
Westfalen hat ebenfalls gekört. Und wie! Von 67 Dressurhengsten erhielten 40 das Go für die Zucht. Bei den Springhengsten wurden von 32 Kandidaten 24 gekört. Beide NRW-Siegerhengste werden ihre Karrieren auf dem Klosterhof Medingen fortsetzen.
Zum besten Dressurhengst des Jahrgangs kürte die Körkommission um Thomas Münch (der zum ersten Mal auch Marcus Döring und Norbert van Laak angehörten) einen der zwei Nachkommen des inzwischen gelegten So Perfect. Gekört wurden beide.
Der Siegerhengst stammt aus einer Vollschwester zum 2019er Siegerhengst Dynamic Dream, der nach seiner Körung für 1,9 Millionen Euro in den Stall Helgstrand wechselte, seinen Titel aber verlor, weil er positiv auf eine verbotene Substanz getestet worden war.
Wie seinerzeit Dynamic Dream kam auch sein „Neffe“ bei Catarinus van der Laan in den Niederlanden zur Welt. Ausgestellt wurde er vom Züchter gemeinsam mit Heinrich Gießelmann. Bei der anschließenden Auktion wechselte der Rappe für 500.000 Euro in französischen Besitz, soll aber auf dem Klosterhof Medingen aufgestellt werden.
Reservesieger Dressur
Zum Reservesieger der Dressurhengste ernannte die Körkommission einen direkten Sohn des angesprochenen Dynamic Dream aus einer Benicio-De Niro-Mutter. Züchter und Aussteller war Simon Kohlenbrenner. Aus dem Mutterstamm kommen mehrere Endringstuten und S-Pferde. Seinen neuen Besitzern war der neue Reservesieger 300.000 Euro wert.
Der Titel des 2. Reservesiegers wurde zweimal vergeben und beide Hengste wurden Helgstrand Dressage zugeschlagen.
415.000 Euro gab der dänische Pferdehändler für einen Extra Gold-Sohn aus der Zucht der ZG Dr. Roland und Britta Labohm aus. Aussteller war Bernd Hollmann aus Gronau. Der Vater des elastischen Braunen war 2021 Siegerhengst in Münster-Handorf. Er präsentiert 2025 seinen ersten Jahrgang. In Westfalen war er mit zwei Hengsten vertreten, die beide gekört wurden. Jener im Prämienlot stammt aus einer Charmeur-Mutter und repräsentiert den Stamm, der unter anderem auch den Vize-Bundeschampion Birkhof’s Elocin v. Escamillo hervorgebracht hat.
Zweiter zweiter Reservesieger wurde ein hochgewachsener Fuchs mit Blesse v. Follow Him’s Schönweide-De Kooning-Weltmeyer. Hedda Ottmann-Droege vom Gut Dalmer in Düsseldorf ist hier Züchterin und Ausstellerin. Der Hengst ist ein Halbbruder zu dem inzwischen S***-erfolgreichen NRW-Landbeschäler Selectric. Sein Antritt war Helgstrand Dressage 350.000 Euro wert.
Prämienhengste Dressur
Weitere acht Dressurhengste wurden mit einer Prämie bedacht, blieben jedoch unrangiert. Das war zum einen der Hannoveraner mit der Katalognummer 3 v. Bonderas-San Amour-Depardieu, gezogen von der österreichischen Pferdesportfotografin Petra Kerschbaum und ausgestellt von der Kandziora Dressage GmbH. Bei 150.000 Euro fiel hier der Auktionshammer.
Escanto PS-Top Gear-Vitalis lautet die Abstammung des statiösen Fuchses, den Christian Schulze Topphoff aus Telgte gezogen und in Westfalen vorgestellt hat. Auch er erhielt eine Prämie und wurde anschließend bei 76.000 Euro zugeschlagen.
Von vier Nachkommen des Fanegro wurde derjenige aus der Dancier-Gribaldi-Mutter aus der Zucht von Heinrich Aamink prämiert. Mathieu Beckmann stellte den Dunkelfuchs mit Trakehner Charme aus. Für offiziell 85.000 Euro kam er unter den Hammer.
For Romance war noch mit einem direkten Nachkommen im Lot vertreten, einem Fuchs, der den Stamm vertritt, der unter anderem auch Ingrid Klimkes Grand Prix-Sieger Dresden Mann hervorgebracht hat. Züchterin und Ausstellerin eines Prämienhengstes darf sich nun Raphaelle Borgmann aus Ostbevern nennen.
Von drei direkten Secret-Söhnen wurde dem mit der Nummer 44 die Schärpe des Prämienhengstes umgelegt. Christian Link in Lünne hatte Reitpferdemacher Secret mit seiner Don Nobless-Worldly-Tochter angepaart. Er ging für 42.000 Euro nach Ungarn.
Vitalis ist aktuell wie eh und je, sowohl direkt als auch über seine bereits etablierten Söhne. So wurde mit der Katalognummer 61 ein Vitalis-Fürstenball-Samarant-Sohn aus der Zucht von Christa und Ludger Welling prämiert, bei dem schon die Großmutter zwei Prämienhengste für Westfalen stellte, darunter Fürst Samarant, der auf der Station Beckmann wirkt. Mathieu Beckmann stellte auch diesen Fuchs aus, der für 70.000 Euro den Besitzer wechselte.
Ein weiteres „V-Pferd“ im Prämienlot war die Katalognummer 66, ein Vitalis-Enkel über Von und Zu aus einer Mutter v. Don Crusador-Warkant. Gezogen wurde der Hannoveraner von Werner und Iris Bellmann. Aussteller war das Haupt- und Landgestüt Neustadt/Dosse, wo man sich nicht von dem Rappen trennen will.
Und schließlich wurde der einzige Zoom-Sohn in der Körkollektion prämiert. Christoph Rawert aus Coesfeld hatte ihn aus einer Escolar-Lauries Crusador xx-Rubinstein I-Sohn gezogen und stellte ihn auch aus. Den Zuschlag gab es bei 77.000 Euro.
Siegerhengst Springen
Zum Springsieger ernannte die Körkommission einen Hannoveraner aus bewährtem Stamm. Es handelt sich um einen Chacco-Blue Sohn aus einer Ogano Sitte-Parco-Mutter, die auf den in Belgien hoch erfolgreichen Stamm der Guten Sitte ingezogen ist (BWP Prestatiestam 36).
Unzählige gekörte Hengste und internationale Sportpferde gingen daraus hervor, als Beispiel sei Aganix du Seigneur Z genannt. Gute Sitte war selbst bis 1,60 Meter erfolgreich mit Eric Wauters.
Für den Siegerhengst Springen fiel der Hammer bei 250.000 Euro und auch dieser Youngster wird auf dem Klosterhof debütieren. Züchter ist Alexander Onischenko, ausgestellt wurde der Fuchs durch die Gestüt Sprehe GmbH.
Reservesieger Springen
Zum ersten Reservesieger ernannte die Kommission den einzigen Sohn des Nixon van het Meulenhof, einen am Sprung äußerst auf Stangenabstand bedachten Westfalen aus einer Cassini-Con Air-Mutter. Die ZG Linnenbrink GbR ist hier als Züchter eingetragen, Manfred von Allwörden stellte den Hengst aus. 125.000 Euro trug der Braune zur Auktionsstatistik bei.
Auch im Springlot gab es zwei zweite Reservesieger. Der eine war der westfälische Sohn des Chaka aus einer Lanciano-Lacros-Mutter, gezogen von Ignaz Berger, der auch hinter dem Aussteller steht, der IB Berger GmbH. Er kostete 92.000 Euro.
Stempelhengst Emerald van’t Ruytershof war mit zwei Hengsten vertreten. Ein eher untypischer Sohn aus einer Quo Vados-Carano-Mutter wurde zum zweiten Reservesieger ernannt. Untypisch ist dieser Hengst für seinen Vater wegen seiner Farbe. Er ist braun mit nur wenigen Abzeichen, aber eleganter Erscheinung. Die PBM Pfefferle GmbH hatte den Hengst gezogen. Ignaz Berger war auch hier Aussteller, doch diesmal zusammen mit Mathieu Beckmann. Aus dem Holsteiner Stamm des Hengstes ging unter anderem Hansi Drehers Colore hervor. Er brachte 52.000 Euro.
Prämienhengste Springen
Von den Springhengsten wurden fünf unrangiert prämiert. Da war zum einen ein bildschöner Schimmel mit elastischem Springen vom einstigen Bundeschampion Caressini aus einer Come On-Contender-Mutter. Das Gestüt Gut Neuenhof hatte den Westfalen gezogen und stellte ihn auch aus. Aufstellen wollen sie ihn aber wohl nicht, denn für 120.000 Euro ging der Hengst über die Auktion.
Ein weiterer Prämienhengst war der Zangersheider Braune v. Casago-Canturano-Carthago, der bei Henk Mentink in den Niederlanden zur Welt kam und von Hendrik Zurich zusammen mit der BB Sporthorses GmbH in Münster präsentiert wurde. Er brachte 40.000 Euro.
Unverkäuflich war der einzige direkte Sohn des Casall im Lot, ein Fuchs aus der Zucht des Landpferdehofs Schwartz-Hafter und ausgestellt durch Sylwia Grau in Meerbusch. Aus dem Stamm gingen beispielsweise Classic H von Toni Haßmann und Carino von Ulrich Kirchhoff hervor.
Ein toller Sohn des Comme il faut in herrlicher Aufmachung aus dem Holsteiner Stamm, der z. B. auch Weltmeister Cumano und Felix Haßmanns Cayenne WZ hervorgebracht hat, war seinen neuen Besitzern 110.000 Euro wert. Gezogen wurde dieser komplette Hengst von Helga Spallek aus einer Caretino-Ramiro Z-Mutter. Aussteller war der ehemalige Bundestrainer Kurt Gravemeier.
Und schließlich mit dem einzigen Sohn des Okawango ein Ogano Sitte-Enkel prämiert. Züchter ist hier Christoph Seite, der Okawango mit der Zangersheider Stute Asca’s Eponess Z v. Asca-Clinton I-Pilot anpasste. Matthias Schlamminger stellte den Schimmel aus. Offizieller Zuschlagspreis waren 36.000 Euro.
Hengste mit sechsstelligen Zuschlagspreisen
Nicht nur die prämierten Hengste wurden teuer. Auch diejenigen ohne Schärpe wurden zum Teil für sechsstellige Summen zugeschlagen. Dazu zählte der einzige Sohn des Starvererbers vom NRW-Landgestüt, Diamantenglanz. Der Dunkelbraune hat eine Fiorano-Weltmeyer-Mutter (Z.: Olaf Steiling, A.: Dressurstall Schubert), die den Stamm mit Isabell Werths großem Erfolgspferd Gigolo FRH teilt. Er war seinen neuen Besitzern 142.000 Euro wert.
Für 105.000 verkaufte Thomas Münch den von Hendrik Zurich ausgestellten niederländischen Sohn des Comthago-Cantos.
Die Station Tebbel sicherte sich den von Sönke Rothenberger ausgestellten Secret-Belissimo M-Sohn für 190.000 Euro. Aus dem Stamm gingen unter anderem auch die Dressurpferde Duke und Duchesse hervor, die mit den Geschwistern Werndl im Jugendalter Medaillen für Deutschland sammelten. Als Züchterin zeichnet hier Svea Oltersdorf verantwortlich.
Äußerst begehrt war auch die Katalognummer 58, einer von zwei Söhnen des Vitalis-Nachkommen Vision, hier angepaart mit einer Don Schufro-Longchamps-Mutter, aus deren Stamm u.a. der Multi-Bundeschampion und später S-erfolgreiche Lissaro van de Helle hervorging. Kerstin Klose war Züchterin und Ausstellerin und konnte sich über einen Zuschlagspreis von 130.000 Euro für ihren Youngster freuen.
Nach ungemein zähem Bieterduell zweier Kunden aus Brasilien und Dänemark erzielte der antrittsstarke und mit viel Mechanik ausgestattete Vitalis-Marc Cain-Sohn mit der Katalognummer 63 satte 152.000 Euro. Der Zuschlag ging letztlich nach Brasilien. Gefreut hat sich besonders die Züchter- und Ausstellerfamilie Schulze Topphoff, die den Fuchs aus dem Mutterstamm gezogen hat, der unter anderem auch Nicole Glaser-Käppelers Grand Prix-Pferd Aurigeno hervorgebracht hat.
Die Auktion läuft zur Stunde noch.
Weitere Informationen der Westfalen-Körung 2025 finden Sie hier.





