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Der Reitsport sorgt sich um seine Zukunft  

Mehr als 100 Interessenten nahmen an einem Informationsabend des Kreis-Pferdesportverbandes Kleve teil, um sich über die Entwicklung des Turniersports auszutauschen und darüber zu diskutieren. Dabei stellten sich Viktoria Laufkötter, Leiterin Turniersport bei der Deutschen Reiterlichen Vereinigung, und André Kolmann, Vorstand des Pferdesportverbandes Rheinland, den Fragen von Vereinsvertretern, interessierten Reitern und Reiterinnen sowie Turnierrichtern und Mitarbeitern der Meldestellen. 

Reiner Kunz, stellvertretender Vorsitzender des Kreisverbandes, hatte den Abend in die Themenfelder „Sorgen und Probleme der Vereine“, „Was kann wie geändert werden“ sowie „Empfehlungen für die Zukunft“ gegliedert. „Der Kreisverband Kleve ist mit 5800 Mitgliedern der zweitgrößte Kreisverband im Rheinland, dem 40 Reitervereine angeschlossen sind. In diesem Jahr wurden im Kreis Kleve 49 Turniere durchgeführt. Das hört sich gut an“, sagte Kunz zu Beginn. Allerdings veranstalteten nur noch 24 der 40 Vereine auch Turniere. Dies sei eine negative Entwicklung. 

Gestiegene Ansprüche und steigende Kosten, zum Beispiel durch die erhöhten Tierarztgebühren, würden es immer schwieriger machen, ein Turnier wirtschaftlich durchzuführen. Zudem hätten viele Vereine ein echtes Helferproblem. Auch gehe die Bereitschaft, im Vorstand ehrenamtlich tätig zu werden und Verantwortung zu übernehmen, stetig zurück. „Deshalb machen wir uns große Sorgen um die Zukunft des Reitsports, insbesondere um die Vereine und unsere ländlichen Turniere“, sagte Kunz. 

Bezogen auf Kostensteigerungen und wirtschaftliche Sorgen seien laut Auskunft der Experten keine Gebührensenkungen in Sicht. Auch gäbe es keine pauschale Lösung der Pro­bleme. Jeder Verein sei mit seinem Turnier in einer individuellen Situation. Die Vereine sollten ihre Hauptaufgabe darin sehen, Kinder und Jugendliche an den Reitsport heranzuführen. Wichtig sei dabei die Stärkung der Vereinsgemeinschaft und des Zusammenhaltes. Hierfür müsse, so ein Fazit des Abends, noch mehr als bisher getan werden. 

Denn Nachwuchsreiter brächten die Eltern mit, die als Helfer zur Verfügung stehen könnten. Aus deren Reihen könnten wiederum künftige Vorstandsmitglieder kommen. Auch solle vermehrt das Augenmerk auf die Möglichkeit gelegt werden, Zuschüsse zu generieren und die Suche nach Sponsoren zu verbessern. Die Pflege der Sponsoren sei wichtig, um ein Turnier auf die Beine zu stellen, das sich in finanzieller Hinsicht lohnt. 

Die teilnehmenden Reiter müssten als Kunden angesehen werden. Die Vereine, so ein weiteres Ergebnis des Abends, müssten offen für Veränderungen sein. Punkte, die dabei den Unterschied ausmachen, seien der Termin, der Nennungsschluss und die Ausschreibung der Turniere. Auch Prüfungsdetails, Nenngelder und Preisgelder würden wie die Bodenpflege, das Hindernismaterial oder die Gastronomie eine wichtige Rolle spielen. Das alles seien Punkte, die darüber entscheiden würden, ob ein Turnier von den Reitern angenommen werde oder nicht. 

Eine Veranstaltung mit vielen teilnehmenden Sportlern habe in der Regel auch viele Besucher. Das sei wiederum gut für den Gastronomieumsatz und mache es auch einfacher, Sponsoren zu gewinnen. Unterstützung sollen die Vereine der Region künftig von einer Task-Force erhalten. Zudem hielte die neue Leistungsprüfungsordnung viele Punkte bereit, die für eine Verbesserung der Turniere genutzt werden können, hieß es zum Abschluss.

Stephan Derks 

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