
Auch bei der Dressureuropameisterschaft der Junioren, Children und Ponyreiter ging es am heutigen Finaltag noch einmal um Titel und Medaillen. In der Kür präsentierten die talentierten Nachwuchsreiter ihre vierbeinigen Tanzpartner zur Musik. Und das mit aus deutscher, und auch rheinischer, Sicht großem Erfolg.

Julie Sofie Schmitz-Heinen ist erfahren auf internationalem Parkett. In ihrer Ponyzeit gehörte sie zu Europas Top-Reitern und sammelte erste Medaillen. Der Umstieg in der Großpferdesattel gelang der achtzehnjährigen ebenfalls mühelos. Schon 2023 stellte sie First Date erfolgreich auf dem Bundeschampionat vor und war in diesem Jahr mit der Stute auch im Rahmen der Juniorentour beim CHIO in Aachen erfolgreich. Im Sattel von Attractive startete sie zum ersten Mal Mitte 2024 in einer nationalen M-Dressur und konnte sich hier sofort an zweiter Stelle platzieren. Der nun achtjährige Hannoveranerwallach und seine Reiterin sammelten dann in Hagen bei den Future Champions erste internationale Erfahrungen. Dort durften sie aufgrund ihrer guten Ergebnisse beim diesjährigen Preis der Besten an den Start gehen. Das harmonische Paar steigerte sich in Hagen von Prüfung zu Prüfung und zeigte schon dort tolle Leistungen. In Le Mans waren die Beiden dann aber genau auf den Punkt in bester Verfassung. Nach Mannschaftsgold gewannen Julie Sofie Schmitz-Heinen und der elegante Fuchs gestern bereits Einzelgold. Heute tanzten sie in der Kür zu starken 77,53 Prozent, erzielten damit nicht nur ein Personalbest, sondern auch das höchste Ergebnis der Prüfung und gewannen die dritte Goldmedaille an diesem Wochenende. Knapp dahinter reihten sich mit 77,325 Dominique van Dalsen und Just Johnson für die Niederlande auf dem Silberrang ein. Bronze gewann die Deutsche Viktoria von Braunmühl im Sattel von DSP First Class. Die Beiden wurden für ihren Tanz zur Musik mit 76,305 Prozent bewertet. Maria Teresa Pohl und Diaton FRH trabten heute zu Rang neun. Die im Rheinland beheimatete Polin Veronica Pawluk, die in Aachen die Kür noch für sich entscheiden konnte, verpasste die TopTen auf Rang elf nur knapp.

Zweites Silber für Leni-Sophie Gosmann
Meistens erklingt bei der Medaillenzeremonie der Ponydressurreiter die deutsche Nationalhymne. Heute war es doch die Klänge aus Dänemark, während die rot-weiße Flagge gehisst wurde. Den Kürsieg sicherte sich eine mehr als glückliche Victoria Bang Zindorff im Sattel von Del Classico mit 77,56 Prozent. Einen Platz auf dem Treppchen konnte sich Leni-Sophie Gosmann bisher bei allen wichtigen Turnieren sichern. Und so lieferte die Nachwuchsreiterin im Sattel von Diamantini EA WE auch in der heutigen Kür noch einmal ab. Mit 76,605 platzierte sich das Paar an zweiter Stelle und fügte der bereits großen Medaillensammlung eine weitere Silbermedaille hinzu. Die 15jährige und der Falbe sind seit 2023 ein Paar und haben sich über Dressurpferdeprüfungen und dann ersten nationalen L-Dressuren schnell zu einem der erfolgreichsten Paare im internationalen Ponysport entwickelt. Die Bronzemedaille gewannen die gestrigen Sieger Maya Victoria Irene Wächter und Nasdaq FH mit 76,475 Prozent. Drittbestes deutsches Paar waren auf Rang sechs Madlin Tillmann und Chilly Morning WE. Die beiden erzielten 74,955 Prozent. Chilly Morning ist übrigens eines der Erfolgsponys von Julie Sofie Schmitz-Heinen. Sie übergab die Zügel nach ihrer Ponyzeit an Madlin Tillmann, die aus einer Springreiterfamilie kommend zwar hauptsächlich im Dressursattel unterwegs ist, aber auch Erfolge im Springen bis zur Klasse M vorweisen kann.
Die dritte Medaillenzeremonie auf dem Dressurviereck wurde ebenfalls mit einer Goldmedaille für das deutsche Team gefeiert. Laura Kohoutek sicherte sich im Sattel von Shakeela FRH 83,219 Prozent und damit den Sieg. Silber ging an Bo Leijten und Gentle van Wittenstein V aus den Niederlanden. Sie hatten 80,92 Prozent erreicht und verwiesen damit Lilly Kasselmann und Vodka Soda mit 80,394 Prozent knapp auf den Bronzerang.
Zu Rang vier trabten Marielen Theresa Osterhoff und Davina mit 79,925 Prozent.
Springpodium ohne deutsche Beteiligung
Nicht ganz rund lief es von Turnierbeginn an für die deutschen Ponyspringreiter. Schon in der Teamwertung hatten sie Pech und mussten ungewöhnliche Probleme in Kauf nehmen und auch im weiteren Turnierverlauf reihte sich ein Fehler an den anderen. Am Ende lieferten sich um den obersten Platz auf dem Treppchen Cian McMunn (IRL) und Darcy Honeybunn Daisy Breen (GBR) ein Kopf an Kopf Rennen. Beide blieben den gesamten Turnierverlauf über ohne Springfehler. Am Ende ging Rang eins nach Irland und Silber nach Groß Britannien. Bronze gewann Charlie Flynn, der ebenfalls für Irland an den Start ging. Beste deutsche Reiterin in der Einzelwertung war am Ende die Rheinländerin Hannah Blandfort. Gemeinsam mit Capaya Z hatte sie zwar in jeder Runde Fehler, konnte sich am Ende aber auf einem guten 13. Platz in der stark besetzten Gesamtwertung behaupten. Malte Merschformann sprang zu Rang 21.





