Kalkar

Linda Weiß gewinnt den Großen Preis in Kalkar

Linda Weiß siegte in der S-Dressur um den Großen Preis der LVM-Versicherung Dirk Lensing.

Der Reiterverein Seydlitz Kalkar kann sein zweitägiges Dressurturnier mit gutem Gewissen als vollen Erfolg in die Vereinschronik aufnehmen. Mitte März hatte der Verein zur Pferdeleistungsschau auf die Reitanlage am Wisseler See eingeladen, der zahlreiche Reiterinnen und Reiter aus der Region und darüber hinaus gefolgt waren. Mit hohen Nennungszahlen, sportlich anspruchsvollen Prüfungen und viel Lob für Organisation und Atmosphäre wurde die Veranstaltung zu einem echten Höhepunkt im regionalen Turnierkalender. „Wir hatten wieder tolle Nennungszahlen, sodass wir in den letzten 14 Tagen leider auch keine Nachnennungen mehr annehmen konnten, um die maximale Richterzeit von zehn Stunden nicht zu überschreiten“, erklärte Silke Smaalders aus der Turnierorganisation. Das große Interesse zeigte, welchen Stellenwert das Kalkarer Dressurturnier inzwischen bei den Aktiven genießt. Besonders erfreulich: „Wir haben alle Reiter der M- und S-Dressuren gefragt, und alle waren begeistert und haben sich ausdrücklich für diese schöne Veranstaltung bedankt“, so Smaaldersweiter.

Der erste Turniertag stand ganz im Zeichen des Nachwuchses. Die Seydlitz-Reiter um den Vereinsvorsitzenden Richard Hartung boten jungen Talenten eine Bühne, ihr Können unter Beweis zu stellen. Im Dressurreiterwettbewerb zeigte sich eindrucksvoll, dass sich der Reiternachwuchs auf einem guten Ausbildungsweg befindet. Gepflegte Pferde im ordentlichen Sattelzeug und ein harmonisches Zusammenspiel zwischen Reiter und Pferd prägten das Bild im Dressurviereck. Den Sieg sicherte sich Luisa-Marie Böhmer aus Voerde, die mit Coco Rose und einer Wertnote von 8,0 die Konkurrenz anführte. Den Auftakt des Turniers bildete eine Dressurpferdeprüfung auf A-Niveau. Hier richteten Sandra-Nadine van Kuik-Koblitz und Tonius Tielmann ihr Augenmerk besonders auf Grundveranlagung und Ausbildungsstand der jungen Pferde. Überzeugen konnte der dunkelbraune, in Oldenburg gezogene Wallach Mr. Million Right SV. Unter seiner Reiterin Leni Opgenoorth vom RV St. Tönis präsentierte er sich mit durchlässigen Übergängen innerhalb der Gangarten und folgte den Hilfen willig. Mit der Wertnote 7,8 sicherte sich das Paar die Goldschleife. Auf den weiteren Plätzen folgten Jakob Hetzel, Moers, mit Sonic (7,6) sowie Elena Marie Thijs, Weeze, die den Oldenburger Gentleman (7,5) vorstellte.

Die Siegerin der Zwei-Sterne-M-Dressur, Julia Ralinofsky, eingerahmt von Richterin Sabine Winkens-Bähr und dem Vorsitzenden des RV Seydlitz Kalkar, Richard Hartung.

Am zweiten Turniertag rückten die höheren Dressurklassen in den Mittelpunkt. Den Auftakt bildete eine mittelschwere Dressurprüfung, in der mit Kandare geritten wurde. Eine Herausforderung, die eine besonders feine und ruhige Reiterhand verlangt. Die Richter Jürgen Jahn, Sabine Winkens-Bähr und Tonius Tielmann bewerteten dabei unter anderem Takt, Fleiß, Raumgriff und den Einsatz der Hinterhand, ebenso wie Durchlässigkeit, Gehorsam des Pferdes, sowie Sitz und Einwirkung der Reiter. Die Goldschleife ging hier an Nadine te Laak vom RV von Lützow Emmerich, die im Sattel von Bordolino überzeugte. In der Zwei-Sterne-M-Dressur setzte sich Julia Ralinofskyvon der RSG Mottenkaul mit dem Hengst Glück Auf A NRW (656,50 Punkte) an die Spitze. Rang zwei belegte Maximilian Felten aus Krefeld mit Donnizelli (653,50 Punkte). Den dritten Platz sicherte sich Frederike Elbers aus Kranenburg mit Querbeat (644,00 Punkte) knapp vor ihrer Schwester Carmen Elbers, die mit Fire Fly P (639,50 Punkte) an den Start gegangen war. 

Den sportlichen Höhepunkt des Turniers bildete die anspruchsvolle S-Dressur um den Großen Preis der LVM-Versicherung Dirk Lensing, der diese Prüfung schon seit Jahren fördert. Hier setzte sich Linda Weiß vom Förderkreis Dressur Neuss mit dem Hannoveraner Wallach Benefis und 914 Punkten souverän an die Spitze. Der Portugiese Carlos Manuel Velerio Caetano, der für den RV Rhede startet, belegte mit HP Frescobaldi (901,50 Punkte) Rang zwei und mit Dior Deluxe (901,00 Punkte) zudem Platz drei. Die Siegerin zeigte sich im Anschluss begeistert von der Atmosphäre in Kalkar. Besonders das liebevoll vorbereitete Dressurviereck hinterließ Eindruck. Die neue Bandenumrandung der Reithalle mit dem wiederkehrenden Logo des Reitervereins fand bei Reitern und Zuschauern großen Anklang. Zusammen mit den weißen Viereckbegrenzungen sowie den Blumen und kleinen Bäumen rund um die Arena entstand ein stimmungsvolles Gesamtbild, das die Reithalle zu einem echten Hingucker machte. 

Auch ein weiterer Punkt wurde von den Teilnehmern ausdrücklich gelobt: die Auszahlung von Preisgeld, die im Dressursport eher selten geworden ist. Angesichts der großen Resonanz und der hohen Nennungszahlen denkt der Vorstand des RV Seydlitz Kalkar bereits über eine Erweiterung nach. Sollte das Interesse der Reiter anhalten, könnte das Turnier im kommenden Jahr sogar auf drei Turniertage ausgeweitet werden. Nach diesem erfolgreichen Wochenende am Wisseler See stehen die Chancen dafür jedenfalls gut. 

Stephan Derks

Fotos: Silke Smaalders

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