
Am Pfingstwochenende öffnete die Burg Satzvey bei Mechernich ihre Tore für ein Mittelalterspektakel für Jung und Alt. Mit durchschreiten der Burgmauern taucht man ein in eine Welt der Vergangenheit. Helden, Mythen und das echte Leben längst vergangener Tage konnte man bei bestem Wetter hautnah erleben.
Seit 46 Jahren gibt es diese Veranstaltung auf der Burg Satzvey. „Mein Vater hat irgendwann gemerkt, dass man die Erhaltung der Burg allein aus der Land- und Forstwirtschaft nicht mehr stemmen kann. Er hat dann das Motto Erhaltung durch Unterhaltung entwickelt. Damit hat er eine private Burg damals das erste Mal öffentlich gemacht und so sind der Mittelaltermarkt mit den Ritterspielen und zahlreiche andere Veranstaltungen über die Jahre gewachsen“, erzählt Patricia Gräfin Beissel die maßgeblich an der Organisation beteiligt ist und bei den Ritterspielen auch selbst auf der Bühne steht. Als waschechte Pferdefrau begeistert sie die Besucher gemeinsam mit ihrem Team, den „Rittern der Burg Satzvey“, mit rasanten Ritten bei den Ritterspielen.
Einblicke in eine andere Welt







Schon bevor die Zuschauer die Tribünen erreichen, um sich die Show anzuschauen, tauchen sie ein in eine Welt, die nicht viel mit dem heutigen Alltag zu tun hat. Setzt man die ersten Schritte durch das Burgtor empfindet man sofort eine besondere Ruhe. Und das obwohl zahlreiche Menschen auf dem Gelände die Pfingstsonne genossen. Es gibt sehr viel zu sehen und zu erleben und trotzdem fühlt man sich auf der Veranstaltung entschleunigt. Die Burg und das restliche Gelände fühlen sie an wie eine Oase, die den Besucher kurz den Alltag vergessen lässt. Dazu tragen viele interessante Verkaufsstände und ein leckeres Angebot besonderer Speisen und Getränke ein. Aber auch der große Lagerbereich, in dem man das Leben im Mittelalter quasi hautnah erleben kann. Lässt man sich auf den Zauber des Mittelaltermarktes ein, verbringt man auf Gut Satzvey einen gleichzeitig entspannten und spannenden Tag.
Mittelalter zum Anfassen






Nachdem man über den Mittelaltermarkt geschlendert und wie selbstverständlich in die Vergangenheit abgetaucht ist, sind die Ritterspiele fast eine selbstverständliche Ergänzung des Erlebnis. Die Geschichte „Varyngard – Flug des Falken“ ist ein mitreißendes Spektakel bei dem die Reiter und ihre Pferde die Zuschauer mitnehmen in die Wettkampf-Welt vergangener Zeiten. Feuerprüfungen, Lanzenstechen, Ringreiten und viele weitere Aufgaben werden von den Bösewichten und Helden der gut durchdachten Story dargeboten und ließen die Zuschauer auf den ausverkauften Tribünen lauthals mitfiebern. Ein Erlebnis für Kinder und Erwachsene gleichermaßen, bei dem die historischen Gegebenheiten vor der wunderbaren Burgkulisse besonders gut zur Geltung kommen.
Lanzen und Schwerter












Sieben Reiter sind in diesem Jahr Teil der Ritterspiele. Neben dem Kernteam der „Ritter der Burg Satzvey“ ergänzen auch andere Darsteller das Geschehen. So wird sichergestellt, das die jährlich neuen Geschichten die Besucher immer wieder begeistern. So treten Reiter und Schauspieler aus ganz Deutschland und in diesem Jahr zum Beispiel auch aus Tschechien vor dem begeisterten Publikum auf. „Die Reiter trainieren hauptsächlich alleine zu Hause, kurz vor den Ritterspielen gibt es dann zwei intensive Probentage in denen die ganze Show final choreografiert wird. Samstagsvormittags gibt es dann noch einmal eine Probe für die Schlachtenchoreografie, bevor es dann für Alle gemeinsam auf die Showbühne geht“, gibt die Gräfin einen Einblick hinter die Kulissen. Insgesamt sind um die 150 Personen beteiligt. Mit viel Liebe zum Detail sind die Ritterspiele keine reine Show, sondern Teil des Mittelaltermarktes. Und so sind zum Beispiel auch die Platzeinweiser auf den Tribünen passend kostümiert. Und spricht man mit den Beteiligten merkt man schnell: Hier ist echte Leidenschaft am Werk. „Wer die Show an Pfingsten verpasst hat, hat im September übrigens noch einmal die Möglichkeit unseren Mittelaltermarkt und die Ritterspiele zu besuchen“, verrät Patricia Gräfin Beissel.
Spiel mit dem Feuer




In Bezug auf die Pferde ist es Patricia Gräfin Beissel wichtig, dass die Vierbeiner ebenfalls Spaß an ihrem Einsatz bei den Ritterspielen haben. „Ein gutes Showpferd wird natürlich entsprechend trainiert, aber sie müssen auch vom Typ her für diese Aufgabe geeignet sein. Es gibt Pferde, die für einen Showeinsatz zu schüchtern oder ängstlich sind. Dann zwingen wir sie auch nicht. Wer hier auf die Idee kommt sein Pferd nicht gut zu behandeln oder gar zu dopen fliegt sofort aus dem Team“, macht die Gräfin ihren Standpunkt zum Thema Tierwohl ganz klar deutlich. Genau diese Einstellung konnte man hinter den Kulissen gut beobachten. Das gesamte Team rund um die Pferde strahlte viel Ruhe und Zuneigung zu den Vierbeiner aus. Das Verhältnis zwischen den „Rittern“ und ihren Showpartnern war vertrauensvoll und positiv. Während der Show konnte man auch bei kritischer Betrachtung erkennen, dass die Paare gut miteinander harmonieren. „Die Pferde, die bei den Ritterspielen zum Einsatz kommen werden mit Gelassenheitstraining und viel Bodenarbeit auf ihren Einsatz in Ruhe vorbereitet. Dieses Training ist allerdings nicht nur für unsere Showpferde hilfreich. Deshalb bieten wir mittlerweile verschiedene Kurse an, bei denen Reiter mit ihren Pferden auf abwechslungsreiche Art und Weise an der Gelassenheit der Vierbeiner arbeiten können“, erklärt Patricia Gräfin Beissel. Dazu gehören beispielsweise auch Feuer- und Trickreitkurse. Und auch wenn sich das zunächst spektakulär anhört: Diese Kurse sind für jedes Pferd-Reiter-Paar geeignet, die mit der Halfterführigkeit in Schritt und Trab vertraut sind. „Wir holen die Teilnehmer genau da ab wo sie gerade stehen und die meisten sind überrascht wie schnell sie gerade in Bezug auf das Feuertraining bei so einem Kurs Fortschritte machen“, schildert sie den Ablauf. Und so ist die Burg Satzvey bei den Veranstaltungen eine perfekte Anlaufstelle für Pferde- und Nichtpferdemenschen und bietet darüber hinaus noch tolle Angebote für Reiter, die mit ihrem Vierbeiner dem normalen Stallalltag „entfliehen“ wollen.





