
Spannendes Finale der fünfjährigen Dressurpferde 2025! Nur Hundertstel trennten die drei Medaillengewinner voneinander. Am Ende siegte der einstige NRW-Reservesieger Lodovico. Die einzige Rheinländerin im Finale, Linda Weiß, konnte sich über Rang acht freuen.
Mit einer 8,8 setzte sich der hübsche Oldenburger Lord Europe-Sohn Lodovico (Mutter v. Don Frederic) aus der Zucht der Wieghaus-Vorwerk GbR an die Spitze des Feldes im Bundeschampionatsfinale der fünfjährigen Dressurpferde. 2022 war der Rappe Reservesieger der NRW-Körung, inzwischen hat Lena Haßmann die Ausbildung für das Gestüt Schafhof übernommen. Sie zeigte Lodovico heute sehr sicher und in guter Anlehnung in der schwierigen Aufgabe der Fünfjährigen. Für sein geschlossenes Traben gaben die Richter ihm eine 9,0. Der Schritt war ihnen eine 8,4 wert, der Galopp 8,8. Die gleiche Wertnote gab es in der Durchlässigkeit, wobei das gelungene Kurzkehrt ebenso erwähnenswert ist wie das gute Zügel aus der Hand kauen-lassen. Der Gesamteindruck der Richter war ebenfalls „sehr gut“.
Schöne Anlehnung, geschlossen, harmonisch, so kommt auch der elegante Westfale Veni Vedi Vici v. Vitalis-Daily Deal daher. Gezogen wurde er von Yvonne Langkau, Besitzerin ist Dagmar Detzel. Der Wallach hat dieses Jahr mit Jana Marie Thamm im Sattel unter anderem die internationalen Jungpferdeprüfungen in Wiesbaden gewonnen. So souverän wie dort präsentierte er sich auch heute. Am Ende trennten ihn zwei Hundertstel vom Sieger. Der Trab erhielt eine 8,8, der Schritt ebenfalls. 8,5 war den Richtern der Galopp wert, eine absolut verdiente 9,0 die Durchlässigkeit. Zusammen mit 8,8 im Gesamteindruck ergab das 8,78. Bundeschampionatsmedaillen liegen bei Veni Vedi Vici übrigens in der Familie. Er kommt aus dem gleichen Stamm wie die einstige Reitpferde-Bundeschampionesse Eivissa.
Auch die Bronzemedaille ging nach Westfalen, in diesem Fall an Fiete v. Fashion in Black-Rock Forever, gezogen von Robert Drensker, im Besitz von Peter Brenske, vorgestellt von Kira Laura Soddemann. Seine Teilnoten: 8,8 für Schritt, Trab und Gesamteindruck, 8,5 im Galopp, 8,7 in der Durchlässigkeit. Endnote: 8,72.
Lindas coole Socke auf Rang acht

Wie ein alter Hase präsentierte sich der ebenfalls beim westfälischen Pferdestammbuch registrierte Louis d’or unter der einzigen rheinischen Reiterin des Finales, Linda Weiß. Louis d’or ist ein Sohn des einstigen Bronzemedaillengewinners der Weltmeisterschaften der jungen Dressurpferde, Lennox U.S., ebenfalls aus einer Don Frederic-Mutter. Dr. Katrin Seidenstücker ist hier Züchterin und Besitzerin.
Die beiden präsentierten sich absolut souverän – bis auf einen Moment in der Rückführung nach dem Mitteltrab, wo Louis d’or in der Ecke kurz erschrak. Oder vielmehr registrierte „wo er eigentlich ist“, wie Linda Weiß sagte. „Er hat ein bisschen ins Dunkle geschaut, da stehen die Fotografen und die Kameras, das kommt so ein bisschen aus dem nichts, aber er hat sich dann ja auch schnell wieder auf die Aufgabe konzentriert.“
Am Ende belegten die beiden mit einer 8,32 den achten Platz. Der Trab sei von Hause aus fleißig und sehr kadenziert, insbesondere das gut gewählte mittlere Tempo hoben die Richter hervor (8,4). Der Schritt mit seinem „bombensicheren Takt“ war ihnen eine 8,2 wert. Der Galopp eine 8,4. Dass es trotz der Störung noch eine 8,2 in der Durchlässigkeit gab, war unter anderem den tollen Einfachen Wechseln und dem zufriedenen Zügel aus der Hand kauen lassen zu verdanken. 8,4 war die Perspektive wert.
Wie er sich trotz des heiklen Moments gefangen hat, spricht für den Charakter von Louis d’or. Darüber kann auch Linda Weiß nur Gutes sagen: „Er ist ein ganz Gemütlicher – aber trotzdem genügend wach und präsent im Viereck!“
Auch die Richter fanden: „Das ist ein unglaublich charmantes Pferd!“ Lob hatten sie vor allem aber auch für die Art der Vorstellung durch Linda Weiß, die ja jüngst mit einem anderen Pferd die Silbermedaille von der WM der jungen Dressurpferde mit heimgebracht hatte. „So möchten wir das junge Pferd sehen, so möchten wir dass fünfjährige Pferde vorbereitet werden“, lobten die Unparteiischen.
Dabei sind Weiß und Louis d’or erst seit Anfang des Jahres ein Team und viel gemeinsame Turniererfahrung haben sie auch noch nicht. „Ich reite ihn seit Anfang des Jahres. Ich habe ihn einmal in einer Dressurpferdeprüfung Klasse A geritten und dann einmal L. Das war die Qualifikation fürs Bundeschampionat und es hat auf Anhieb geklappt. Das nächste Ziel ist klar: fliegende Wechsel lernen und nächstes Jahr wiederkommen.





