Linda Weiß und Nepomuk konnten bei den vierjährigen Reitponystuten und -wallachen gewinnen. (Foto: Vortmann)
Linda Weiß und Nepomuk konnten bei den vierjährigen Reitponystuten und -wallachen gewinnen. (Foto: Vortmann)

Rheinländer Vierecks-Erfolge am Bundeschampionats-Freitag

Sieger in der Qualifikation der dreijährigen Hengste beim Bundeschampionat 2025: Beck's in Black. Foto: Vortmann
Sieger in der Qualifikation der dreijährigen Hengste beim Bundeschampionat 2025: Beck’s in Black. Foto: Vortmann

Die letzten Qualifikationen vor den großen Finals der Reit- und Dressurpferde beim Bundeschampionat 2025 sind gelaufen – ziemlich erfolgreich aus rheinischer Sicht!

Spannende Qualifikation der dreijährigen Reitpferde-Hengste!

DC-10 v. Dynamic Dream beim Bundeschampionat 2025. Foto: Vortmann
DC-10 v. Dynamic Dream beim Bundeschampionat 2025. Foto: Vortmann

Als Hannoveraner Champion mit Höchstnoten gehörte der bei der ZG Rütten-Janßen aus Mönchengladbach gezogene DC-10 v. Dynamic Dream-Escolar zu den Favoriten beim Bundeschampionat der dreijährigen Hengste. In Verden hatte er für Trab, Galopp und Typ eine 10,0 bekommen. Doch das Reitpferdeviereck in Warendorf fand er vom ersten Tritt an unheimlich. An Schritt gehen war heute nicht zu denken, 5,0 die entsprechende Wertnote einer Richterjury, die jedes Pferd fair und objektiv beurteilt hat. So erhielt der schöne Braune auch heute Topnoten in Trab, Galopp und Typ und Qualität des Körperbaus: alles 9,0. Angesichts der Spannung und der Schrittproblematik kam er allerdings auch in Sachen Rittigkeit heute nicht über eine 6,5 hinaus. 7,7 reichten nicht für den Einzug ins Finale des Hengstes, der in gemeinschaftlichem Besitz Helgstrand Dressage und Joop van Uytert steht. Sein Reiter, der Spanier Alvaro Rodriguez Siscar, reitet für den ZRFV Wickrath und Umgebung 1924.

Zu großer Form lief hingegen der Bronzegewinner des Hannoveraner Championats auf, Beck’s in Black v. Beck’s M-Londonderry (Z.: Christian Thelker, B.: Flicka Ventures GmbH) unter der Spanierin Africa Algarra Ruiz. Der Rappe präsentierte sich in jeder Grundgangart hoch dynamisch, leichtfüßig, immer weg vom Boden wollend, dabei durch den Körper und mit großer Übersetzung. Das war bisweilen etwas problematisch, weil der Hengst, der vor ihm in der Abteilung ging, mit nicht ganz so ausgeprägten Siebenmeilenstiefeln unterwegs war. Aber die Richter sahen es Beck’s in Blacks Reiterin nach, dass sie gar nicht anders konnte, als zu bremsen. Die Wertnoten: Trab, Galopp, Rittigkeit sowie Typ und Qualität des Körperbaus 9,0, Schritt 8,5. Das ergab eine 8,9 in Summe.

Zweiter wurde der Westfale Soxx v. Secret-Londontime, gezogen von Simon Kohlenbrenner und im Besitz von dessen Pferd 24 GmbH. Veronika Steinhof stellte den sympathischen Rappen in natürlichem Gleichgewicht in vertrauensvoller Anlehnung und angemessenem Rahmen vor. Dafür gab es auch hier eine 9,0. 8,5 waren den Richtern die schwunghaften Grundgangarten wert, 9,0 der Schritt. Zusammen mit ebenfalls 8,5 für das Exterieur ergab das unter dem Strich eine 8,7.

Der Oldenburger Siegerhengst La Paix v. La Vie-Sir Donnerhall, ein Halbbruder zu Bonds (Z.: Katharina Paschertz) aus dem Besitz von Helgstrand Dressage, wurde mit Vanessa Crnadak mit 8,5 Dritter. Er präsentierte sich mit viel Dynamik und Go und gut in der Anlehnung. Etwas lockerer durch den Körper hatte man ihn sich heute gewünscht. Die Wertnoten: Trab 8,0, Galopp 9,0, Schritt 8,5, Rittigkeit und Exterieur ebenfalls 8,5.  

Linda Weiß und Nepomuk konnten bei den vierjährigen Reitponystuten und -wallachen gewinnen. (Foto: Vortmann)

Linda Weiß und Nepomuk triumphieren bei den vierjährigen Reitponys

Nicht nur auf dem Dressur-, auch auf dem Reitpferdeviereck ging der Sieg ins Rheinland, diesmal dank Linda Weiß, der frisch gebackenen Silbermedaillengewinnerin der Weltmeisterschaften der jungen Dressurpferde. In der Qualifikation vierjährigen Reitpony-Stuten und -Wallache ritt sie den westfälischen FS Next Diamond-Nabucco R-Sohn Nepomuk an die Spitze des Feldes. Gezogen wurde der Dunkelfuchs von der ZG Tillmann-Oelrich. Besitzer ist der Stall Sportpferde Scholz. Im Trab erhielt Nepomuk eine glatte 9, ebenso für Typ und Qualität des Körperbaus. Galopp und Schritt waren den Richtern eine 8,0 wert, die altersgemäße Erfüllung der Skala der Ausbildung, kurz Rittigkeitsnote 8,5. 

Ebenfalls unter den Platzierten: der von Dorothee Kellermann von Schele gezogene Schulenburgs New Sunshine v. FS Next Diamond-FS Champion De Luxe mit Tanja Fischer im Sattel. Mit 7,9 belegten die beiden Rang sechs. 

Als Neunter ebenfalls platziert war der Dallmayr K-FS Don’t Worry-Sohn Deister K (Z.: Ralf Knauf) mit Hanna Richter im Sattel (7,7).

Bemerkenswert: FS Next Diamond stellte gleich drei der platzierten Ponys, neben den genannten auch die in Mecklenburg eingetragene Next Golden Princess unter Wenke Kraus, die sich Platz neun mit Deister K teilte. 

Rittigkeit 10,0 für FS Numero Uno-Sohn bei den vierjährigen Reitpony-Hengsten

Jacqueline Schurf und Der Goldjunge AT. Foto: Mirka Nilkens
Jacqueline Schurf und Der Goldjunge AT. Foto: Mirka Nilkens

Das Rheinland war auch bei den vierjährigen Reitponyhengsten prominent vertreten. FS Next Diamond und sein Vater Numero Uno stellten Sieger und Zweitplatzierten. Die Plätze zwei und drei gingen an Paare aus dem Rheinland – und dazu noch einige weitere Plätze.

Mit einer 8,9 setzte sich der in Schleswig-Holstein bei Sabine Reimers-Mortensen gezogene Grenzhoehes Negretto unter Linda Boller an die Spitze. Der FS Numero Uno-Sohn aus einer Olivier-Mutter erhielt eine 8,5 im Trab, 9,0 im Galopp, 8,0 im Schritt, 9,0 für Typ und Qualität des Körperbaus sowie eine 10,0 in Sachen altergemäße Efüllung der Skala der Ausbildung.

Julia Ralinofsky von der RSG Mottenkaul ist die Reiterin des in Westfalen gezogenen Assenmachers Nachtschwärmer vom Gestüt Burghof, ein Sohn des FS Next Diamond mir einer Hesselteich’s Golden Dream-Mutter. Hier gab es in Trab und Galopp die 9 sowie in der Rittigkeit. Zusammen mit 8 im Schritt und 8,5 fürs Exterieur summierte ich das zu einer 8,7. 

Mit Jacqueline Schurf und Der Goldjunge AT NRW v. D-Gold AT-Chronospace war es ein rheinisches Duo, das sich mit 8,6 an dritter Stelle einordnete. Der Goldjunge stammt aus der Schurf’schen Erfolgszucht. 

Das gleiche gilt für Denim AT, einen weiteren Sohn des D-Gold AT aus einer D-Day AT-Mutter, der also den großen Dressman gleich zweimal in seinem Pedigree führt. Auch hier saß Jacqueline Schurf selbst im Sattel und konnte sich mit 8,2 über Platz sechs freuen. 

Ebenfalls unter den Platzierten: Iris Jansen-Jentgens mit Rickhofs Dorfkind v. Dallmayr K-Golden West (Z. u. B.: Kathrin Thiessen) und Christina Wessling im Sattel von FS Nesquik v. FS Next Diamond-Dornier (Z.: Ute Küppers, B.: Christiane Wilbers). Sie teilten sich Platz acht mit 8,10 und haben damit ebenfalls den Sprung ins Finale geschafft.

Be my Sunshine strahlte in der Qualifikation der dreijährigen Stuten und Wallache

Aus der westfälischen Erfolgszucht der Familie Ulmker kommt die Siegerin der Qualifikation der dreijährigen Stuten und Wallache: Westfalenschampionesse Be my Sunshine v. Benicio-For Dance. Christiane Ulmker stellte die Stute für eine starke 9,0 vor, die sich aus Trab 8,5, Galopp 9,0, Schritt 9,5, Ausbildung (8,5) sowie 9,5 für Typ und Qualität des Körperbaus ergab. Dieses Pferd ist ein echtes Familienprojekt. Nicht nur, dass Reiterin Christiane Ulmker zusammen mit Josef Ulmker auch Züchterin ist, schon Be my Sunshines Ururgroßmutter First Dream kam in Neuenkirchen auf dem Hof Ulmker zur Welt. Be my Sunshine steht im Lot der westfälische Eliteauktion.

Platz zwei ging mit 8,6 an die Oldenburger Landeschampionesse, Pommery Look OLD mit Alina Schneider im Sattel. Weihegold-Besitzerin Christine Arns-Krogmann ist hier Züchterin und Besitzern, Pommery Look hat allerdings einen arabischen Mutterstamm. Ihr Vater ist der Oldenburger Prämienhengst Florida TN v. For Dance, Mutter Pandora ist eine Sir Donnerhall-Tochter mit Anglo-Araber-Mutter. 

Platz drei ging an die im Haupt- und Landgestüt Neustadt/Dosse gezogene Pandora II v. Va Bene-Don Juan de Hus unter Friederike Maas, eine Vertreterin des berühmten Neustädter P-Stamms, aus dem unter anderem Belantis I und II sowie Quadroneur I und II hervorgingen. Sie erhielt eine 8,4. 

Mia Steinbusch in Bestform bei den fünfjährigen Dressurponys

Pauline Kesting und D'uplo B NRW. Foto: Mirka Nilkens
Pauline Kesting und D’uplo B NRW. Foto: Mirka Nilkens

Drei der 30 Ponys in der Qualifikation der fünfjährigen Dressurponys wurden von Mia Steinbusch präsentiert. Eines ritt die 15-Jährige vom RV Würselen 1925 e.V. zum Sieg, die anderen beiden in die Platzierung.

Mias Siegerpony war der westfälische Wallach Dark Chocolate J v. D-Day AT-FS Don’t Worry, gezogen von Nicole Junk und im Besitz von Felicitas Schankat. Gepunktet haben die beiden vor allem in Sachen Durchlässigkeit: 8,8. Aber auch die Grundgangarten waren im mit 8,3 (Trab), 8,5 (Schritt) und 8,4 (Galopp) klar im überdurchschnittlichen Bereich. Zusammen mit dem Gesamteindruck von 8,7 ergab das eine 8,54, mit der die beiden das Feld anführten. 

Neben Dark Chocolate ritt Mia die Weser-Ems Stute No Diggity B WE v. Dallmayr K-FS Numero Uno (Z.: Kerstin Braxtermann, B.: Elisa Becker) auf Rang sechs und demselben Züchterstall stammenden Hengst Checkpoint Charlie B WE v. Cosmopolitan D NRW-Casino Royale auf Platz neun (7,68). Letzterer glänzte im Trab mit einer 9,0, hatte im Schritt allerdings nur eine 6,0.

Das waren längst nicht alle rheinischen Pony-Erfolge heute früh auf dem Warendorfer Dressurviereck. Mit Pauline Kesting im Sattel von D’uplo B NRW v. Dating AT-Voyager (Z.: Viktoria Charlotte Braun, B.: Lisa Erlemeyer) war es ein rheinisches Duo, das sich an dritter Stelle in der Platzierung einreihen konnte. 8,14 lautete hier die Gesamtwertnote. Zwischen Siegerin und Drittplatzierte aus dem Rheinland schob sich Mats Buck im Sattel des hannoverschen Hengstes Bon Coeur U v. Belissimo HS-Heidbergs Nancho Nova (Z. u. B.: Janna Carina Uellekes) auf den zweiten Platz (8,2).

Die frisch gebackene Deutsche Meisterin und Mannschaftseuropameisterin Leni-Sophie Gosmann ritt den beim Westfälischen Pferdestammbuch registrierten Herzgold D NRW v. Herzzauber D-Casino Royale K (Z. u. B.: Danica Duen) mit einer 8,08 auf den vierten Platz.

Last but not least landete mit Duvalier WS v. D-Gold AT-Valido (Z.: Wolfgang Schmitz, B.: Gudrun Gernholt) unter Katharina Dülffer ein rheinischer Ponyhengst auf dem zehnten Platz (7,62).

Carina Scholz und Sky siegten in der Finalqualifikation der siebenjährigen Dressurpferde. (Foto: Nilkens)

7 jährige Dressurpferde

Bereits auf S-Niveau präsentieren sich die siebenjährigen Dressurpferde in Warendorf. 43 Pferde absolvierten die anspruchsvolle Aufgabe vor den Augen der zwei Richtergruppen, die sowohl von C, als auch von E aus bewerteten. Durch diese Aufteilung setzte sich die Gesamtnote aus zwei Teilen zusammen.

Am Ende triumphierte Carina Scholz, die mit Stromberg einen Sohn des Secret vorstellte. Mit 73,462 Prozent bei C und 88,4 Prozent bei E kam das Paar auf 80,931 Prozent als Gesamtnote. Das Paar kannte das Viereck bereits aus dem Jahr 2023. Damals bei den fünfjährigen Dressurpferden unterwegs, konnten sie sich nicht für das Finale empfehlen. Nun deutlich gereifter zeigte der Wallach aus westfälischer Zucht seine Qualitäten als Dressurpferd deutlich. Und das, obwohl er im Vorfeld nur drei S-Dressuren gegangen ist, in denen er sich allerdings bereits sehr gut platzieren konnte. Mit einer durchlässigen und harmonischen Vorstellung konnten Claire-Louise Averkorn und Fides, eine Tochter des Fürstenball, 80,208 Prozent erzielen. Diese Gesamtnote setzte sich aus 74,615 Prozent bei C und 85,8 Prozent bei E zusammen. Knapp unter der 80-Prozent Marke blieben die an dritter Stelle platzierten Ann-Kathrin Lachemann und der Secret-Sohn Sky. Sie erhielten 77,115 und 82,2 Prozent, die dann im Endergebnis 79,658 bedeuteten.

Sophie Jamar präsentierte Flimmerglimmer, mit dem sie bereits im letzten Jahr in Warendorf erfolgreich war. Die Beiden konnten sich mit 77,95 Prozent an fünfter Stelle platzieren und damit direkt das Finalticket lösen.

Kleines Finale der sechsjährigen Dressurpferde

Zusätzlich zu den zwölf Pferden, die sich auf direktem Weg für das Finale der sechsjährigen Dressurpferde am Sonntag qualifizieren konnten, haben heute drei Oldenburger ihr Ticket im kleinen Finale gelöst.

Siegerin wurde die Stute Noble Secret OLD v. Secret-Sunny-Boy (Z.: Jürgen Osterloh), die Emma Agne für das Gestüt Brune präsentierte. Die Vize-Landeschampionesse von 2023 kam auf eine 8,58, wobei der Schritt mit 8,8 und der Gesamteindruck mit 8,7 unter den Teilnoten herausragten.

Platz zwei ging an den von der Hof Kasselmann Familienstiftung (B.: Angie Qin) gezogenen Zuccador QD v. Zenon-Lauries Crusador xx (8,4). Dahinter reihte sich der einstige Prämienhengst der NRW-Hauptkörung ein, Juwel v. Janeiro Platinum-Sir Donnerhall (Z.: Mirjam-Mathilde Drent). Der bunte Dunkelfuchs wurde von Linda Schmidt für das Dressurpferdezentrum Lodbergen präsentiert. Er ist ein mütterlicher Halbbruder zu dem erst als Siegerhengst und Preisspitze gefeierten Dynamic Dream, dem sein Titel dann aber wegen einer positiven Medikationsprobe aberkannt worden war.

Unter den Platzierten waren auf Rang 13 mit 7,84 auch Dr. Annabel Frenzen und der Secret-Sohn Segafredo (Mutter v. Sandro Hit, Z.: Marco Trier). 

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