung phänomenal für sich. „Wir sahen ein Pferd in stetig guter Balance, rhythmisch galoppierend und gleichmäßig springend”, resümierten die Richter und vergaben jeweils eine 9,0 für den Galopp, die Qualität am Sprung und den Gesamteindruck. „Die Rittigkeit hat uns sogar noch besser gefallen”, hieß es, und die Teilnote hier lautete 9,5.

Ben Leuwer und Charissima RH. (Foto: Vortmann)
Ben Leuwer und Charissima RH. (Foto: Vortmann)

Und auch Ben Leuwer reihte sich in die Gesamtplatzierung ein: Im Sattel von Charissima RH platzierte sich der ebenfalls für den RJC Rodderberg startende Reiter mit 34 Punkten auf Rang 13. Die von Rudi Henn gezogene Tochter des Cashmere x Carabas belegte mit einer 8,1 Platz sieben in der Dressur und wurde Zwölfte im Springen mit 7,0. Im Gelände wurde es dann Platz 14 mit einer 8,0. „Diese Stute ist ausgestattet mit einer kraftvollen Galoppade und Vermögen am Sprung. Allerdings müssen wir in der Rittigkeit heute kleine Abstriche machen, da sie nicht immer ganz vor den Reiterhilfen war”, hieß es von Seiten der Richter. In Einzelnoten bedeutete dies eine 8,5 im Galopp, eine 8,0 am Sprung, eine 7,5 in der Rittigkeit und eine 8,0 im Gesamteindruck.

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