Schleifen

Springfestival in Keppeln setzte sportliches Ausrufezeichen

Sie hat mächtig an Fahrt aufgenommen, die Turniersaison innerhalb des Kreispferdesportverbandes Kleve. Das wurde am letzten Januar-Wochenende einmal mehr beim dreitägigen Springfestival auf dem Hötzenhof in Keppeln deutlich. Der Reiterverein von Bredow hatte auf die Reitanlage der Familie Terhoeven-Urselmans eingeladen. Hier erlebten Reiter wie auch Zuschauer ein hochklassiges Turnier, das früh im Kalender ein sportliches Ausrufezeichen setzte. 

Mit insgesamt sechs Prüfungen der schweren Klasse bot das Festival Springsport auf beachtlichem Niveau und das weit über die Kreisgrenzen hinaus. Bereits am ersten Turniertag sorgte zum Beispiel das S-Springen mit Stechen um den Hans-Theo Terhoeven-Urselmans-Gedächtnispreis für beste Abendunterhaltung in der Reithalle. Neun Teams à vier Reiter gingen im Teamspringen der schweren Klasse an den Start. Hochkonzentriert lenkten sie ihre Pferde durch den von Georg Broeckmann und Andre Bahners gestalteten Parcours. Die Hindernisse waren fair gebaut und dem Leistungsstand von Pferd und Reiter absolut angemessen. Nicht nur in dieser Prüfung ging ein Raunen durch die dicht gedrängten Zuschauerreihen, wenn eine Stange fiel oder nur haarscharf liegen blieb. Am Ende setzte sich das Team „Die Vier vom Oxer“ mit Maren Hoffmann, Theo Kröning, Nina Oertel-Spreis und Dominic Gossert durch. Eine bunt gemischte Truppe aus Neustadt, Wevelinghoven, Wickrath und Schweich, sicherte sich den Sieg. 

Ein weiterer Höhepunkt auf dem Hotspot für Springreiter, das spektakuläre Barrierespringen der Klasse S**. Runde für Runde wuchsen die Hindernisse, bis nur noch die mutigsten und stärksten Paare im Wettbewerb verblieben. Anspruchsvoll, aber stets fair präsentierten sich auch hier die Aufgabenstellung der erfahrenen Parcoursdesigner. Am Ende blieb nur einer im dritten Stechen bei einer Höhe von 1,85 Metern fehlerfrei: Wilhelm Vohrmann-Hauser von der Reitgemeinschaft Bergerhof sicherte sich auf Coconut die Goldschleife. Silber ging an Lisa Höhler vom RV Niederzeuzheim, die mit ihrem Holsteiner Cusumano lediglich einen Hindernisfehler hinnehmen musste. 

Dem Barrierespringen vorgeschaltet war das Showprogramm „Reitbiathlon“, eine unterhaltsame Mischung aus Fuchsschwanzspringen und Schießen. „Das war schon sehr, sehr lustig“, kommentierte Andrea Franken augenzwinkernd. Sportlich hochspannend wurde es auch in der höchst dotierten Prüfung des Wochenendes, dem Zwei-Sterne-S-Springen. Von 31 Startern qualifizierten sich acht Reiter für das nervenaufreibende Stechen. Mit einem atemberaubend schnellen Ritt setzte sich Sebastian Holtgräve-Osthues auf Con Caneau NRW (0/37,03) vor Marc Boes aus Liedberg mit Jacoba Stud Imosa (0/37,58) durch. Sebastian Adams aus Kerken sowie Kai Terhoeven-Urselmans rangierten ebenfalls in den vorderen Platzierungen. „Wir haben hervorragenden, prickelnden und spannenden Sport erlebt“, resümierte Parcourschef Georg Broeckmann zu Recht, der Pferd und Reiter über die drei Tage hinweg genau beobachtete, um faire und leistungsgerechte Hindernisse zu bauen. Eine entscheidende Voraussetzung für sportliche Gerechtigkeit auf diesem Niveau. 

Auch aus Sicht des gastgebenden Vereins verlief das Wochenende überaus erfolgreich. Bereits zum Auftakt gewann Malin Terhoeven-Urselmans das L-Springen auf Nakita (0/49,65) und setzte damit ein erstes Ausrufezeichen aus Keppelner Sicht. Überhaupt zeichneten sich die heimischen Reiter durch zahlreiche Siege und Platzierungen auf ihrem Turnier aus. Stark besetzt war auch das abschließende M-Springen, das unter großem Beifall von Janne-Frederike Zahn vom gastgebenden Verein auf Rock’n Roll (0/47,91) vor Fritz Ophey aus Asperden-Kessel mit Miss Candlelight (0/48,43) gewonnen wurde. Für einen besonders emotionalen Moment sorgte die Ehrung von Lokalmatador Jörg-Leon Zahn. Am letzten Turniertag wurde er vor der Springprüfung der Klasse S** vor großer Zuschauerkulisse für seine im vergangenen Herbst in Aachen gewonnene Deutsche Jugendmeisterschaft im Springen ausgezeichnet. Ein bewegender Augenblick für Verein und Publikum gleichermaßen.  

Am Ende zog Vereinsvorsitzender Arnold Janßen ein rundum positives Fazit: „Ich bin mit dem Ablauf des Turniers sehr zufrieden.“ Über 100 ehrenamtliche Helfer hatten an drei Tagen alles gegeben, um Teilnehmern und Gästen beste Bedingungen zu bieten. Damit hat das Springfestival auf dem Hötzenhof nicht nur sportlich Maßstäbe gesetzt, sondern einmal mehr gezeigt, wie lebendig und engagiert der Reitsport im Kreis Kleve ist. 

Stephan Derks 

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