Das Podium bei den Deutschen Meisterschaften der Springreiter 2026: Christian Kukuk (Mi), Marco Kutscher (li) und Maximilian Lill (re). (Foto van Bebber)
Das Podium bei den Deutschen Meisterschaften der Springreiter 2026: Christian Kukuk (Mi), Marco Kutscher (li) und Maximilian Lill (re). (Foto van Bebber)

Christian Kukuk springt zu Gold

Das Podium bei den Deutschen Meisterschaften der Springreiter 2026: Christian Kukuk (Mi), Marco Kutscher (li) und Maximilian Lill (re). (Foto van Bebber)
Das Podium bei den Deutschen Meisterschaften der Springreiter 2026: Christian Kukuk (Mi), Marco Kutscher (li) und Maximilian Lill (re). (Foto van Bebber)

Spannend bis zum Schluss war der Wettkampf um den Deutschen Meistertitel im Springreiten in Balve. 34 Teilnehmer gingen am Finaltag in den Parcours um ganz nach oben aufs Treppchen zu springen. Am Ende stand mit Christian Kukuk dort jemand, der das „Treppchengefühl“ gut kennt.

Akarad Tivoli Z und Christian Kukuk fliegen auf den Deutschen Meisterschaften in Balve zu Gold. (Foto Hubernagel)
Akarad Tivoli Z und Christian Kukuk fliegen auf den Deutschen Meisterschaften in Balve zu Gold. (Foto Hubernagel)

„Ich gehöre hier dieses Wochenende nicht zu den Favoriten“, erklärte der Olympiasieger von Paris den Kollegen von der Westfalenpost vor dem Wettkampf. Dass er sich selbst nicht in der Favoritenrolle sah mag daran gelegen haben, dass er seinen vierbeinigen Sportpartner Akarad Tivolo Z noch nicht so lange kennt. Bis Ende 2025 war der Braune noch unter dem Iren Bertram Allen im Parcours unterwegs. Im Januar zog der Vierbeiner dann in den Stall des Olympiasiegers. „Ich habe ihn zufällig entdeckt. Ich habe letztes Jahr zwei Stunden auf meine Tochter aufgepasst und da einen Zweisterne Grand Prix in Belgien geschaut. Bertram ist ihn dort geritten und ich habe ihn direkt nach dem Turnier angerufen. Gemeinsam mit amerikanischen Sponsoren konnten ich ihn dannkaufen“, erzählt der Springreiter wie er Akarad Tivoli Z entdeckt hat. Die ersten internationalen Prüfungen ritt Kukuk mit ihm dann in den USA. Zwei Mal waren sie dort Dritte auf 5*-Niveau. In Balve zeigte der Akarad Hero Z-Sohn nun, dass mit ihm durchaus zu rechnen ist. Vier Runden beendete er fehlerfrei und auch im Stechen um den Titel blieben alle Stangen liegen. „Die einzelnen Parcours sind hier vielleicht im Vergleich nicht die Schwersten die man findet. Aber der Meisterschaftsmodus in dem man mindestens vier Mal null reiten muss, macht es dann doch entsprechend schwierig“, erklärt der erfahrene Reiter. „Ich war mir vorher noch nicht sicher, ob die Feinabstimmung zwischen uns schon gut genug ist. Im Stechen hat man dann auch gesehen, dass wir an der einen oder anderen Sache noch arbeiten müssen, aber das hat er einfach mit seine unglaublichen Qualität wett gemacht“, freut er sich über die gute Leistung seines Sportpartners. Damit bescherte er Christian Kukuk seinen ersten Titel bei Deutschen Meisterschaften. „Man träumt ja immer von diesem Titel. Vor neun Jahren bin ich hier das letzte Mal an den Start gegangen, da konnte ich den Titel nicht mit nach Hause bringen. Ich hatte also noch eine Rechnung offen. Umso stolzer bin ich jetzt, dass es hier geklappt hat“, resümiert Kukuk.

Silbermedaille für Marco Kutscher

Marco Kutscher sichert sich Silber bei den Deutschen Meisterschaften in. (Foto van Bebber)
Marco Kutscher sichert sich Silber bei den Deutschen Meisterschaften in. (Foto van Bebber)

Mit Marco Kutscher sicherte sich ein ehemaliger Deutscher Meister (2003) die Silbermedaille. Auch sein vierbeiniger Sportpartner Cool Fox beendete vier Parcours ohne Fehler. Damit qualifizierte sich das Paar für das Stechen um den Titel. Dort fielen dann gleich zwei Stangen. Marco Kutscher musste nach Christian Kukuk in den Parcours, der zuvor bereits eine Nullrunde lieferte. Er musste also ein bisschen was riskieren, um die Chance auf den Titel zu erhalten. Mit acht Strafpunkten hieß es am Ende Rang zwei. „Ich war in den letzten Jahren fast immer hier, das ist nur vielleicht Vielen nicht so aufgefallen“, scherzt er nach der Meisterehrung und ist dann voll des Lobes für die Veranstaltung: „Wenn es mir möglich ist komme ich immer gerne nach Balve. Hier ist in den letzten Jahren viel dafür getan worden die Bedingungen für uns zu verbessern. Wenn es mir möglich ist, komme ich immer gerne hier hin.“

Maximilian Lill springt zu Bronze

Maximilian Lill springt zu Bronze bei den Deutschen Meisterschaften in Balve. (Foto van Bebber)
Maximilian Lill springt zu Bronze bei den Deutschen Meisterschaften in Balve. (Foto van Bebber)

Der dritte Reiter, der in den Wertungsprüfungen fehlerfrei bleiben konnte war Maximilian Lill. Er hatte Casallco’s George PS mit nach Balve gebracht. Mit dem Casallco-Sohn war er zu Beginn der Saison in den Vereinigten Arabischen Emiraten international erfolgreich. Auch dieses Paar konnte die Wertungsprüfungen ohne Fehler beenden und sich damit einen Platz im Stechen sichern. 12 Strafpunkte machten den Sieg unmöglich. Am Ende freute Maximilian Lill sich aber auch über die Bronzemedaille. „Ich wusste, dass ich gegen Marco und Christian nur eine Chance habe wenn ich viel riskiere. Am Ende war es dann vielleicht etwas zu viel“, fasst er seine Strategie für das Stechen zusammen. Das Siegerpferd kennt Lill übrigens ebenfalls sehr gut. Denn gemeinsam mit Bertram Allen hat er sich auf den Verkauf von Springpferden spezialisiert. Die beiden haben in Irland gemeinsam rund 150 Pferde, die sie mit Partnern für den Verkauf vorbereiten. Im Frühjahr wird ein Teil davon über eine Auktion verkauft. „Auf diese Weise schauen wir, unsere Ställe zu finanzieren. Die Auktion in diesem Jahr ist beispielsweise sehr gut gelaufen. So können wir von den älteren Pferden auch mal welche länger halten“, gibt der Springreiter wichtige Einblicke in sein berufliches Schaffen. Auch Marco Kutscher hatte zuvor erklärt, dass ein solcher Profistall nicht allein über Gewinngelder zu finanzieren ist. Deshalb mussten vor kurzer Zeit auch seine zwei besten Pferde den Stall verlassen. Sie wurden verkauft und sind nun unter Ben Maher unterwegs.

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