Freude bei Einzelreiterin Pia Sophie Schreiber, die mit Cliemann null und in der Zeit ins Ziel kam bei den Junioren. Foto: FEI
Freude bei Einzelreiterin Pia Sophie Schreiber, die mit Cliemann null und in der Zeit ins Ziel kam bei den Junioren. Foto: FEI

U18/U21 EM Vielseitigkeit: Busch und Schreiber auf Medaillenkurs

Hannah Busch und Crystal-Annabell sind auf dem besten Weg, ihren Vorjahres-Triumph in Strzegom zu wiederholen. Foto: FEI
Hannah Busch und Crystal-Annabell sind auf dem besten Weg, ihren Vorjahres-Triumph in Strzegom zu wiederholen. Foto: FEI

Im polnischen Strzegom laufen derzeit die Europameisterschaften der Junioren und Jungen Reiter in der Vielseitigkeit. Nach einem perfekten Start in der Dressur lief es für die deutsche Delegation heute im Gelände durchwachsen. Aber zwei Reiterinnen liegen vor dem abschließenden Springen auf den Medaillenrängen.

Sowohl die Mannschaft der Junioren als auch die der Jungen Reiter hatten nach der Dressur in Führung gelegen. Doch in beiden Teams gab es einen Ausfall im Gelände, so dass die Mannschaften derzeit hinter den Medaillenrängen auf den Plätzen vier (U21) bzw. fünf (U18) liegen. Im Einzelnen.

Hannah Busch U21 Spitze

Den Anfang machten heute die Jungen Reiter. Hannah Busch und ihre Hannoveraner Stute Crystal-Annabell waren schon 2024 äußerst erfolgreich in Strzegom gewesen, damals bei der Junioren-EM, wo sie Doppelgold geholt haben. Derzeit sieht es so aus, als könnten die beiden amtierenden Deutschen Meisterinnen den Triumph in der Einzelwertung wiederholen, nun im Junge Reiter-Lager. Bereits nach der gestrigen Dressur hatten sie mit 29 Minuspunkten die Führung übernommen. Heute lieferten sie eine fast perfekte Geländerunde: 0,4 Zeitstrafpunkte. In der Einzelwertung haben sie nun einen Springfehler Vorsprung vor dem irischen Paar auf Silberkurs, Ben Connors mit OLS King Aragon (33,5). Dritter der Einzelwertung ist zur Zeit Valentin Quittet Eslan aus Frankreich mit Casanova d’Ems (33,7).

Beide Reiter brachten ihre Dressurergebnisse ins Ziel. Dass sie sich damit von den Plätzen 14 und 16 in Medaillenreichweite schieben konnten, sagt viel über den Anspruch des heutigen Geländes.

Dem zeigten sich auch Isabella von Roeder und ihr Oldenburger Bob gewachsen. Ihrem Dressurergebnis von 29,7 Minuspunkten fügten sie 4,4 für Zeitüberschreitung hinzu. Mit nun 34,1 Minuspunkten sind sie Vierte. Da ist noch einiges drin.

U21 Mannschaftswertung

Die tollen Ritte von Busch und von Roeder sorgten dafür, dass das deutsche Team sich mit 146,8 Minuspunkten in Summe immerhin noch an vierter Stelle hinter Irland (108,6), Frankreich (116,2) und Großbritannien (128,4) halten konnte. Ungeschoren kam allerdings keines der Teams ins Ziel. Alle hatten mindestens einen Ausfall.

Im deutschen Team traf es Greta Laetizia Tidow und Checkpoint A. Die Wege von Greta und ihrem Holsteiner trennten sich am zweiten Wasserkomplex. Das war auch die Stelle, wo Isabel Kristin Daleckis Rheinländer Cascadello-Sohn Caruso JH an einem Hindernis vorbeiwischte. Leider blieb es nicht bei dem einen Mal. Gegen Ende der Strecke passierte ihnen das noch einmal. Aber sie schafften es ins Ziel und hielten das Team damit im Rennen vor dem morgigen Abschlussspringen.

Pech für die Junioren

Der Auftakt der Junioren lief perfekt. Als erstes Paar der deutschen Mannschaft brachten Lena-Sophie Jankord und ihre westfälische Comme il faut-Tochter Coralie ihr Dressurergebnis ins Ziel. 31,5 Minuspunkte waren gestern noch das Streichergebnis. Nach dem heutigen Tag sind sie damit bestes Paar der Mannschaft. Denn leider ging es so nicht weiter.

Anna-Maria Triskatis und ihre Hannoveraner Inline-Tochter Ida hatten nach der Dressur mit 22,9 Minuspunkten in Führung gelegen. Doch wie bei den Jungen Reitern hatte der zweite Wasserkomplex es offenbar in sich. Jedenfalls gaben Anna-Maria und Ida hier nach zwei Vorbeiläufern auf.

Bei Carl Voigt und seinem DSP-Wallach Descansado – übrigens ein Sohn von Matthias Alexander Raths Grand Prix-Hengst Destacado – sowie Pita Schmid auf Favorita V lief es besser. Sie erreichten beide das Ziel, hatten allerdings auch beide am vorletzten Hindernis das Sicherheitssystem ausgelöst. Das bedeutete jeweils elf Strafpunkte on top. Damit sind es in Summe nun 111,4 Minuspunkte für die deutsche Mannschaft, die damit an fünfter Stelle liegt.

Auf Goldkurs ist Frankreich mit nur 90,2 Minuspunkten. Dahinter liegen mit Italien (96,6), Belgien (102,2) und Spanien 106,9 drei Mannschaften in Medaillenreichweite, die man sonst eher nicht auf dem Zettel hat. Eine spannende EM also!

Belgien in Einzelwertung vorn, Schreiber auf Rang drei

Ein Belgier ist es auch, der in der Einzelwertung die Nase vorn hat: Thijs Boon auf seiner KWPN-Stute Gravin van Cantos. Nach der Dressur hatten sie mit 24,7 Minuspunkten auf Rang vier gelegen. Da sie aber im Gegensatz zu ihrer Konkurrenz nur 0,8 Zeitstrafpunkte im Gelände hatten, gehen sie als Overnightleader morgen als letzte ins abschließende Springen.

Mit nicht mal einem Springfehler Abstand (28,1) folgen auf dem Silberplatz die Britin Ella Howard und ihr ebenfalls niederländisch gezogener Rousseau-Sohn Marchwood.

Auf dem dritten Platz gibt es ein deutsch-französisches Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Matis Cogniet mit dem Iren Vivendi Hero und Einzelreiterin Pia Sophie Schreiber auf ihrem Hannoveraner Carridam-Sohn Cliemann. Beide hatten 29,4 Minuspunkte in der Dressur, beide kamen mit völlig weißer Weste aus dem Cross, beide in exakt 7 Minuten und 20 Sekunden.

Das beste Paar der deutschen Mannschaft, Lena-Sophie Jankord und Coralie liegen mit nicht mal einem Springfehler Abstand (31,5) auf Platz elf. Da kann also morgen noch viel passieren.

Alle Ergebnisse finden Sie hier.

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