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Junge Talente und spannende Prüfungen beim Lohengriner Turnier

Wenn junge Reiter mit leuchtenden Augen aus dem Parcours kommen, Pferde konzentriert die letzten Meter einer Prüfung absolvieren und am Ende Sekundenbruchteile über Sieg und Platzierung entscheiden, dann ist Turnierzeit. So auch am vorletzten Septemberwochenende beim RV Lohengrin Hau, bei dem zwei Tage lang der Reitnachwuchs im Mittelpunkt stand. Das Team um die erste Vorsitzende Sarah Lemkamp hatte ein vielseitiges Programm auf die Beine gestellt. Dressur- und Springwettbewerbe für unterschiedliche Leistungsstufen, von der Führzügelklasse bis hin zu Prüfungen, die an die Klasse A angelehnt waren, standen auf dem Programm. Trotz durchwachsenem Wetter waren gerade die kleineren Prüfungen teilweise zu 100 Prozent ausgelastet. Insgesamt blieben die Nennungszahlen allerdings hinter den Erwartungen zurück.  

Zum Auftakt gehörte die Reitanlage zunächst den Springreitern. In den unterschiedlichen Prüfungen mussten die jungen Teilnehmer ihre Pferde sicher und möglichst fehlerfrei durch die Parcours lenken. Für einen leistungsgerechten Aufbau der Hindernisfolgen war Klaus Steck verantwortlich. Das erfahrene Richter-Duo Achim Lennartz und Sabrina Steffens nahm die Leistungen nach den Vorgaben der Wettbewerbsordnung (WBO) genau unter die Lupe. Für den spannendsten Moment sorgte die Springprüfung auf A-Niveau. Schon im Normalumlauf deutete sich an, dass Borgerhof’s Rocco flott unterwegs war. Pia Tamara Brinkmeier vom RV Eintracht Veen pilotierte den 14-jährigen Wallach fehlerfrei in Bestzeit durch den Parcours. Doch damit war die Entscheidung noch lange nicht gefallen. Auch Emma Jolie Reetz vom Club der Pferdefreunde Goch blieb mit der 17-jährigen Cup Cassini E ohne Strafpunkte. Dann wurde es noch einmal richtig spannend. Brinkmeier und Reetz gingen im Stechen an den Start und beide blieben erneut fehlerfrei. Nun zählte die Uhr. Pia Tamara Brinkmeier benötigte mit Borgerhof’s Rocco 38,80 Sekunden. Emma Jolie Reetz kam mit Cup Cassini E nach 42,95 Sekunden ins Ziel. Damit war die Entscheidung gefallen: Der Sieg ging nach Veen. 

Dass es im Reitsport nicht ausschließlich auf Geschwindigkeit ankommt, zeigte die anschließende Stilspringprüfung. Hier standen die Einwirkung des Reiters, eine korrekte Hilfengebung und eine gute Reittechnik im Mittelpunkt. Gleichzeitig sollte die Aufgabe möglichst harmonisch gelöst werden. Ein angepasstes Grundtempo, rhythmisches und kontrolliertes Galoppieren sowie durchlässige Übergänge waren gefragt. Am besten gelang dies Pia Nienhaus mit Dorniks Toffee. Mit der Wertnote 8,2 sicherte sie sich die Goldschleife. Dahinter folgten Isabell Germeshausen mit I mog ihn (7,9) und Mia Smaalders mit Excellent Valencio (7,7). 

Am zweiten Turniertag wechselte der sportliche Schwerpunkt. Nun gehörte das Viereck den Dressurreitern. Und auch hier wurde deutlich, dass gute Leistungen nicht allein aus korrekt gerittenen Lektionen entstehen. Harmonie, Präzision und vor allem das Vertrauen zwischen Pferd und Reiter sind wichtige Grundlagen. In den verschiedenen Reiterwettbewerben galt es unter anderem, eine korrekte Hilfengebung und ein gutes Bewegungsgefühl unter Beweis zu stellen. Sophie Baumgartner gelang dies im Sattel von Drengur besonders überzeugend. Sicher ausbalanciert und mit einem guten Gefühl für ihr Pferd präsentierte sie sich in der Prüfung und erhielt die Wertnote 8,5. Damit führte sie die Siegerrunde vor Greta-Marleen Kamps mit Misty (8,2) und Elisabeth Venes mit Navalia (7,9) an. Auch der Dressurreiterwettbewerb bot guten Nachwuchssport. Emmi van de Loo zeigte mit Der kleine Zoom eine starke Vorstellung und wurde mit der Wertnote 8,6 belohnt. Damit hatte sie am Ende knapp die Nase vorn. Katharina Blissenbach erreichte mit Marissa eine 8,5, Marie Urban kam mit Best Dancer auf 8,2.  

Während die Nachwuchsreiter im Turniergeschehen um gute Wertnoten und Schleifen kämpften, fand auf dem Rasenplatz der Abschlusslehrgang des Rasenchampionats statt. Unter der Leitung des erfahrenen Kranenburger Springreiters Otmar Eckermann erhielten die Teilnehmer zum Saisonabschluss noch einmal wertvolle Tipps und konnten Erfahrungen aus erster Hand sammeln. Entsprechend verbunden ist der Wunsch, dass das Championat auch künftig dem Kreis Kleve und den angrenzenden Nachbarkreisen erhalten bleibt. Ein besonderer Dank galt deshalb auch dem engagierten Organisationsteam des Rasenchampionats.  

Damit ein Turnier reibungslos über die Bühne gehen kann, braucht es zahlreiche Menschen, die im Hintergrund anpacken. „Das kann nur gelingen, wenn viele Menschen gemeinsam anpacken. Deshalb gilt mein ganz besonderer Dank unseren unermüdlichen Helfern, Sponsoren und allen, die unseren Verein immer wieder unterstützen. Ohne dieses großartige Engagement wäre eine solche Veranstaltung nicht möglich“, betont die erste Vorsitzende Sarah Lemkamp, wobei das Wochenende zeigte, dass ein Turnier mehr als die Jagd nach Schleifen und Wertnoten ist. Es ist eine Gelegenheit, Erfahrungen zu sammeln, sich sportlich weiterzuentwickeln und das Vertrauen zwischen Pferd und Reiter zu stärken. Und genau dafür bot die Reitanlage des RV Lohengrin Hau an diesem Wochenende den passenden Rahmen. 

Stephan Derks 

Foto: cpw_fotografie Clara Würdinger

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