Isabell Werth hat heute mit Wendy trotz einer schwierigen Galopptour den Grand Prix der CHI Classics Basel gewonnen. Richard Vogels bisherige Bilanz im Parcours: vier Prüfungen, zwei Siege, eine Platzierung.
Isabell Werth ist mit Wendy die klare Favoritin auf den Sieg in der Weltcup-Etappe von Basel. Der Rolle wurden die beiden gerecht – wenngleich auch mit Problemen in der Galopptour. Wendy war heiß. Das war nicht zu übersehen. Die Trabtour gelang den beiden gut, aber nicht optimal. Highlights der Prüfung waren die Piaffen und Passagen, wo die Stute richtig punktet mit ihrer Lastaufnahme, ihrem Abdruck und ihrer Elastizität. Schon hier merkte man allerdings: Sie war heute on fire. Mehrfach schnaubte sie kräftig ab, was sie aber nicht aus dem Takt brachte. Der starke Schritt gelang sehr gut. Im versammelten Schritt knickte sie einmal um. In der Galopptour stand sie sichtlich unter Strom, so dass die Serienwechsel – ohnehin nicht die Lieblingslektion der beiden – zur Fehlerquelle wurden. Insgesamt war die Anlehnung der Stute im Galopp sehr fest und sie kam nicht zum losgelassenen Durchspringen. Trotzdem gab Chefrichter ihnen in der Note für den Gesamteindruck, wo die Harmonie zwischen Reiter(in) und Pferd sowie Sitz und Einwirkung zu beurteilen sind, eine 9, während seine Kollegen dreimal die 8 und einmal die 7,5 zückten. Alles in allem kamen Wendy und Werth trotz der Galopptour noch auf starke 78,674 Prozent.
Heimspiel für Rogerson
Das bedeutete einen deutlichen Vorsprung für Werth und Wendy zum Rest des Feldes. Groß war die Freude über Rang zwei bei der Schweizerin Charlotta Rogerson. Sie hat letztes Frühjahr den ehemaligen Louisdor-Preis Sieger Bonheur de la Vie von dessen Ausbilderin Sandra Nuxoll übernommen, stellte den Bordeaux-Sohn unter anderem bei der EM in Crozet vor, gewann den Grand Prix Special in Stuttgart und sieht nun ihrem ersten Weltcup-Kür-Auftritt mit dem 14-jährigen KWPN-Wallach entgegen. Besser hätte sie sich den Auftakt wohl nicht wünschen können. Die beiden zeigten die vielleicht schönsten Serienwechsel des Tages und konnten auch in den Passagen punkten. In den Piaffen neigte der Wallach hingegen dazu, die Hinterhufe voreinander zu setzen statt nebeneinander mit der Folge, dass er aus der Balance kam. Da ist also noch Luft nach oben. Heute gab es schon mal 72,630 und damit eine neue Grand Prix-Bestmarke für die beiden als Paar.
Dritter wurde Raphael Netz mit einem Dieudonné, der ähnlich übermotiviert unterwegs war wie Isabell Werths Wendy. Es kostete Netz alles, was er an Feingefühl aufzubieten hat – was viel ist – um den Dante Weltino-Sohn heil durch die Prüfung zu bringen. Doch es gelang. Mit 71,848 Prozent wurden sie Dritte.
Vogel zweimal top
Richard Vogel kann sich über seine bisherige Bilanz bei den CHI Classics Basel nicht beklagen. Gestern sicherte er sich mit Diamant de Casall, einem Diamant de Semilly-Sohn aus der Vollschwester zum großen Casall, das Eröffnungsspringen. Danach drehte er eine entspannte Aufwärmrunde mit Europameister United Touch S im 1,45 Meter-Zwei-Phasen-Springen. Und zum krönenden Abschluss gewann er im Sattel von Phenyo van het Keysersbos die erste Hauptprüfung des Turniers, ein 1,50 Meter-Zeitspringen, mit mehr als drei Sekunden Vorsprung. Heute kam dann noch eine weitere Schleife mit Diamant de Casall in einem Rahmenspringen über 1,45 Meter hinzu.





