Anders Sjöbeck Hoeck wurde vom Dänischen Reiterverband für ein Jahr gesperrt. Foto: Sportfotos-lafrentz.de
Anders Sjöbeck Hoeck wurde vom Dänischen Reiterverband für ein Jahr gesperrt. Foto: Sportfotos-lafrentz.de

Verdener WM-Medaillengewinner Anders Sjöbeck Hoeck gesperrt

Bei den Weltmeisterschaften der jungen Dressurpferde 2025 hatte der Däne Anders Sjöbeck Hoeck die Stute Divya zur Silbermedaille bei den Sechsjährigen geritten. Doch dieses Jahr dürfte er noch nicht mal an den Sichtungen teilnehmen.

Der dänische Reiterverband (Dansk Rideforbund, DRF) hat Anders Sjöbeck Hoeck für die Teilnahme an Turnieren 2026 gesperrt. In der Stellungnahme des DRF heißt es, „Hintergrund dieser Entscheidung sei die Gesamtbewertung von Hoecks Verhalten und dessen Folgen“. Hinter dem Wohlergehen der Pferde müssten alle anderen Interessen zurückstehen. In dieser Hinsicht Anders Hoecks Vorgehen „nicht mit den Werten und ethischen Richtlinien des DRF vereinbar“. Mit dieser Entscheidung wolle man das Wohl der Pferde gewährleisten, die Offiziellen schützen, ein gut funktionierendes Wettkampfumfeld erhalten und das Ansehen des Sports wahren.

Ende des Jahres wolle man überprüfen, ob die Sperre aufgehoben wird.

Was war passiert?

Dass der DRF nun der Ansicht ist, dies könne nicht gewährleistet sein, wenn Anders Sjöbeck Hoeck weiterhin an Turnieren teilnimmt, ist vor allem auf einen Vorfall aus dem Jahr 2023 und den sich daraus ergebenden Folgen zurückzuführen. Im August 2023 stellte Sjöbeck Hoeck eine Stute bei einer Leistungsprüfung vor. Wie Eurodressage berichtet, fiel der 22-Jährige der Aufsicht führenden technischen Delegierten Birgitte Tribler durch „gewalttätiges, inakzeptables“ Reiten auf. Er sei mehrfach angesprochen worden, habe sein Verhalten aber nicht gemäßigt.

Sjöbeck Hoeck wurde von der Stutenleistungsprüfung disqualifiziert und der Dänische Warmblutzuchtverband sperrte den Reiter für ein Jahr. Das bedeutete allerdings nur, dass er nicht an Zuchtveranstaltungen teilnehmen durfte. Es war ihm weiter gestattet, Turniere zu reiten.

Parallel dazu hat die Familie Hoeck Birgitte Tribler wegen Rufschädigung verklagt. Allerdings hat die erste Instanz zugunsten von Tribler geurteilt. Es wurde Berufung eingelegt.

Erfolgreich in Deutschland

Das tat er sehr erfolgreich. So gewann er im vergangenen Jahr mit der Stute Divya die Silbermedaille bei den Weltmeisterschaften der sechsjährigen Dressurpferde in Verden. Die Stute ist inzwischen verkauft. Von der Station der Familie, dem Stall Hesselhøj war außerdem der Trakehner Hengst Gaspard in Verden am Start. Er vertrat den Trakehner Verband, allerdings nicht mit Sjöbeck Hoeck im Sattel, sondern mit Cecilie Hedegaard. Sjöbeck Hoeck stand allerdings am Viereck und hat die beiden gecoacht.

Sjöbeck Hoeck war nicht nur für internationale Turniere in Deutschland im Einsatz. Kurz nach dem Vorfall 2023 in Dänemark war er mit der Trakehner Stute Replica beim Bundeschampionat in Warendorf am Start. Zuvor hatte er beim Trakehner Bundesturnier drei Pferde vorgestellt. Und auch 2024 und 2025 bestritt er Turniere in Deutschland, zuletzt im Rahmen des Trakehner Hengstmarkts in Neumünster, wo er mehreren Anwesenden durch schlechtes Reiten auffiel, wie diese gegenüber dem Portal EQUI PAGES erklärten.

Sperre des DRF hat Folgen

Dass Anders Sjöbeck Hoeck nun vom DRF gesperrt ist, zieht weitere Folgen nach sich. Der Dänische Warmblutzuchtverband folgt satzungskonform der Entscheidung des DRF. Und auch von Seiten der FN hieß es gegenüber EQUI PAGES, man plane, sich dem DRF anzuschließen. Das FN-Regelwerk sieht das so vor.

Hier heißt es:

Ein von der FEI oder einer nationalen FN gesperrter Reiter darf gemäß § 65 Ziffern 1.3 und 1.4 LPO nicht an PLS in Deutschland teilnehmen, sofern die deutsche FN den konkreten Fall nicht abweichend entschieden hat. Gemäß § 20 Ziffer 1 LPO kann einem von der FEI oder einer nationalen FN gesperrten Reiter auch die Ausstellung einer bereits erteilten Jahresturnierlizenz verweigert oder eine bereits ausgestellte entzogen werden.

Und eine abweichende Entscheidung sei nicht vorgesehen, erklärte die FN.

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